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Mertesacker motzt im Interview - und erntet Zuspruch

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Zweikampf
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Per Mertesacker im Zweikampf mit Islam Slimani. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa

Berlin (dpa) - Schon eine Frage und er ging an die Decke: Per Mertesacker hatte nach dem zähen 2:1-Sieg gegen Algerien offenbar keinen Kopf für bohrende Fragen - und schnauzte im Interview einen ZDF-Reporter an.


Was für den Journalisten weniger erfreulich war, sorgte im Netz allerdings für Begeisterung. »Wat woll'n Sie jetzt von mir?«, pampte er den ZDF-Reporter Boris Büchler in der Nacht zu Dienstag an. Der hatte eigentlich nur wissen wollen, warum es im Achtelfinale gegen Algerien stellenweise nicht so gut gelaufen war. Das ließ der Verteidiger kurz nach dem Spiel, das in die Verlängerung ging, aber nicht auf sich sitzen: »Glauben Sie unter den letzten 16 ist irgendwie eine Karnevalstruppe?« Als der Reporter nicht locker ließ, reichte es Mertesacker schließlich: »Ich verstehe die ganze Fragerei nicht.«

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Hinterher zeigte sich der Spieler versöhnlich: »Algerien war ein richtig harter Brocken«, erklärte er am Dienstag auf seiner Facebook-Seite. »Emotionen gehören zum Fußball... auch direkt nach dem Spiel.« Das ZDF nahm ihm den Ausraster nach eigenem Bekunden ohnehin nicht allzu übel: »Das war ein Interview in einer besonders extremen Situation«, sagte ein Sprecher des Senders. Man habe »Verständnis für beide Akteure«.

Im Internet verbreitete sich das Video schnell: »Das war endlich mal eine ehrliche Antwort«, kommentierte eine Nutzerin bei Twitter. Ein anderer will den Fußballer sogar als Vorbild nehmen: »Ich beantworte heute alle Fragen mit: »Wat wolln se jetzt von mir?« Auf YouTube war das Video am Dienstag bereits rund 160 000 Mal aufgerufen worden.

Für TV-Moderator Markus Kavka war das Interview sogar der Höhepunkt des Fußballabends: »Merte for President«, twitterte Kavka. »Ich leg mich jetzt auch drei Tage in die Eiswanne. Riesenidee.« Mertesacker hatte in dem Interview auch angekündigt, sich »erstmal drei Tage in die Eistonne« zu legen. Andere feierten Mertesacker schon als »Karnevalsprinz« oder bezeichneten ihn als neuen Rudi Völler.

Völler, heute Sportdirektor beim Bundesligisten Bayer Leverkusen, war in der Vergangenheit ebenfalls mit harschen Worten aufgefallen. 2003 war Völler als damaliger Teamchef nach einem 0:0 der DFB-Elf in Island förmlich explodiert: »Ich kann diesen Käse nicht mehr hören nach jedem Spiel«, schnauzte er in einem ARD-Interview den Moderator Waldemar Hartmann an. »Das ist das Allerletzte.«

Fußballer sind allerdings nicht die einzigen Prominenten, denen in Interviews schon mal der Kragen platzt: Zuletzt sorgte etwa SPD-Parteichef Sigmar Gabriel für Schlagzeilen, als er ZDF-Moderatorin Marietta Slomka in einem Interview Parteilichkeit vorwarf.

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