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Ausstellung im »Bürger-Eck« am Gründonnerstag und Karfreitag geöffnet – Andrang auf Namibia-Abend von Maria Eisl

Mit Foto-Erwerb Kindern in Namibia helfen

Teisendorf – Seine leibliche Mutter hat Jamie (6) nach der Geburt einfach im Krankenhaus zurückgelassen. Kurze Zeit später wurde er von einer einheimischen Familie adoptiert. Als diese merkte, dass er sich nicht »normal« entwickelt, weil der das Down-Syndrom hat, gab sie ihn wieder im Krankenhaus ab. Vor fünfeinhalb Jahren nahm ihn seine jetzige Familie liebevoll auf. Jamie hatte Glück: Er hätte auch als Baby im Straßengraben verenden können. Dieser erschütternde Weg eines namibischen Buben ist eine der Geschichten hinter den derzeit im »Bürger-Eck« (ehemaliges Modehaus Fuchs) ausgestellten Fotografien von Markus Lang.

Das Schwarzweiß-Foto von Jamie ist eine der ausdrucksstarken Fotografien von Markus Lang in der aktuellen Ausstellung im »Bürger-Eck«. (Repro: Mergenthal)

Zu sehen ist die Fotoausstellung am Gründonnerstag von 9.30 bis 12 Uhr sowie am Karfreitag von 15 bis 18 Uhr. Eröffnet wurde die Ausstellung im Rahmen des gut besuchten Thementags »Von Teisendorf nach Namibia und zurück« von Maria Eisl im Pfarrsaal. Interessierte können die Bilder zugunsten der Namibia-Hilfe von Maria Eisl erwerben.

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2011 zum ersten Mal in Namibia

Die junge Teisendorferin, die »Internationale Soziale Arbeit« studiert, kam 2011 erstmals nach Namibia und arbeitete als Freiwillige in einem Kinderheim in der Hauptstadt Windhoek. Seither kehrte sie fünf Mal zurück, arbeitete bei diversen sozialen Projekten mit, unter anderem im Frühförderzentrum »Side by Side« für Kinder mit Behinderungen und organisiert dafür mit tatkräftiger Unterstützung der Teisendorfer Bevölkerung Spenden.

Diesmal wollte sie den Teisendorfer, wie sie betonte, mit der Namibia-Veranstaltung »etwas zurückgeben«, unterstützt von vielen Helfern. Die Frauen vom Eine-Welt-Laden servierten Kaffee und Kuchen, die ortsansässige Brauerei spendierte die Getränke und die Kinder konnten sich nachmittags unter anderem mit lustigen Basteleien die Zeit vertreiben.

Später stimmten der Gospelchor und der Jugendchor aus Teisendorf mit afrikanischen Liedern auf die Erzählungen von Maria Eisl ein. Zunächst erfuhren die Besucher wichtige Daten über das südwestafrikanische Land und erhielten mit Eisls Bildern einen lebendigen Eindruck vom Land.

Das Projekt »Side by side« sei von der Deutschen Sandra Hollweg und der in Namibia verheirateten Österreicherin Anita Nangombe gegründet worden. In Namibia werde Behinderung als Strafe Gottes betrachtet. Betroffene Kinder würden versteckt und deren Mütter oft von ihren Familien verstoßen. Auch die Aufklärung der Familien und die Schulung der Eltern in Alltagsdingen, etwa, wie sie mit ihrem Kind spielen können, sei den Initiatorinnen daher wichtig.

Mithilfe eines Films konnte man Anita Nangombe, mit der Eisl viel kooperiert, einen Tag lang begleiten, unter anderem zu dem 2013 gegründeten Farmprojekt. In Namibia wächst zwar viel, es wird jedoch fast alles exportiert, sodass wiederum importiert werden muss. Deshalb sind Gemüse und Obst sehr teuer. Über die Farm können sich Familien mit gesunden Lebensmitteln kostengünstig selbst versorgen. Die Waren sollen später auch zu fairen Preisen in Biomärkten angeboten werden.

Eisls treue Unterstützer Pius Wallner und Johann Widersperg (beide 11) erwirtschafteten mit selbst gemachten Osterbasteleien nach dem Vortrag etwa 200 Euro für Namibia.

Entstehung der Fotoreportage

Die Fotoreportage des Fotografen Markus Lang, der wie Anita Nangombe aus der Steiermark kommt, entstand bei einer etwas anderen Namibia-Reise im Oktober 2014. Er begleitete Nangombe im Township und wollte nicht das Leid der Bewohner zeigen, sondern neue positive Ansätze und Möglichkeiten in einem von vielen Widersprüchen und der Apartheid geprägten Land darstellen. Die Farb- und Schwarzweiß-Fotos ergänzte Nangombe durch ansprechende Texte.

Die Produktionskosten für die Bilder in Höhe von jeweils 55 Euro wurden durch Sponsoren finanziert. Der Erlös aus dem Verkauf der Fotografien kommt daher zu 100 Prozent dem Verein »Butterfly«, der hinter Nangombes Projekten steht, zugute. Wer ein Bild erwerben möchte, kann sich unter eisl-maria@gmx.de direkt an Maria Eisl wenden. vm