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Men & Chicken

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Men & Chicken
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Gregor (Nikolaj Lie Kaas), Josef (Nicolas Bro), Elias (Mads Mikkelsen) und Franz (Soren Malling) erzählen sich Gute- Nacht-Geschichten. Foto: Rolf Konow/dcm/ARTE Foto: dpa

»Men & Chicken« ist grotesk und nichts für sanfte Gemüter. Die Komödie des dänischen Regisseurs Anders Thomas Jensen gehört zu den wenigen Erstausstrahlungen im TV während der Fußball-WM.


Kopenhagen (dpa) - Nach dem Tod ihres Vaters erfahren der triebhafte Elias und sein gebildeter Bruder Gabriel, ein Evolutionspsychologe, dass sie adoptiert sind.

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Die Suche nach ihrem wahren Erzeuger führt die beiden ungleichen Brüder auf die verlassene Insel Ork, wo zwar kaum Menschen, dafür aber umso mehr Hühner wohnen. »Men & Chicken« heißt die dänische Filmgroteske aus dem Jahr 2015, die an diesem Mittwoch (22.55 Uhr) bei Arte zu sehen ist.

Dort treffen sie auf einem verwahrlosten Anwesen zunächst allerdings nicht auf ihren leiblichen Vater, einen hochbetagten Forscher, sondern nur auf ihre drei Halbbrüder, die ihnen nicht gerade einen freundlichen Empfang bereiten. Eine unheimliche Aura umgebe die Männer, erzählt der Bürgermeister von Ork. »Keiner von ihnen hatte dieselbe Mutter.« Weil zudem alle Mütter nach der Geburt der Knaben gestorben seien, nennen die Menschen auf der Insel den Vater »den Schwanz des Todes«.

Außer einer auffälligen Hasenscharte sieht Gabriel anfangs nicht viele Gemeinsamkeiten zwischen sich und seinen Verwandten. Man sucht sich seine Familie eben nicht aus. Elias dagegen probt die Anpassung an die Sonderlinge, die aus Mangel an weiblichen Inselbewohnern mit dem Federvieh vorliebnehmen. Sein schlagendes Argument: »Wir üben doch nur, bis wir irgendwelche Mädels kennenlernen.« Leider leben auf Ork nur rund 40 Menschen - es gilt, nicht zu wählerisch sein. Und so streifen die Brüder sich schicke Anzüge über und machen einen Ausflug ins Altersheim, unter dem Arm ein Laib Käse als Geschenk für die Damen. »Die Auswahl an Frauen ist gar nicht so übel«, befinden sie.

Was in Anders Thomas Jensens Film auf den ersten Blick wirken mag wie eine Ansammlung derber Witze und makabrer Episoden, offenbart sich wie schon bei seinem früheren Film »Adams Äpfel« bei näherem Hinsehen als sorgfältig komponierte Erzählung, die den Zuschauer mit menschlichen Abgründen konfrontiert. Wie alles zusammenhängt und welche Fährte Jensen mit seinen Bezügen auf die Bibel und auf Darwin legt, wird erst ganz zum Schluss klar, als die Brüder hinter ein gruseliges Familiengeheimnis kommen.

Dänemarks Schauspielstar Mads Mikkelsen, der als Nichtsnutz Elias alle fünf Minuten masturbieren muss, und Männer, die sich nicht nur beißen, sondern am liebsten mit ausgestopften Tieren verprügeln, gehören zu den eher harmlosen Szenen in dem Film, der die Geschichte einer äußerst ungewöhnlichen Familie erzählt.

Sehenswert machen den Film aber nicht nur der groteske Humor und die verstörende Auflösung. Für »Men & Chicken« hat Jensen erneut die schauspielerische Klasse Dänemarks versammelt. Neben Mikkelsen (»Die Jagd«, »Casino Royale«) und Lie Kaas (»Erbarmen«) sind auch Søren Malling (»Borgen - Gefährliche Seilschaften«) und Nicolas Bro (»Nymphomaniac«) mit von der Partie.

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