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Millionenrückstellung verhagelt BayernLB das Halbjahr

München (dpa) - Millionenrückstellungen für das Pensionssystem haben der BayernLB das zweite Quartal verhagelt. Insgesamt 133 Millionen Euro musste die Landesbank nach einem Gerichtsurteil zu ihrem umstrittenen Versorgungssystem zurücklegen.

BayernLB
Die Zentrale der BayernLB in München. Foto: Tobias Hase/Archiv Foto: dpa

«Ohne diesen negativen Einmaleffekt hätte die BayernLB das Vorsteuerergebnis des ersten Halbjahres 2011 in Höhe von 244 Millionen Euro deutlich übertroffen», teilte die Landesbank am Montag mit. Doch so steht zwischen Januar und Juni nur noch ein Vorsteuergewinn von 174 Millionen Euro in den Büchern. Auch die ungarische Tochter MKB belastete weiter die Bilanz - und dürfte eine teure Baustelle für die Münchner bleiben.

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Finanzvorstand Stephan Winkelmeier schloss nicht aus, dass die BayernLB für die MKB noch einmal Geld nachschießen müsse. Er könne nicht ausschließen, dass «da im zweiten Halbjahr noch etwas kommt». Die MKB ist unter anderem wegen der hohen Bankenabgabe und geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen in Ungarn ein Sorgenkind und brockte der Bank im ersten Halbjahr einen Verlust von 66 Millionen Euro ein. Bereits 2011 hatte die BayernLB den Wert der Bank um mehr als eine halbe Milliarde Euro nach unten schrauben müssen. Eine schwierige Aufgabe bleibt zudem: Einen Käufer für die MKB finden.

Nach dem Ende des EU-Beihilfeverfahrens muss die BayernLB im Gegenzug für die milliardenschweren Staatshilfen für ihre Rettung nämlich deutlich schrumpfen. Dazu gehört auch die Trennung von der MKB, die angesichts der Lage aber kaum rasch über die Bühne zu bringen ist. Anders sieht es etwa mit der Abgabe der Bauspartochter LBS an die Sparkassen aus, die Ende des Jahres abgeschlossen wird. Insgesamt muss die BayernLB 5 Milliarden Euro an den Staat zurückzahlen.

Einen großen Teil des Kapitals muss die Bank durch den Verkauf von Beteiligungen reinholen, dazu gehört auch die Trennung von MKB und LBS. Doch auch die Wohnungsbaugesellschaft GBW mit ihren mehr als 30 000 Wohnungen muss die BayernLB bis Ende 2013 verkaufen, die EU fordert dafür ein Bieterverfahren. Winkelmeier wollte nichts dazu sagen, ob - und wenn ja mit wem - bereits Verhandlungen über die GBW liefen.

Auch zu den Aussichten für das gesamte Jahr äußerte sich Winkelmeier nur zurückhaltend. Die Bank halte an ihrer Prognose fest, im Kerngeschäft einen Vorsteuergewinn einzufahren. Darüber hinaus gebiete schon die Vorsicht angesichts der weiter ungelösten Schuldenkrise und der trüben Konjunkturaussichten, sich bei Vorhersagen «nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen».

In ihrem Kerngeschäft ist die BayernLB nach eigener Einschätzung ordentlich unterwegs. «Das reine Kundengeschäft entwickelte sich erheblich besser und lässt sich als zufriedenstellend bezeichnen», teilte Bankchef Gerd Häusler mit. Die Bank konzentriert sich auf das Geschäft mit dem Mittelstand und finanziert Unternehmen und Immobilien vor allem in Bayern und in Deutschland. Ein großes Wachstumsfeld für die Bank ist nach dem Willen von Finanzminister Markus Söder (CSU) das Geschäft mit erneuerbaren Energien.