weather-image

Mit Biss für den Tourismus

Berchtesgaden - In kleiner Runde ist Dr. Hans Gugg vom Vorsitzenden des Kur- und Tourismusvereins Berchtesgaden, Werner Sliwa, geehrt und verabschiedet worden. Gugg war in den 80er- und 90er-Jahren Vorsitzender und hatte sich maßgeblich um die Belange des Vereins verdient gemacht. Als einer der Gründerväter hat sich der inzwischen 85-Jährige unter anderem dafür eingesetzt, dass es heutzutage Tourist-Informationen gibt.

Verabschiedung in gemütlichem Rahmen: Dr. Hans Gugg (M.), ab 1988 Vorsitzender des Kur- und Tourismusvereins und Gratulanten (v. l.): Bürgermeister Franz Rasp, Michael Drummer, der aktuelle Vorsitzende Werner Sliwa und Michael Brandner, ehemals Gemeinderat und Vorsitzender des Kur- und Tourismusvereins. Foto: Anzeiger/kp

»Dr. Gugg stand mir in meiner Zeit als Vorsitzender über Jahre beratend zur Seite«, sagte Sliwa. Auf eigenen Wunsch hin habe Gugg sich nun dafür entschieden, sich zurückzuziehen. Als Dank für Guggs unermüdlichen Einsatz in Sachen Tourismus überreichte ihm Sliwa ein kleines Geschenk. Gugg, der im Berufsleben als Zahnarzt tätig war, widmete sich ab 1988 zunehmend dem Tourismus. »Mir wurde das angetragen, ich ließ mir das durch den Kopf gehen und entschied mich, aktiv zu werden«, so Gugg.

Anzeige

Michael Brandner, ebenfalls lange Jahre Vorsitzender des Kur- und Tourismusvereins Berchtesgaden und ehemaliger Gemeinderat, dankte Gugg dafür, immer wieder die Initiative ergriffen zu haben. »Du hast viel Elan und Einsatz für den Fremdenverkehr und den Tourismus bewiesen«, so Brandner. Auch wenn Guggs Anliegen nicht immer auf Gehör trafen, bewiesen diese doch immer Substanz. Vor allem habe er immer das Wort ergriffen, wenn es an der Zeit war. »Ein Vorbild warst du mir in diesem Bereich«, sagte Brandner.

»Beliebt habe ich mich aber nicht immer gemacht«, erinnerte sich Gugg, der etwa auf eigene Kosten einen Plan erstellen ließ, um das Kongresshaus mit einer Touristen-Information zu versehen. Der Gegenwind damals sei stark gewesen: »Mir wurde gesagt, ich solle bei meinen Zähnen bleiben, den Tourismus anderen überlassen.« Doch alle Kritik half nichts. Gugg zog sein Ding durch. Die alten Pläne für das Kongresshaus überreichte er während der Feierstunde Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp, der diese gerne für das Marktarchiv entgegennahm. Rasp sagte, dass für ihn dieses Treffen ein Ausflug in die Historie sei. »Als Dr. Gugg aktiv war, war ich gerade in der neunten Klasse.«

Interessant sei die Tatsache, dass der aktuelle Entwurf des Kongresshauses, das in absehbarer Zeit umgebaut werden soll, auf den Ideen Guggs aufbaue. Rasp: »Die Lösung im Kongresshaus war immer als Kompromiss gedacht.« Im nun vorliegenden Konzept, das im Zuge der Neugestaltung entstanden ist, wird die Tourist-Information in einer deutlich größeren Form im Vergleich zur einstigen Planung umgesetzt werden. Die Aufgaben eines Verkehrsbüros, so wie es damals genannt wurde, hätten sich deutlich gewandelt, so Rasp. Stand früher insbesondere die Zimmervermittlung im Ort im Vordergrund, sei es nun die Aufgabe, dass die Gemeinden auch untereinander ein touristisches Netzwerk bildeten. »Die Kooperation der Tourist-Informationen wird immer wichtiger«, weiß Rasp. kp