weather-image
21°

Mit Anti-Zweitwohnungs-Satzung ein Vorbild für Bayern

3.8
3.8
Bildtext einblenden
Wohnen unterm Watzmann: Per Satzung will die Marktgemeinde weitere Zweitwohnungen verhindern. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Die Marktgemeinde Berchtesgaden ist Vorreiter im Kampf gegen Zweitwohnsitze. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend einstimmig eine Satzung erlassen, die zusätzliche Zweitwohnungen verhindern soll. Das Regelwerk soll als Mustersatzung bald bayernweit Verwendung finden.


»Momentan ist die Zahl der Zweitwohnungen noch erträglich«, sagte Marktbürgermeister Franz Rasp (CSU). Es sind gut 5  Prozent. »Mehr werden sollen es aber nicht. Wohnraum soll ganzjährig genutzt werden.« Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Baurechtler des Marktes, Markus Hölzl, mit der Unterstützung des ehemaligen Notars Dr. Hermann Amann eine Satzung erarbeitet, die bisher ihresgleichen sucht.

Anzeige

Offiziell heißt sie Satzung zur Sicherung der Zweckbestimmung von Gebieten mit Fremdenverkehrsfunktion. Die Satzung gilt demnach für bestimmte Bereiche ohne explizite touristische Bedeutung, zum Beispiel Gewerbegebiete, nicht. Auch Außenbereiche, wie beispielsweise Maria Gern, sind nicht betroffen.

»Das ist ein Schritt in die richtige Richtung«, betonte Dr. Bartl Wimmer (Grüne). Das sah auch Bartl Mittner (SPD) so. »Es wäre wünschenswert, dass alle Gemeinden im Talkessel eine solche Satzung erlassen«, sagte er. Sepp Wenig (FW) störte sich am negativ klingenden Begriff Fremdenverkehr. »Wir haben Tourismus und keinen Fremdenverkehr.« Dem stimmte Franz Rasp zu, betonte aber, das der Begriff so im Bundesbaugesetz stehe und deshalb verwendet werden müsse.

Wie der Bürgermeister weiter erläuterte, liege das Regelwerk bereits beim Bayerischen Gemeindetag. Christian Fischer