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Mit dem Fernbus in die Ferien

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Um die Reisekasse zu schonen, scheinen Fernbusse prädestiniert. Sie befördern Touristen für wenig Geld sowohl in deutsche Metropolen als auch ins europäische Ausland. Egal ob Berlin, Prag oder Venedig. Trotz der Ersparnis muss die Fahrt mit dem Bus nicht immer die beste Wahl sein.


Das Streckennetz der Fernbusunternehmen breitet sich aus. Während zu Beginn nur wenige Großstädte angefahren wurden, lassen sich inzwischen sogar die deutsche Provinz, beliebte Ferienregionen wie der Bodensee sowie eine Vielzahl europäischer Metropolen ansteuern. Platzhirsch Flixbus verbindet derzeit rund 1.200 Ziele in 22 Ländern. Für die bevorstehenden Sommerferien 2017 ist das Angebot an erreichbaren Reisezielen enorm. Innerhalb Kroatiens, einem Land das sich zunehmender Beliebtheit unter Deutschen erfreut, gelangt die Fernbus-Kundschaft beispielsweise nach Dalmatien, Istrien oder bis zur südlichen „Perle der Adria“, Dubrovnik. Gleichzeitig erreichen Fahrgäste spanische sowie viele italienische Standorte, um einen entspannten Strandurlaub zu verbringen. Doch nicht nur ans Meer geht es via Bus. Auch Seen, wie der Gardasee oder der Balaton in Ungarn stehen auf dem Fahrplan. Wen es eher in den Norden zieht, ist mit Schweden, Norwegen oder Dänemark bestens beraten. Gleichermaßen fündig werden Städtereisende.

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Preisvorteil Fernbus: Flexibilität lohnt sich

Der größte Vorteil für Fernbus-Reisende ist der Preis. Eine Fahrt von Bad Reichenhall nach München kostet je nach Anbieter beispielsweise unter zehn Euro. Von München in die kroatische Hauptstadt Zagreb reisen Fahrgäste je nach Reisetag und genauen Fahrzeiten für rund 25 Euro. Für eine Fahrt nach Venedig müssen je nach deutscher Haltestelle mindestens 25 Euro kalkuliert werden. Doch die Preisschwankungen sind immens. Abhängig von Wochentag, Fahrzeit, Ziel und Buchungstag ergeben sich markante Unterschiede beim Ticketpreis. Am größten ist das Sparpotenzial für Frühbucher, welche ihre Fahrkarten bis zu acht Wochen vor Abfahrt online kaufen. „Praktischer Nebeneffekt des Online-Tickets: Je weniger Reisende ihr Ticket erst noch vorne beim Fahrer erwerben müssen, desto schneller kann die Fahrt losgehen“, erklärt RTL Next im Ratgeber für Busreisende.

Beim Marktführer Flixbus wird mit begrenzten Sparpreiskontingenten gearbeitet. Sind die günstigsten Tickets verkauft und die Busse fast voll, müssen Touristen für die letzten Sitzplätze oft mehr bezahlen. Daher ist es ratsam den Ticketkauf nicht bis zum Abreisetag hinauszuzögern. Zudem sind Urlauber gut beraten einen Preisvergleich zwischen Fernbusanbietern durchzuführen, um die jeweils günstigste Fahrkarte zu ergattern. Neben Flixbus bringen unter anderem Eurolines und DeinBus Dynamik in den Preiskampf. Mit der Reiseplattform GoEuro lässt sich online ein Fernbus-Vergleich für deutsche und europäische Ziele durchführen und ergänzend prüfen, ob die Reise mit der Bahn womöglich vorteilhaft wäre. Derartige Portale erlauben es komfortabel die jeweils günstigste Verbindung für das gewünschte Ferienziel zu ermitteln. Da die Deutsche Bahn im Sommer 2017 Sonderaktionen präsentiert, ist der Blick auf alternative Bahntickets generell empfehlenswert.

Zusätzlich zu den preiswerten Tickets, die das Fernbusnetz hergibt, profitieren zeitlich flexible Urlauber. Der Grund: Wer hinsichtlich der An- und Abreisetage flexibel ist und kein Problem mit langen Fahrtzeiten hat, kann gegenüber Direktverbindungen an stark frequentierten Tagen nochmals sparen. Besonders teuer sind Fahrkaten in der Regel an Wochenenden, Feiertagen und Brückentagen.

Grundsätzlich ist im Vergleich zur Bahn häufig mit deutlich weniger Verbindungen zu rechnen. Während Züge viele populäre Ziele nahezu stündlich anfahren, sind Fernbusnutzer erheblich eingeschränkter. Im Gegensatz dazu müssen sie seltener bis gar nicht umsteigen, was sich mit der Bahn wiederum nicht immer realisieren lässt. Hier ist der Zugwechsel oftmals unumgänglich.

 

Komfort, Staus und Gepäck

Beim Komfort hat die Fernbusbranche aufgeholt. Kostenloses WLAN, Steckdosen, Mediathek und Snacks sind in vielen Fahrzeugen längst Standard. Flixbus ist mit 83 Zentimetern Beinfreiheit beim Sitzkomfort führend. Eine Toilette ist in jedem Fernbus integriert. Ob eine Klimaanlage Teil der Ausstattung ist, sollten Touristen vorab klären, weil dieser Komfort nicht selbstverständlich ist. Gleiches gilt für kostenloses WLAN. Zu wünschen übrig lassen die Annehmlichkeiten für Rollstuhlfahrer und Schwerbehinderte. Die Zahl der Fernbusse mit Rollstuhlplätzen ist bislang gering.

Darüber hinaus müssen Urlauber das Staurisiko bei Fernbusreisen einkalkulieren. Zwar genießen Fahrgäste den Luxus nicht selbst ans Steuer zu müssen, doch stundenlange Staus kann der Fernbusfahrer nicht überall umgehen. Um die Stauwahrscheinlichkeit zu minimieren, stehen für einige Routen Nachtbusse bereit. Sie fahren, wenn viele andere schlafen und gehen dem Ansturm auf Autobahnen und Grenzen aus dem Weg.

Beim Großteil der Fernbusreisen sind Handgepäck und ein weiteres Gepäckstück im Ticketpreis inbegriffen. Zur Vermeidung von Zusatzkosten sind die individuellen Gepäckbedingungen sorgfältig zu lesen. Hier können sich Abweichungen ergeben. Für zusätzliche Koffer ist mit einem Aufpreis zu rechnen. Das Mitführen von Fahrrädern ist nicht auf jeder Route realisierbar und kostet ebenfalls extra. Das Radreise-Magazin Radtouren gibt Tipps zum Bustransport des Drahtesels und stellt die Anbieter gegenüber. (agm)

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Foto: marsjo unter /pixabay.com/: freie kommerzielle Nut