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Michael Neumayer genießt das Skispringen

Fischen - Vor der Abreise zum Skifliegen nach Harrachov gab sich Michael Neumayer vom SK Berchtesgaden locker. Er mag die Flugschanze in Harrachov und rechnet sich auch einiges aus. Allerdings setzt sich der Inhaber des deutschen Skiflugrekordes mit 231 Metern nicht unter Druck und will das Skispringen nur noch genießen.

Michael Neumayer genießt das Skispringen. Nach dem Erfolg in Vikersund gehört er in Harrachov zu den Favoriten. Foto: Anzeiger/Wechslinger
Pure Freude bei Michael Neumayer nach seinem Rekordsprung von 231 Metern in Vikersund. Foto: privat

Stimmt es, dass Sie im Herbst Ihrer Karriere von einem Weltcupsieg träumen, nachdem Sie beim Skifliegen in Vikersund Zweiter wurden?

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Michael Neumayer: Das ist etwas aus dem Zusammenhang gerissen, aber grundsätzlich hege ich nach meinen letzten Ergebnissen schon noch den Traum, einmal ein Weltcupspringen zu gewinnen.

Am Wochenende finden Skifliegen in Harrachov statt. Wie liegt Ihnen die Schanze?

Neumayer: Ich sage es mal so: Mein Material, Anzug, Ski und Skischuhe passen gut. Skisprungtechnisch passt auch alles zusammen, deswegen funktioniert vieles. Und was ganz wichtig ist, mein Kopf ist frei, alles ist entspannter. Die Schanze in Harrachov ist sehr schön, ich mag das Profil. Leider steht die Flugschanze frei am Berg und ist sehr vom Wetter abhängig. Da kann es passieren, dass man mehr als einen halben Tag wartet und dann ohne einen Sprung ins Hotel zurück- kommt. Dennoch freue ich mich auf Harrachov und hoffe, mit dem derzeitigen Selbstvertrauen dort gut zu springen.

Bundestrainer Schuster hat gesagt, dass Sie sich neu erfinden.

Neumayer: Das ist eine Aussage, die ich nicht verstehe und nicht übernehmen kann.

Sie können das Springen im höheren Alter so richtig genießen und auch den jüngeren Teamkollegen manches Mal Tipps geben?

Neumayer: Das stimmt exakt. Ich springe völlig ohne Druck, denn ich habe alle meine Prüfungen nach meinem BWL-Studium hinter mir und genieße jedes Springen, auch das Training. Der Winter ist nach meiner Verletzung aus dem letzten Sommer bisher sehr gut verlaufen und ich freue mich über meinen Zustand. Egal ob es so bleibt, besser wird oder auch schlechter, ich werde alles genießen, was mit dem Skispringen zusammenhängt.

Die Weltmeisterschaft findet in Predazzo im Fleimstal statt; wie liegen Ihnen die Schanzen?

Neumayer: Die Normalschanze liegt mir sehr gut, da springe ich gern. Die große Schanze mag ich eigentlich gar nicht. Aber komischerweise bin ich auf Schanzen, die ich gar nicht mag, wie zuletzt in Innsbruck bei der Tournee, recht gut. Ich war ja schon viele Jahre nicht mehr in Predazzo und lasse mich ganz einfach überraschen.

Wie lange soll die Karriere noch dauern?

Neumayer: Bis zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi wäre ich noch gern dabei, dann ist definitiv Schluss.

Was sagen Sie zu den Bewertungen der Sprungrichter, speziell bei Ihren permanenten Abzügen?

Neumayer: Ganz allgemein wurden die Bewertungen zuletzt besser. Ich bekam teilweise 18 bis 18,5, nur ein Norweger mag mich offensichtlich gar nicht und hat mir bei der Tournee bei einem guten Sprung mit Telemarkaufsprung die Note »15« gegeben. So etwas kann ich nicht nachvollziehen. Normalerweise werden auch die Noten der Sprungrichter bewertet und so gehörten schlechte ganz einfach eliminiert. cw