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Mit 70 hat man noch Träume

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Alfred Büttner war mit seinem Korbtheater wieder zu Gast im NUTS. (Foto: Heel)

Ein schönes Kulturerlebnis nicht nur für Senioren bot die Aufführung des Korbtheater-Stücks »Die Reise«, mit dem Alfred Büttner in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS zu Gast war. Erneut zu Gast, um genau zu sein, denn »Die Reise« war die Fortsetzung seines Stücks »Es ist nie zu spät«, mit dem er vor einem Jahr im NUTS war und das gezeigt hatte, wie sich Robert, ein ehemaliger Operettensänger, und Mathilde, eine »einfache Hausfrau«, in einem Seniorenheim kennen und lieben gelernt haben.


Aber weil man auch mit über 70 noch Träume haben kann, haben die zwei jetzt trotz mancherlei Bedenken die Koffer gepackt, um Urlaub vom Alltag des Seniorenheims zu nehmen. Zwei Wochen quer durch Europa, dieses Reiseabenteuer wollen sie wagen. Neugierig und mit freudigem Herzklopfen steigen sie in den Zug, mit Paris, Rom und Wien auf ihrem Fahrplan.

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Anhand von sieben Szenen, liebevoll eingerichtet und mit lebensnahen Dialogen versehen, können wir die Reise der zwei verfolgen, wobei neben ihren Befindlichkeiten auch diverse Begegnungen abgehandelt werden.

So lernen sie in Paris Wilfried kennen, der mit einem Reisebus unterwegs ist und sich deswegen auf der sicheren Seite wähnt, wo ihm nichts passieren könne. Und der ganz erstaunt darüber ist, dass die zwei auf eigene Faust reisen. Worauf Mathilde meint »Es soll doch was passieren!« Ganz anders reagiert eine Abiturientin, die mit einem Interrail-Ticket unterwegs ist und voller Bewunderung für Robert und Mathilde ist, die es noch mal »gepackt haben«.

Und wenn zu guter Letzt Robert und Mathilde in Wien einem Mädel, das aus einem Heim ausgerissen ist, beistehen und helfen, die Sache wieder in Ordnung zu bringen, ist dies ein schöner Beweis dafür, dass es eigentlich keine Rolle spielt, wie alt man ist. Hauptsache, man bleibt aktiv und kümmert sich. Kurz gesagt, ein Stück, das Mut macht, auch im Alter Neues zu wagen und Grenzen zu überschreiten. Seien wir also gespannt, wie es mit Robert und Mathilde weitergeht. Alfred Büttner hat jedenfalls zugesagt, dass er dranbleiben werde. Wolfgang Schweiger