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Der EV Berchtesgaden besiegt den DEC Inzell mit 4:3 (2:1/0:2/2:0) – EVB-Goalie Stefan Quintus ist ein großer Rückhalt

Mit großer Moral und hohem Einsatz zum verdienten Erfolg

In Inzell noch knapp unterlegen, drehte der EV Berchtesgaden die Heimbegegnung gegen den DEC Inzell zu einem glücklichen und hart erkämpften 4:3-Sieg. Damit war wieder einmal bewiesen, dass im Sport nicht immer die bessere Mannschaft gewinnt. Denn nominell war der Gast aus der Eisschnelllauf-Hochburg besser aufgestellt. Doch dem hielt der EVB eine hohe Moral, große Kampfkraft und eine absolute taktische Disziplin entgegen.

Die Eishockeyspieler des EVB stemmten sich im heißen Match gegen den DEC Inzell mit aller Macht gegen eine Niederlage. Hier blockt gerade der junge Verteidiger Christoph Zern einen Gegenspieler ab. Nach spannenden 60 Minuten reiner Spielzeit stand der Sieg des EVB fest und der Jubel war groß. (Foto: Wechslinger)

Einmal mehr war Goalie Stefan Quintus ein großer Rückhalt. Er wird jedoch den EVB aus beruflichen Gründen nach der Saison Richtung Memmingen verlassen. Die Inzeller nahmen die Aufgabe in Berchtesgaden offensichtlich etwas zu leicht, während die EVB-Cracks immer an ihren Erfolg geglaubt haben. Dabei hatte der Inzeller Trainer Thomas Schwabl sein Team aus den Erkenntnissen des Hinspiels noch vor dem EVB gewarnt, aber dennoch fest drei Punkte auf dem Berchtesgadener Eis eingeplant. Jetzt könnten dem DEC Inzell am Ende diese Punkte fehlen, um einen der beiden ersten Plätze zu erreichen, die in die Play-Off-Runde führen.

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Vom ersten Bully an zeigte der EVB einen beherzten Kampf und deutete an, dieses Match nicht verlieren zu wollen. Nach verteilten Aktionen brachte Mannschaftsführer Vesti Brandner den EVB in der neunten Minute nach einem Inzeller Abspielfehler in Führung. Doch nur eine halbe Minute später egalisierte Inzell durch Thomas Plenk nach einem abgefälschten Weitschuss aus dem Slot den Rückstand. Berchtesgaden ließ jedoch nie locker, zeigte ein gutes Kombinationsspiel und Andi Bräuer schoss sein Team mit einem verdeckten Schuss aus dem Handgelenk in der 16. Minute neuerlich in Führung. So nahm der EVB den Vorsprung mit in die erste Drittelpause.

Im Mittelabschnitt glich Inzell durch Julian Meyer nicht nur aus, sondern Andi Wieser schoss seine Farben erstmals in Führung.

Spannendes letztes Drittel

Weitere Inzeller Treffer verhinderte EVB-Goalie Stefan Quintus, der sein Team mit Traumservices im Match gehalten hat. Trainer Andi Stöckl befürchtete schon einen höheren Rückstand. So musste beim 2:3-Rückstand des EVB der Schlussabschnitt die Entscheidung bringen.

Das dritte Drittel bot alles, was Eishockey so interessant macht. Inzell vergab einige gute Chancen, der EVB blieb somit im Spiel. Richard Kroll erzielte in der 48. Minute mit großer Übersicht den Ausgleich, womit das Match in der Folge »Spitz auf Knopf« stand. Beide Teams drängten jetzt auf den nächsten Treffer, den der EVB eigentlich in der 52. Minute hätte fix machen müssen. Wie schon zuletzt gegen München agierten die Berchtesgadener knapp eineinhalb Minuten lang mit fünf Spielern gegen drei Inzeller. Doch neuerlich gelang in dieser numerischen Überlegenheit nichts und fast hätte Inzell ein Break zum wohl entscheidenden Treffer genützt. Doch die Spieler des EVB hielten trotz der verpassten Möglichkeit an ihrer disziplinierten Marschroute fest und zeigten immer wieder gelungene Angriffe.

Lohn für den beherzten Kampf

Alle Spieler gaben ihr Letztes, was schließlich knapp zwei Minuten vor der Schlusssirene zum großen Erfolg führen sollte. Die Stadionuhr zeigte 58:17 Minuten, als der Toptechniker Christian Fegg der Inzeller Abwehr entwischte und dem Inzeller Keeper Peter Zeller die Scheibe in die Maschen haute. Jetzt spielten sich auf dem Eis unbeschreibliche Szenen ab, während die große neue EVB-Fahne von der Empore wie wild geschwenkt wurde. Berchtesgadens Coach Andi Stöckl nahm eine Auszeit und schwor sein Team für die letzten 57 Sekunden noch einmal neu ein. Die Gäste ersetzten daraufhin ihren Torhüter durch einen sechsten Feldspieler, um sich noch ins Penaltyschießen zu retten. Doch mit höchstem Einsatz verteidigte der EVB den knappen Vorsprung und hatte somit zum zweiten Mal in Folge einem Tabellenführer die Punkte abgeknöpft.

Mit diesem nicht erwarteten Erfolg bewies die Mannschaft des EVB, dass sie gegen jedes Team mithalten kann, vorausgesetzt die Einstellung und die taktische Disziplin stimmen. Es ist nur schade, dass die guten Spiele erst gegen Saisonende kommen, sonst wäre eine weit bessere Tabellenplatzierung möglich gewesen. Trainer Andi Stöckl lobte die gesamte Mannschaft und im Besonderen Torhüter Stefan Quintus, die Verteidiger Lukas Schnellinger und Stefan Giritzer sowie Johan Semberg, der sich immer besser ins Mannschaftsgefüge einpasst. Skorer: 1:0 (9.) Sylvester Brandner, 1:1 (10.) Thomas Plenk/ReneTödling/Thomas Scheck, 2:1 (16.) Andreas Bräuer/Christian Fegg/Justus Heim; 2:2 (35.) Julian Meyer/Matthias Meyer/Dominik Wallner; 2:3 (37.) Andi Wieser; 3:3 (48.) Richard Kroll, 4:3 (59.) Christian Fegg.

Strafminuten: EV Berchtesgaden 12, DEC Inzell 10 + 10 Disziplinarstrafe

EV Berchtesgaden: Stefan Quintus (Fabio Fürlinger); Stefan Giritzer, Lukas Schnellinger, Simon Kohl, Christoph Zern, Florian Schäfer, Anton Gadringer, Matthias Osterholzer, Sylvester Brandner, Christian Mamontow, Justus Heim, Richard Kroll, Robert Berreiter, Johan Semberg, Andreas Bräuer, Christian Fegg.

Die weiteren Ergebnisse in der Bezirksliga Gruppe 2: ESC Dorfen 1b – ESV Gebensbach 4:3, Münchner EK – EC Pfaffenhofen 1b 8:3.

Tabelle: 1. EHC Waldkraiburg 15 Spiele/35 Punkte, 2. DEC Inzell 15 /34, 3. EV Aich 13/34, 4. ESV Gebensbach 15/30, 5. EC Paffenhofen 14/24, 6. ESC Dorfen 16/20, 7. EV Berchtesgaden 14/16, 8. Münchner EK14/15, 9. ERSC Ottobrunn 14/12, 10. EHC Bad Aibling 14/2. cw