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Mit »Banditen-Galopp« ins neue Jahr

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Äußerst temperamentvoll dirigierte Elisabeth Fuchs das Neujahrskonzert. (Foto: Heel)

Eine bunte Mischung aus Evergreens, Musicalmelodien und Walzer stand auf dem Programm des Neujahrskonzerts, das die knapp 40-köpfige Philharmonie Salzburg unter der temperamentvollen Leitung von Elisabeth Fuchs im ausverkauften Saal des Traunreuter k1 gab.


Zum Auftakt erklang die Ouvertüre aus George Gershwins Musical »Girl Crazy«, gefolgt von »Summertime«, dem bekanntesten Titel aus seiner Oper »Porgy and Bess«. Eine Einladung zum Träumen, denn so sinnlich und klangschön gespielt, hört man die beiden Stücke nicht oft. Nach Ray Charles' unverwüstlichem »Hit the Road Jack« wurde man dann mit mitreißenden Rhythmen ins Chicago der 1920er Jahre entführt, genauer gesagt, ins gleichnamige Musical, bevor mit »My Way« einer der populärsten Evergreens erklang. Eigentlich ein französisches Chanson, das in der Bearbeitung von Paul Anka und gesungen von Frank Sinatra einst um die Welt ging.

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Mit einem ungewöhnlichen Akt wurde anschließend Louis Armstrongs »What a Wonderful World« aus dem Jahr 1968 eingeführt: Da trug einer der Musiker zunächst den Text vor, der von der Schönheit der Welt und von den Glücksmomenten im alltäglichen Leben erzählt und dazu gedacht war, einen Kontrapunkt zum zunehmend schlechter werdenden politischen Klima in den USA zu setzen. Mit »Hello, Dolly«, einem Stück aus dem gleichnamigen Musicalfilm und geschmückt mit einem grandiosen Posaunensolo, ging es dann schwungvoll in die Pause.

Klassisches Repertoire

Im zweiten Teil verließen sich die fantastisch musizierenden Philharmoniker dann auf ihr klassisches Repertoire, wie es auch in Wien zu Neujahr erklingt, standen Walzer, Polkas und Ouvertüren auf dem Programm, temporeich, dynamisch und kraftvoll gespielt. Beginnend mit der zündenden Ouvertüre aus Franz von Suppés Operette »Die schöne Galathée«, nahmen sie anschließend mit »Wiener Blut« und der Polka »Leichtes Blut« Kurs auf Johann Strauss, zu dessen Zugabenstück »Künstler-Quadrille«, geschrieben für einen Maskenball, Elisabeth Fuchs das Publikum fragte, wie viele Melodien darin wohl zusammengefasst seien. So genau wusste es niemand, aber bei insgesamt 13 rasch und geschickt angespielten Stücken bzw. Motiven, unter anderem von Mozart, Beethoven und Franz Schubert, auch für Kenner keine leichte Aufgabe.

Nach einem Zwischenspiel mit »Csárdás«, Vittorio Montis wohl bekanntester Komposition und von Mataj Haas an der Solovioline brillant interpretiert, ging es mit Strauss' Schnellpolka »Banditen-Galopp« dann in die Endrunde, bevor nach den Zugaben »Donauwalzer« und »Radetzkymarsch« bei stehenden Ovationen Schluss war mit »Swing and Waltz«, wie Elisabeth Fuchs das von ihr äußerst lebhaft dirigierte Konzert angekündigt hatte.

Wolfgang Schweiger