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Mit der Kraft von sieben Stimmen

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Die Begleitband sind die Stimmen der sieben Sänger, die eine großartige Vorstellung im Traunreuter k1 ablieferten. (Foto: Heel)

Auf ein einzigartiges Musikerlebnis können die zahlreichen Zuschauer zurückblicken, die zum Auftritt der Band »Naturally 7« ins Traunreuter k1 gekommen waren.


Denn die sieben Afroamerikaner aus den USA singen zwar A cappella, sind aber mit Gruppen dieses Genres kaum vergleichbar, einfach deswegen, weil sie ihre eigene Begleitband mitbringen, versteckt in ihren Mündern und Kehlen. Und diese Band beherrscht so ziemlich jedes Instrument, ob Schlagzeug, Bass, Gitarre, Mundharmonika oder Trompete. »Vocal Play« nennen die Sänger das, und erzeugen damit die Klangwelt einer ausgewachsenen Rockband, so komplex wie innovativ.

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Entsprechend berauschend fiel ihr Konzert im vollbesetzten Saal des k1 aus, wo sie ein weihnachtlich gestimmtes, von Wärme und Herzlichkeit getragenes Programm aus Pop, Rock und Soul präsentiert haben, angefangen mit einer berückend intensiven Version von Phil Collins’ »Feel It (In the Air Tonight)«. Mit Stücken wie »Jericho-(Break These Walls)« ging es dann flott und wendungsreich voran in Richtung Soul und Gospel, wobei die sieben Stimmakrobaten ständig in Bewegung waren und sich neu formierten. So kam auch optisch keine Langeweile auf. Elysisch schön und ein erster Höhepunkt war schließlich George Harrisons »While My Guitar Gently Weeps« inklusive stimmlich erzeugtem Gitarrensolo.

Zwischendurch glänzte Bandleader Roger Thomas (Arrangeur, 1. Bariton und Rapper) auch als Entertainer, der mit Witz und Charme durch den Abend führte, wie überhaupt der Kontakt zum Publikum groß geschrieben wurde. So fragte er, wer im Dezember Geburtstag habe (einige), schwärmte von New York und bekannte sich als Weihnachts- und Winterfan, zum Ausdruck gebracht durch zwei unvergängliche Songs, die erstmals in der Version von Bing Crosby um die Welt gingen: »White Chistmas« und »Do You Hear What I Hear?« Auch die nächste Ballade »Going Home« verriet einiges über das Privatleben der sieben Musiker, die inzwischen weit über Nordamerika verstreut leben. Gegründet wurde die Band Ende der neunziger Jahre in New York, wo die in Manchester/England geborenen Brüder Roger und Warren Thomas (Percussion, 3. Tenor, Klarinette und Gitarre) aufgewachsen sind. Nur passend also, dass sie zum Finale und als zweiten Höhepunkt eine atemberaubende Version von Stings »Englishman in New York« zum Besten gaben. Kurzum, akustischer Hochgenuss und ein Konzert der Superlative, gefeiert mit stehenden Ovationen. Wolfgang Schweiger