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»Meine Tochter, auch wenn du leichtfüßig gehst…«

Im Rahmen einer Konzertreise gastiert das griechische Ensemble »Mousiko Polytropo« am kommenden Sonntag um 18 Uhr bei freiem Eintritt im Marstallsaal von Schloss Pertenstein. Die Aufführung des griechisch-archaischen Welttheaters »Meine Tochter, auch wenn du leichtfüßig gehst…« ist der im September letzten Jahres verstorbenen Liselotte Orff gewidmet.

Das griechische Studenten-Ensemble »Mousiko Polytropo«.

Wie der Vorsitzende des Heimatbundes Schloss Pertenstein, Hans Lauber, gegenüber der Kulturredaktion des Traunsteiner Tagblatts einräumte, habe die Witwe des großen bayerischen Komponisten Carl Orff und Patin der Akademie für Musik + Tanz + Theater Traunwalchen-Dießen am Ammersee kurz vor ihrem plötzlichen Tod den ausdrücklichen Wunsch geäußert, den Studentenchor der Aristoteles-Universität Thessaloniki nach Pertenstein einzuladen. Diesem Wunsch ist der Leiter des Ensembles, Professor Dr. Jannis Kaimakis, den mit dem Orff-Freundeskreis Pertenstein eine jahrelange Freundschaft verbindet, im Rahmen seiner Konzertreise in Belgien und Österreich nachgekommen. Neben Pertenstein wird das Ensemble auch am Dienstag, 7. Mai, in Dießen am Ammersee ein Gastspiel geben.

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Liselotte Orff hatte den jungen Musikstudenten Jannis Kaimakis vor drei Jahrzehnten in München als Flöten- und Lautenspieler kennengelernt und ihn auch mit dem »Orff-Freundeskreis auf Pertenstein« zusammengebracht. Die bayerisch-griechische Freundschaft ist seither ungebrochen … auch über den Tod von Liselotte Orff hinaus, die 1994 auch das »Orff-Forum Thessaloniki« persönlich gründete.

Die Besucher erwartet eine Szenerie aus der griechischen Mythologie, in der verbotene Liebesbeziehungen einen bedeutenden Teil einnehmen. Die Frau, die sich in den Bruder ihres Mannes verliebt, der Mann, der das Mädchen, welches vom Grab kommt, küsst, die Mutter, die ihren Sohn heiraten will – das sind einige Themen, die zu Liedern geworden sind und die an vielen Orten im griechischen Raum bekannt sind. Die Aufführung »Meine Tochter, auch wenn du leichtfüßig gehst…« handelt von der nicht erlaubten Beziehung zwischen Jannos und Marigo, da sie Cousins ersten Grades sind. Die Mutter verbietet mit ihrem Fluch die Liebe ihres Sohnes zu seiner Cousine: »Lieber wickle ich dich ins Leichentuch, als dass ich dich vermähle.« Jannos folgt jedoch dem Weg seiner Wünsche, das heißt seines Schicksals, und stirbt. Margio wird gegen ihren Willen verlobt. Der Hochzeitszug tritt mit dem Trauerzug zusammen. Die Braut erfährt, dass der Tote ihr Geliebter war und folgt ihm in den Tod, wo beide ewig zusammen leben… ga