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Gut in Schwung waren zu einem guten Teil die Sportler des Stützpunkts Ruhpolding – so wie hier Dominic Schmuck (links) und Johannes Donhauser. (Foto: J. Müller)

Mit gutem Gefühl in die weitere Vorbereitung

Das hat Mut gemacht für den weiteren Verlauf der Saisonvorbereitung: Gut präsentiert hatten sich die Männer und Junioren des Stützpunkts Ruhpolding bei den Deutschen Biathlon-Meisterschaften in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena.


»Es hat sehr gut funktioniert. Bei den Herren hatten wir an allen drei Wettkampftagen mindestens drei unter den Top Sechs«, blickt Trainer Tobias Reiter zurück. Vor allem Philipp Nawrath (SK Nesselwang/1. verkürzter Einzellauf/2. Sprint und 2. Verfolgung), Matthias Dorfer (SV Marzoll/2., 5. und 3.) und Johannes Donhauser (SC Ruhpolding (4., 3. und 5.) hatten für Top-Ränge gesorgt, zudem mischte Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl/6., 7. und 7.) vorne mit. Wobei Kühn »schon ein Problem mit der Sonne und Wärme hat, er ist einfach ein hellerer Hauttyp«, bilanziert Reiter, »ansonsten waren die Wettkämpfe aber für den Großteil der Aktiven trotz der Wärme gut zu schaffen. Bei der Sommer-WM ein Jahr zuvor war es heißer«, findet er.

Der Oberwössner betreut am Stützpunkt gemeinsam mit Isidor Scheurl, Ralph Emonts und Niklas Kellerer die heimische Auswahl, bei der die Herren- und die Junioren-Gruppe zusammengelegt wurden. »Bei 14 Athleten haben wir da schon viel zu organisieren und müssen uns gut absprechen, aber die Athleten profitieren voneinander. Die Jüngeren lernen ohnehin viel von den Älteren, aber diese profitieren auch manchmal von den Jüngeren, weil die teilweise schon ordentlich Dampf machen.«

Das taten die Stützpunkt-Athleten bei der DM ebenso. Neben Dominic Schmuck (SC Schleching/10., 9. und 6.) waren auch Simon Groß (SC Ruhpolding/20., 18. und 22.) sowie Johan Werner (SC Aising-Pang/25., 28. und 28.) bei den Erwachsenen mit am Start.

Für Werner ist es die erste Saison bei den Erwachsenen, »dafür läuft die Vorbereitung bis jetzt gut«, freute er sich. Die Wettkämpfe seien ohnehin eher Teil eines Trainingsblocks, bei Einzellauf seien die letzten zwei Runden in der Mittagszeit unter anderem wegen der Wärme eine Herausforderung gewesen. Dennoch sei es gut, die Wettkämpfe »zu Hause bestreiten zu können. Da ist alles vertraut, die Wege sind kürzer, und man kann alles wie immer machen«, freute sich der 22-Jährige. Im Schießen habe er zunächst ein wenig »verlagert« gehabt, doch im zweiten Liegendschießen »hatte ich dann eine Null«, freute er sich. Ziel in der ersten Saison bei den Männern sei es, »das Training gut zu verkraften und im Winter die Form auf 100 Prozent zu bringen. Da schauen unsere Trainer sehr gut drauf, dass das für mich passt.«

Simon Groß (SC Ruhpolding/20., 18. und 22.) zeigte sich zwar läuferisch mit dem verkürzten Einzellauf (15 km) »nicht ganz zufrieden, aber das Schießen war okay.« Besonders, dass er beim zweiten Stehendschießen sogar fehlerfrei geblieben war, freute ihn. »Man kann aus jedem Rennen etwas Gutes mitnehmen«, bilanzierte er daher – und war zugleich froh um die Wettkampfpraxis.

Tobias Reiter freute sich zudem darüber, dass auch die Junioren sich gut gehalten hatten. So schaffte Leonhard Pfund (SC Bad Tölz/Stützpunkt) mit den Rängen 12, 8 und 10 sogar den Gesamtsieg bei den Junioren. Auch Linus Maier (WSV Aschau) habe sich gut gehalten. Elias Seidl (SC Ruhpolding) habe zwar bei der DM »ein bisschen Probleme« gehabt, »aber insgesamt ist er richtig gut drauf«, sieht Reiter beim 19-Jährigen gute Perspektiven für den Winter.

Auch seine Sportler aus dem Perspektivkader des Deutschen Skiverbands – neben dem erfahrenen Dominic Schmuck sind dies Fabian Kaskel (SC Todtnau), Hans Köllner (WSV Clausthal-Zellerfeld) und Benjamin Menz (SVM Tambach-Dietharz) - hätten »an einzelnen Tagen mal richtig gute Gesamtergebnisse oder gute Teilleistungen im Schießen oder im Laufen« gebracht, »aber das geht halt noch nicht so kontinuierlich, daran müssen wir im Herbst weiter arbeiten. Aber man sieht schon, dass sie es grundsätzlich können.«

Insgesamt seien die Titelkämpfe unter anderem dafür da, Rückschlüsse darauf ziehen zu können, wie man am besten weiterarbeiten solle. Weitere Hinweise für die heimischen Sportler dürfte die kommende Woche bieten, »denn da gibt es viele verschiedene Diagnostiken in Ruhpolding«, kündigt Reiter an.

Es folgt eine Woche in Obertilliach, im Oktober geht es zudem für einige Tage in die Skihalle nach Oberhof. Dies alles soll dazu dienen, dass die Sportler Anfang November möglichst gut in Form sind – denn dann stehen die Qualifikationsrennen für die internationalen Einsätze an. who