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»Mein Ziel ist natürlich die WM-Teilnahme«

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Sie hofft in diesem Jahr auf die Teilnahme an der Heim-WM in Oberstdorf: Skilangläuferin Nadine Herrmann vom Stützpunkt Ruhpolding. (Foto: DSV)

Mehr Weltcup-Teilnahmen als bisher und ein Platz bei der Heim-Weltmeisteschaft in Oberstdorf: Das sind die wichtigsten Saisonziele von Skilangläuferin Nadine Herrmann (Bockauer SV) vom Stützpunkt Ruhpolding.


Vor allem in der zweiten Hälfte des vergangenen Winters hatte sie einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht, bei einigen Weltcup-Sprints sogar gepunktet und beim 10-km-Rennen in Lahti (Finnland) mit Rang 31 nur knapp die Punkteränge verfehlt.

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In diesem Winter will die 24-Jährige noch ein Stück weiter nach vorn. Die Chancen scheinen gut zu stehen: »Eigentlich hat dieses Jahr im Sommer alles gut geklappt, nur einmal war ich etwas angeschlagen«, berichtet sie. Hinzu kommt: »Wir haben das Training noch etwas umgestellt, und das taugt mir gut.« Hilfreich sei auch, dass am Stützpunkt ein guter Zusammenhalt herrsche.

Der erste Formtest verlief ebenfalls ermutigend. Bei der Zentralen Leistungskontrolle ging der Sprint in der Oberhofer Skihalle auf Schnee über die Bühne. Die 24-Jährige hatte im Prolog die zweitbeste Zeit, schied jedoch im Halbfinale knapp aus. Im abschließenden Rennen um die Plätze 5 bis 8 holte sie sich den Sieg und wurde somit Gesamtfünfte. Doch auch beim Rennsteiglauf auf Skirollern mischt sie als Neunte gut mit.

In Oberhof war Herrmann in dieser Vorbereitung mehrmals zu Gast. Dagegen war sie im Sommer nicht bei den Aufenthalten mit der Stützpunkt-Trainingsgruppe in der Ramsau dabei, »da war ich auch mal froh, dass ich im Chiemgau bleiben konnte.«

Bislang ist der Sprint Herrmanns stärkste Disziplin. Mitte Januar 2018 hatte sie ihr Weltcup-Debüt in Dresden gegeben. Beim Weltcup im Januar 2020 ging sie in der sächsischen Hauptstadt sogar als »Titelmodell« der Veranstaltung an den Start und verbuchte als 24. auch einige Weltcupzähler.

Nun hat die aus dem Erzgebirge stammende Sportlerin sogar die Chance, zweimal in einem Jahr an einem Weltcup in der Nähe ihrer Heimat teilzunehmen: Denn diesmal ist das Rennen in Dresden auf das Wochenende vor Weihnachten (19./20. Dezember) terminiert.

Zuvor steht zunächst einmal der Weltcup-Auftakt in Ruka (Finnland/27. bis 29. November) auf dem Programm – mit einem Sprint und zwei Distanzwettkämpfen. Ob – oder auf welchen Strecken – sie hier schon zum Einsatz kommen kann, wird sich erst beim Lehrgang zeigen, den das deutsche Team derzeit in Muonio (Finnland) abhält. »Wir sind acht Mädels, und nur sechs kommen zum Einsatz. Zunächst einmal ist wohl eher die beste Allrounderin gesucht«, weiß Herrmann, die von der Bundeswehr gefördert wird. »Außerdem sind wir auch im Sprint schon sehr stark besetzt.«

Sie hat sich jedoch vorgenommen, sich auch allmählich auf den Strecken bis 10 Kilometer weiter zu verbessern. »Mal sehen, wie sich das leistungstechnisch entwickelt hat«, zeigt sich Nadine Herrmann gespannt.

Ursprünglich waren in Finnland noch vor dem Weltcup-Auftakt internationale Testrennen geplant. Diese entfallen, »daher werden wir wohl eigene Tests organisieren.«

»Natürlich hoffe ich, dass ich den Sprung ins Team schaffe. Aber wenn nicht, wären ja noch die Wettbewerbe in Davos (12./13. Dezember, d. Red.) und Dresden das Ziel. Ich hoffe, dass vor allem die Rennen in Dresden überhaupt stattfinden können – je nachdem, wie die Situation mit Corona dann ist.«

So oder so: Nach dem letzten Wochenende vor Weihnachten wird Nadine Herrmann erst einmal eine Trainingsphase einlegen. Schließlich sei die Tour de Ski Anfang 2021 mit teils recht langen Strecken »eher nichts für mich.« Ohnehin sei es wichtig, im Saisonverlauf zwei Trainingsblöcke unterzubringen.

»Falls absehbar ist, dass ich mich für die Weltmeisterschaft qualifiziere, wäre dann wohl ab Anfang Februar der nächste Trainingsblock sinnvoll.« Bei der Ski-WM (23. Februar bis 7. März) wäre dann am 25. Februar (Sprint) ihr erster Einsatz möglich.

»Mein Ziel ist natürlich die WM-Teilnahme mit dem Fokus auf den Sprint – aber da sind viele von uns sehr ambitioniert«, weiß sie, dass die Qualifikation kein Selbstläufer wird. »Und wenn es richtig gut läuft, wäre auch ein Platz in der Staffel toll.«

Das könnte knapp werden, schließlich fehle es ihr an Erfahrung in hochkarätigen Staffel-Rennen, weiß die 24-Jährige. Die erste Chance dazu, in einer Weltcup-Staffel Erfahrung zu sammeln – falls sie nominiert würde – hätte sie am 6. Dezember im Rahmen des Weltcups in Lillehammer (Norwegen) bestanden. Doch inzwischen wurden die Wettbewerbe in Norwegen abgesagt – ein Ersatztermin bzw. Ersatzort steht noch nicht fest.

Was Nadine Herrmann jedoch nicht verunsichert, schließlich müssen sich auch die Leistungssportler angesichts der Corona-Pandemie ohnehin immer wieder mit neuen Situationen befassen. Und zumindest eine »neue Situation« ist ja von der ehemaligen Junioren- (einmal) und U-23-WM-Teilnehmerin (2017 und 2018) sogar ausdrücklich erwünscht: die erste Teilnahme an einer Erwachsenen-WM. who