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Mickelsons Herzschmerz bei US-Open-Triumph von Rose

Ardmore (dpa) - Als Phil Mickelsons Annäherung auf dem 18. Grün am Loch vorbeilief, fiel der stille Engländer Justin Rose im Clubhaus Ehefrau Kate in die Arme.

Enttäuscht
Phil Mickelson wurde wieder nur Zweiter. Foto: Paul Buck Foto: dpa
US-Open-Trophäe
Justin Rose hat bei der 113. US Open sein erstes Major-Turnier gewonnen. Foto: Tannen Maury Foto: dpa
In Gedanken
Justin Rose widmete den Sieg seinem verstorbenen Vater. Foto: Paul Buck Foto: dpa
US-Open-Sieger
Justin Rose auf dem 18. Grün des Merion Golf Clubs. Foto: Erik S. Lesser Foto: dpa
Major-Triumph
Justin Rose war der bester Spieler im Merion Golf Club. Foto: Paul Buck Foto: dpa
Martin Kaymer
Martin Kaymer kam bei den US Open nicht über den 59. Platz heraus. Foto: Tannen Maury Foto: dpa
Marcel Siem
Auch Marcel Siem belegte bei den US Open den 59. Rang. Foto: Erik S. Lesser Foto: dpa

Ungläubig feierte Rose bei den 113. US Open in Ardmore/Pennsylvania seinen ersten Triumph bei einem Major und widmete den unerwarteten Sieg seinem verstorbenen Vater. Publikumsliebling Mickelson konnte über die erneute Enttäuschung nur bitter lächeln, wahrte aber wie immer die Fassung. Zum sechsten Mal in seiner Karriere wurde er Zweiter beim schwersten der vier Golf-Majors. Die zahlreichen Mickelson-Fans weinten - kurz zuvor hatten sie zum 43. Geburtstag des Kaliforniers noch lautstark «Happy Birthday» angestimmt.

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«Es bricht mir das Herz», gab Mickelson zu. «Es war meine beste Chance zum Sieg», erklärte der Meister des kurzen Spiels, der auf dem schweren Par-70-Kurs des Merion Golf Clubs ausgerechnet mit seinen Lieblingsschlägern Probleme hatte. Kaum ein anderer trifft die kurzen Eisen zum Erreichen der Grüns besser als der Mann aus San Diego, den alle nur «Lefty» nennen. Er ist zwar Rechtshänder, spielt aber mit links Golf. Diesmal schwächelte er auf den entscheidenden Bahnen mit den Wedges.

Zwar gelang Mickelson am zehnten Loch ein Traumschlag aus über hundert Metern zum Eagle (2 unter Par), durch zwei Doppel-Bogeys und eine 74er-Schlussrunde verspielte er aber den Sieg. Schlaggleich mit dem Australier Jason Day (beide je 283) teilte sich Mickelson Rang zwei bei dem mit acht Millionen Dollar dotierten Turnier.

Rose kam mit den schwierigen Bedingungen von allen am besten zurecht. Mit einer Par-Runde und dem Gesamtergebnis von 281 Schlägen verdiente sich der 32-Jährige den größten Erfolg seiner Laufbahn und den Siegerscheck über 1,44 Millionen Dollar. «Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung», sagte Rose und widmete den Sieg seinem 2002 an Leukämie gestorbenen Vater Ken. Rose ist der erste Engländer nach Tony Jacklin vor 43 Jahren, der die US Open gewinnen konnte und er ist der erste Engländer, der seit Nick Faldos Masters-Triumph 1996 wieder einen großen Titel holte.

Kein Wunder, dass Englands Premierminister David Cameron zu den ersten Gratulanten des Wahl-Amerikaners gehörte, der mit seiner Frau und den beiden Kindern Leo und Charlotte seit Jahren in Orlando lebt. Durch den Coup verbesserte sich Rose auch in der Weltrangliste um zwei Plätze auf Rang drei hinter Tiger Woods (USA) und Rory McIlroy (Nordirland), die beim zweiten Major des Jahres beide enttäuschten.

Den Branchenführern hatte der fast unbezwingbare Platz gründlich die Laune verdorben. Woods schüttelte nur noch den Kopf und landete mit zwölf Schlägen Rückstand auf Rose auf Rang 32. McIlroy ließ seine ganze Wut an seinem Arbeitsgerät aus. Als sein Ball zweimal im Wasser landete, verbog er seinen Schläger so stark, dass er nicht mehr zu benutzen war. Platz 41 war am Ende die Quittung für McIlroy.

Auch für Martin Kaymer und Marcel Siem war die Dienstreise nach Ardmore eine herbe Enttäuschung. Abgeschlagen landeten die beiden deutschen Hoffnungsträger mit je 299 Schlägen auf dem geteilten 59. Rang und bestiegen gefrustet den Flieger Richtung München. Dort soll in dieser Woche bei der 25. BMW Open alles besser werden. «Schauen wir mal, was passiert», sagte Kaymer. «Ich erinnere mich noch an die sensationelle Atmosphäre bei meinen Sieg 2008, die deutschen Flaggen auf der Tribüne an der 18. Unglaublich.» Ein Turniersieg täte dem 28-Jährigen unglaublich gut - Kaymer ist in der Weltrangliste inzwischen auf Position 35 abgerutscht.

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