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Mit der Digitalisierung Schritt halten

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Die Kooperationspartner der Chiemgauer Medienwochen 2018, wie das BayernLab, die Traunsteiner Stadtbücherei und die Caritas, informierten bei der Eröffnungsveranstaltung im k1 über ihre Angebote.

Traunreut – Mit der Digitalisierung Schritt halten. Vor dieser Herausforderung stehen der Staat, die Wirtschaft und die Gesellschaft, so die stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber. Sie eröffnete die Chiemgauer Medienwochen 2018 im k1.


Die Veranstaltungsreihe führt der Landkreis Traunstein gemeinsam mit Q3, dem Quartier für Medien, Bildung und Abenteuer, zum zweiten Mal durch. »Die Digitalisierung verändert unser Leben in vielen Bereichen«, so Schmidhuber. Mit den Medienwochen wolle der Landkreis aufzeigen, welche digitalen Kompetenzen nötig sind, um die Chancen der Arbeitswelt in Zukunft nutzen zu können. »Nutzt die Möglichkeiten«, appellierte die stellvertretende Landrätin an die 100 Zuhörer. »Das ist der maßgebliche Schlüsselfaktor für die Zukunftsfähigkeit unserer Region.«

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Eine ganze Reihe an Kooperationspartnern beteiligen sich an den Chiemgauer Medienwochen, sodass bis 23. März 38 Veranstaltungen angeboten werden können (Diese sind auf der Homepage der Medientage veröffentlicht). »Ihr tragt enorm dazu bei, dass dieses Thema in der Öffentlichkeit publik gemacht wird«, betonte Q3-Geschäftsführer Danilo Dietsch. Er unterstütze die Forderung der künftigen Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, Programmieren ebenso wie Schreiben und Rechnen an Schulen zu lehren, so Dietsch. »Aber nur mit Forderungen kommen wir nicht weiter. Wir brauchen auch entsprechende Konzepte sowie Fort- und Weiterbildung.« Die Digitalisierung erfordere außerdem professionelle, medienpädagogische Unterstützung. Mit den Chiemgauer Medienwochen wolle man dazu beitragen. »Die Veranstaltungen sind für Kinder und Jugendliche genauso wie für Erwachsene konzipiert. Sie alle zielen auf den Ausbau der Medienkompetenz ab und schulen die Teilnehmer in Sachen moderne Kommunikation.«

»Da besteht Nachholbedarf«

Zum Auftakt luden die Stadt Traunreut und das Jugendzentrum »Szenit« in den großen Saal des k1. Der Hausherr, Bürgermeister Klaus Ritter, sprach mit Begeisterung von der Traunreut-App, die im vorigen Jahr vom P-Seminar des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums entwickelt wurde. »Wenn die jungen Leute schon anfangen, neue Medien in die Wirtschaft und in den Handel zu bringen, bedeutet das, dass da Nachholbedarf besteht«, so der Bürgermeister.

Moderatorin Evi Dettl von Radio Buh stellte den Anwesenden einige Höhepunkte des Programms der Chiemgauer Medienwochen 2018 vor. So drehen sich mehrere Schülerworkshops um Film, 3D-Druck und Programmierung. Eine große Rolle wird das Medium Radio spielen: »In Traunstein findet erstmals der Schulradiotag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) statt. Wir können jetzt schon sagen, dass der Schulradiotag ein großer Erfolg sein wird, weil sich so viele Schulen angemeldet haben, dass wir gar nicht allen zusagen konnten«, so Dettl. Erfreulich sei, dass die BLM den Schulradiotag im Zuge der Chiemgauer Medienwochen erstmals im ländlichen Gebiet durchführt. »Bisher hat es diese Veranstaltung nur in großen Städten wie zum Beispiel München gegeben.«

Technische Neuerungen und künstliche Intelligenz

Dabei bringt die Digitalisierung dem ländlichen Raum mehr Chancen als in Ballungsräumen. Der Überzeugung ist Jim Sengl vom MedienNetzwerk Bayern. Die Initiative zur Stärkung des Medienstandorts Bayern gehören der Freistaat Bayern, die Bayerische Landeszentrale für neue Medien, der Bayerische Rundfunk, der FilmFernsehFonds Bayern, der MedienCampus Bayern und die vbw-Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft an. In seinem Vortrag schilderte er zum einen technische Neuerungen und was mit künstlicher Intelligenz mittlerweile möglich sei. Er zählte auch erfolgreiche Unternehmen auf, die dank der Digitalisierung überhaupt erst gegründet wurden. Sengl zufolge entfalle in vielen Bereichen dank der Breitbandversorgung die Anwesenheit im Büro. Das mache Berufstätigen, die mit Daten zu tun haben, möglich, daheim zu arbeiten. »Wegen der höheren Lebensqualität werden in Zukunft noch viel mehr Leute aufs Land ziehen«, prophezeit Sengl. Fotografen, Grafiker, Designer, Programmierer seien erst der Anfang.

»Alle Kommunen sind im Förderverfahren«

97 Prozent der bayerischen Kommunen seien schon im Förderprogramm des Freistaats Bayern, so Sengl. »In Traunstein sind alle Kommunen im Förderverfahren. Hier wurde erkannt, was für ein Potenzial in der Digitalisierung steckt. Es gibt kein Argument, das zu verschlafen.« Allerdings gebe es beim Ausbau der Infrastruktur noch viel zu tun. »Es sind erst 62 Prozent mit über 100 MBit versorgt. Und die letzten Prozente werden die Schwierigsten.« fb

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