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«Mein erstes Gewehr»: Fünfjähriger in USA erschießt Schwester

New York (dpa) - Mit seinem eigenen Gewehr hat ein Fünfjähriger in den USA seine kleine Schwester erschossen. Der Junge habe mit einem einzelnen Schuss das zwei Jahre alte Mädchen getötet, bestätigte das Sheriffsbüro von Cumberland in Kentucky am Mittwoch den Vorfall vom Tag zuvor.

Zielscheibe
In den USA werden Kinder häufig sehr früh mit scharfen Waffen vertraut gemacht. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/Symbolbild Foto: dpa

Der lokalen Website «kentucky.com» zufolge schoss der Fünfjährige mit seinem eigenen Gewehr. Er habe die Waffe der Marke «My First Rifle» («Mein erstes Gewehr») im vergangenen Jahr geschenkt bekommen.

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«kentucky.com» zufolge war die Mutter der Kinder gerade auf der Veranda, als der Schuss fiel. Das Mädchen sei noch ins Krankenhaus gebracht worden, konnte aber nur noch für tot erklärt werden. Die Waffe hatte den Angaben zufolge in einer Ecke gestanden, noch mit einer Kugel in der Kammer. Wie genau es zu dem tödlichen Schuss kommen konnte, war zunächst unklar.

Der Hersteller Keystone nennt sein Kindergewehr «Crickett», «Grille». Er wirbt für die Waffe mit einer lustigen Grille mit Flinte und dem Spruch: «Qualitätswaffen für Amerikas Jugend». Die Gewehre sollten Kinder zum verantwortungsvollen Umgang mit Waffen animieren. Auf der Website sind Bilder von Säuglingen zu sehen, denen Gewehre mit Zielfernrohr in den Arm gelegt wurden. Das Unternehmen stellt nach eigenen Angaben 60 000 Waffen im Jahr (2008) her. Auf der Website finden sich auch Kundenbriefe («Meine viereinhalbjährige Tochter liebt die pinkfarbene.»).

Erst vor drei Wochen hatten zwei Kleinkinder kurz hintereinander zwei Menschen getötet: In New Jersey erschoss ein Vierjähriger mit einem Gewehr einen Sechsjährigen. In Tennessee tötete ein ebenfalls Vierjähriger mit einer Pistole eine 48-Jährige. In beiden Fällen waren die Waffen geladen und ungesichert. Jedes Jahr töten Schusswaffen in den USA etwa 30 000 Menschen. Gut die Hälfte davon sind Suizide, etwa ein Drittel Morde. Die Zahl der tödlichen Unfälle liegt im unteren vierstelligen Bereich.

In Deutschland forderten Hinterbliebene von Getöteten am Donnerstag erneut striktere Waffengesetze. «Wir wollen eine zentrale Aufbewahrung von Waffen», sagte der Vorsitzende der Stiftung gegen Gewalt an Schulen, Hardy Schober, der Nachrichtenagentur dpa. Ein Bericht der Bundesregierung zur Waffenaufbewahrung habe gezeigt, dass in Privathaushalten viele Waffen nicht ausreichend gesichert seien.

Schober räumte jedoch auch ein, dass eine Tragödie wie in Kentucky in Deutschland sehr viel schwerer möglich sei. Eine Waffenerlaubnis bekommen in Deutschland nur Antragsteller, die mindestens 18 Jahre alt sind.

Meldung bei «kentucky.com»