weather-image

Menschliche Gefühle in Noten ausgedrückt

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Der Leiter der Musikschule Traunstein, Georg Holzner (links), im Orchester als Trompeter dabei, geht in den Ruhestand und nahm das Sinfonische Konzert zum Anlass, um sich vom Publikum und den Traunsteinern zu verabschieden. Rechts ist Dirigent Augustin Spiel zu sehen, der vor Holzner die Musikschule leitete. (Foto: Heigl)

Schwungvoll empfahl sich gleich zu Beginn des letzten sinfonischen Konzerts der Saison das Musikkollegium Traunstein unter der Leitung von Augustin Spiel mit der Ouvertüre zu »La Clemenza de Tito« von Wolfgang Amadeus Mozart dem zahlreich anwesenden Publikum in der Aula der Traunsteiner Berufsschulaula.


Es folgte Mozarts Konzert in Es für Horn und Orchester KV 447 mit dem Solisten Stefan Kresin, dessen geschmackvoll und spannend phrasierte Darbietung für andächtiges, und aufmerksames Lauschen im Publikum sorgte. Auffällig war einmal mehr die glanzvolle Akustik des Saals, der trotz seiner profanen Funktion als Schulaula wie geschaffen für die weichen Hornklänge und ein mittelgroßes Orchester ist und ausbalancierten Wohlklang transportierte. Quicklebendig und temperamentvoll war der von Orchester und Solist eingefangene, musikalische Geist Mozarts und wurde so zu einem beglückenden Konzerterlebnis.

Anzeige

Mit Antonin Dvorˇáks »Sinfonie Nr. 8 in G-Dur« nach der Pause zeigte das aus Laien und Berufsmusikern bestehende Orchester, zu welch großer empathischen Meisterleistung es fähig ist. Das übertrug sich auch auf die Zuhörer. Im ersten Satz, dem Allegro con brio, breiteten die Musiker eine musikalische Landschaft vor den Zuhörern aus, majestätisch und großzügig, nur ab und zu vom Zwitschern der Querflöte geneckt.

Musik wie aus einem Märchen, voller Poesie und zauberhafter Kraft, der die Musiker an den Kontrabässen mit resolutem Strich eine faszinierende Tiefe und Düsternis angedeihen ließen. Es war, als striche ein böser Wolf durch die ansonsten so eigentlich idyllische Landschaft. Im Adagio entfalteten sich dann fast magisch neue Landschaften, in denen traurige Themen sich mit freudvollen abwechselten und neue musikalische Räume mit Geschick deklariert wurden. Aber Dvoˇrák wäre nicht Dvorˇák, käme nicht auch immer auch der Moment der Gefahr hinzu (Kontrabässe). So komponierte er alle Hauptgefühle der Menschheit im Wechsel hinein: Angst, Liebe, Wut und Traurigkeit, transformiert in wunderbare Musik. Dank des wunderbar feinfühlig und differenziert spielenden Orchesters kam Dvoˇráks große »Erzählkunst« bestens zur Geltung. Mit einem »butterzarten« Finale endete das großartige, und farbenreich gespielte Adagio. Auch im Allegretto grazioso und dem Allegro ma non troppo formte Augustin Spiel den Klang des Orchesters mit leichter und präziser Hand. Und wie schon zuvor begeisterte das Orchester mit flüssig gestalteten Übergängen und ungebremster Spielfreude.

Mit einigen launigen Worten verabschiedete sich der Musikschulleiter und Trompeter Georg Holzner am Ende des Konzerts von den Zuhörern, ein wenig wehmütig, da er nun in den wohlverdienten Ruhestand geht. Barbara Heigl