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Mein Freund, das Ekel

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"Mein Freund, das Ekel"
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Dieter Hallervorden als Olaf Hintz und Alwara Höfels als Trixi am Rande der Dreharbeiten zum ZDF-Film «Mein Freund, das Ekel». Foto: Jens Kalaene Foto: dpa

Es gibt einen Postkartenspruch: »Wenn ich alt bin, werde ich nur nörgeln.« Auch Dieter Hallervorden spielt in seinem neuen ZDF-Film einen schlechtgelaunten Alten. Aber dahinter steckt natürlich mehr.


Berlin (dpa) - Herr Hintz ist pensionierter Lehrer, sitzt im Rollstuhl - und meckert eigentlich nur rum: Im ZDF-Film »Mein Freund, das Ekel«, der am Donnerstag (9. Mai/20.15 Uhr) läuft, zeigt sich Dieter Hallervorden mal von der übellaunigen Seite.

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Zumindest am Anfang, denn meist ist es ja so: Wenn jemand zu Beginn eines Fernsehfilms gemein ist, dann bleibt das nicht unbedingt so.

Olaf Hintz jedenfalls lebt in einer schönen Altbauwohnung, verbessert selbst die Rechtschreibung von Graffitisprayern und mag Kirschstreuselkuchen. Den besorgt normalerweise seine Schwester, aber die hat die Faxen langsam dicke und will auf Kreuzfahrt gehen. Deswegen sucht sie eine Haushaltshilfe.

Die Abmachung: Jemand kann mit in der Wohnung wohnen, muss dafür aber den Haushalt erledigen. Für die alleinerziehende Mutter Trixi (Alwara Höfels) ist das eine perfekte Gelegenheit. Gut, sie kommt zwar zum Vorstellungsgespräch erstmal zu spät. »Wir haben auf Sie gewartet«, sagt Hintz' Schwester. »Ja scheiße, ick weiß«, sagt Trixi. »Meine Ablöse im Café ist nicht gekommen. Und mein Chef, das Arschgesicht.... die Wohnung ist weg, wa?«

Nein, die Wohnung ist noch nicht weg, und so zieht sie mit ihren drei Kindern bei Hintz ein. Dass der das alles andere als lustig findet, kann man sich denken. Ein wenig erinnert die Komödie von Regisseur Marco Petry an den Kinohit »Ziemlich beste Freunde«. Die Geschichte ist zwar recht absehbar, aber Höfels und Hallervorden geben ein gutes, überzeugendes Duo auf dem Fernsehbildschirm ab.

Das liegt auch daran, dass man eher selten Typen wie Trixi sieht: Ziemlich schlagfertig und fleißig, herzlich und keine typische Bildungskarriere. Irgendwann räumt sie ein, dass sie nicht lesen und schreiben kann. Höfels, die mal »Tatort«-Kommissarin war, kann ihrer Figur viel abgewinnen: »Es ist eine Frau aus der Mitte unserer Gesellschaft, die für mich exemplarisch für viele Alleinerziehende in Deutschland steht«, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

»Alleinerziehende fallen häufig durch den sozialen Rost. Diese Frau entwickelt natürlich besondere Überlebensstrategien und Kräfte, um für sich und ihre Kinder zu sorgen«, sagte Höfels. Man müsse nur recht und links gucken in der Gesellschaft. Es passiere überall, dass Alleinerziehende in Nöten sind.

»Diese Themen sind keine lustigen Drehbucheinfälle, sondern Realität in unserer Gesellschaft«, sagte Höfels. Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Haushalt sei für Alleinerziehende eine enorme Herausforderung. »Meine Mutter war auch größtenteils alleinerziehend. Und es gab aber auch einen tollen Stiefvater in meinem Leben, der Verantwortung übernommen hat. Aber auch wenn man sich in Bekanntenkreis umschaut, dann sind das einfach Realitäten.«

Hallervorden sieht man in Film mit Hut, Anzug und Rollstuhl. Ob es Spaß gemacht hat, mal so viel zu nörgeln? »Es kommt ja immer in erster Linie darauf an, dass die Zuschauer an meinem Spiel Spaß haben«, teilte er mit. »Deshalb hab ich mir beim Nörgeln viel Mühe gegeben, damit das möglichst glaubwürdig rüberkommt.«

Der 83-Jährige steht regelmäßig vor der Kamera und leitet in Berlin das Schlosspark Theater. Dort steht er auch auf der Bühne. Demnächst plant er das erste gemeinsame Stück mit seinem Sohn Johannes.

Nun jedenfalls ist Hallervorden in »Mein Freund, das Ekel zu sehen«. Das ZDF zeigt den Film bereits in der Mediathek, falls ihn jemand früher schauen will. Die Komödie bietet einen Abend mit guter Unterhaltung. Und zwar im Wissen, dass am Ende - so viel sei verraten - doch alles gut ausgeht. Für manche Abende passt das.

"Mein Freund, das Ekel" in der ZDF-Mediathek

Informationen zur neuen Komödie