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Mit dem Miet-Koch geht das Gourmet-Menü daheim ganz einfach

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Der Koch kauft ein
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Ein Mietkoch kauft meist alle Zutaten frisch ein und bereitet sie dann in der heimischen Küche zu. Foto: Christin Klose Foto: dpa
Frisch serviert
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Anders als ein Caterer kocht ein Mietkoch frisch vor Ort und kann spontan auf Wünsche oder Unverträglichkeiten der Kunden eingehen. Foto: Christin Klose Foto: dpa
Crème brûlée
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Der Mietkoch zaubert auf Wunsch Köstlichkeiten wie diese Crème brûlée für seine Kunden. Foto: Christin Klose Foto: dpa
Der Mietkoch
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Vorab alles genau absprechen: Der Mietkoch muss wissen, wie die Küche ausgestattet ist, wann er kochen und servieren soll und ob es Unverträglichkeiten gibt. Foto: Christin Klose Foto: dpa
Der Koch für zuhause
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Die Gäste können zuschauen: Bei Interesse informieren die Köche oft auch über die Zutaten und deren Herkunft und geben Tipps zur Zubereitung. Foto: Christin Klose Foto: dpa

Lust auf gehobene Küche, aber keine Lust selber zu kochen? Eine Alternative zum Restaurantbesuch oder zum Lieferservice ist ein Mietkoch. Der Profi serviert ein exklusives Menü nach individuellem Geschmack und Geldbeutel in den eigenen vier Wänden.


Köln (dpa/tmn) – Das Prinzip ist einfach: Gemeinsam mit dem Koch entscheidet sich der Gastgeber für ein maßgeschneidertes Menü. Der Mietkoch kauft alle Zutaten frisch ein, bereitet diese in der Auftraggeber-Küche zu, kocht, serviert und hinterlässt am Schluss eine saubere Küche. Der Gastgeber kümmert sich um ein schönes Ambiente und die Getränke.

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Als kulinarisches Verwöhnprogramm bezeichnet Carmen Gerecht solch ein Erlebnis: »Man kann es sich zu Hause einrichten, wie man möchte - Tischdekoration, Licht, Musik -, und man ist unter sich. Es ist einfach entspannter in den eigenen vier Wänden. Außerdem kann man seinen Lieblingswein zum Menü genießen.«

Edles Menü im Wohnzimmer

Die Saarländerin hat sich privat schon mehrmals von Mietkoch Thomas Nils Bastuck bekochen lassen. Es gab beim letzten Mal vorweg eine Consomée vom Rind mit Julienne-Gemüse, Étoiles und Markklößchen, als Hauptgang wurden Medaillons vom Schweinefilet an Café-de-Paris-Butter mit tomatierten Spaghetti und Kräuter-Sellerie serviert, und als Dessert gab es eine helle Mousse au Chocolat an Fruchtspiegel.

Thomas Nils Bastuck, der seit zehn Jahren im Saarland als privater Mietkoch unterwegs ist, serviert seinen Kunden klassische französische Haute Cuisine, zu der er noch ein bisschen was dazu interpretiert, wie er sagt. »Es will keiner Rahmschnitzel haben, wenn er sich bekochen lässt. Die Kunden wollen dann schon etwas Besonderes, etwas, das sie sich selbst nicht zutrauen«, sagt der Koch. »Und da ich genau weiß, dass ich meine Zutaten auch verkaufe, kann ich Dinge anbieten, die vielleicht auch mal etwas teurer sind und die es im Restaurant nicht gibt.« Anders als ein Caterer koche ein Mietkoch frisch vor Ort, und anders als im Restaurant könne er individuell auf Wünsche oder Unverträglichkeiten der Gäste eingehen.

Koch mit Sterne-Erfahrung

Ähnlich beschreibt es der Privatkoch Stéphane Suarez aus Köln: Unter dem Motto »Zu Hause genießen wie im Gourmet-Restaurant« biete er fantasievolle Sterneküche auf Basis der französischen Haute Cuisine an. Der gebürtige Franzose weiß, wovon er spricht, er hat in zahlreichen französischen Sterne-Küchen gearbeitet.

»Es bietet sich an, einen Mietkoch zu buchen, wenn man in privater Atmosphäre zu Hause ein ganz besonderes Event in Verbindung mit Haute Cuisine-Genuss erleben möchte«, sagt Suarez. »Das lohnt sich besonders für junge Eltern, die sich einen besonderen Genuss wünschen, aber das Haus noch nicht gut verlassen können, oder auch für ältere Leute, die nicht mehr so mobil sind.« Es lohne sich auch für Menschen, die wenig Infrastruktur in unmittelbarer Nähe haben und nicht so einfach auf hochwertige Gastronomie zurückgreifen können. Beliebt sei das Konzept auch, wenn sich die weit verstreute Familie mal wieder in privater Atmosphäre entspannt und gemütlich treffen will.

Preis hängt von Anzahl der Gäste ab

Die Preise für einen Mietkoch sind so unterschiedlich wie im Restaurant auch. Carmen Gerecht hat für ihr Drei-Gänge-Menü für zwei Personen insgesamt 110 Euro bezahlt und liegt damit am unteren Ende der Preisspanne. Der Preis für ein Menü hängt von der Personenzahl ab, von der Anzahl der Gänge, den gewünschten Gerichten sowie den verwendeten Zutaten und auch von der Region, in der gekocht wird.

In der Regel sind im Preis folgende Leistungen enthalten: die Planung des Menüs, der Einkauf, die Zutaten, exklusive Getränke, die Vorbereitung der Speisen, die Arbeitszeit, das Servieren und die anschließende Reinigung der Küche. Bei Interesse geben die Köche auch Hintergrundinformationen zu den Zutaten und ihrer Herkunft, lassen sich von den Gästen über die Schulter schauen und erläutern begleitende Weine. Für viele Kunden mache auch das den besonderen Reiz dieses Erlebnisses aus.

Beim Preis sollten Gastgeber unbedingt darauf achten, dass alle Kosten aufgeführt sind und ein Gesamtbetrag ausgewiesen ist. Überhaupt sei das wichtigste, so die Köche, solch ein Event gut abzusprechen. Dazu gehören zum Beispiel auch Informationen darüber, wie die eigene Küche ausgestattet ist, wann gekocht und wann serviert werden soll, oder ob auf Unverträglichkeiten Rücksicht genommen werden muss.

Das Geschäft läuft gut

Trotz der stolzen Preise scheint die Nachfrage zu steigen. Die Zahl der Aufträge nehme zu, sagen Stéphane Suarez und Thomas Nils Bastuck.

Gefragt sei das Angebot allerdings eher in Großstädten oder Ballungszentren, und es funktioniere nur für die gehobene Küche, vermutet Jörg Linden vom Verband deutscher Köche. Offizielle Zahlen gibt es keine. Auf der Internetseite www.koch-fuer-zuhause.de sind zum Beispiel rund 200 Köche in 38 Städten gelistet.

Das Unternehmen »Kitchennerds« vermittelt private Mietköche in Hamburg, Berlin und München. »Das Angebot wird sehr gut angenommen. Als weitere Region ist aktuell der Raum Köln/Bonn angedacht«, sagt Geschäftsführerin Sandra Roggow. Bei Nachfrage und Buchungszahlen sei ein steigender Trend erkennbar.