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Mit kurzen Hosen bei Wintereinbruch: Brite (29) stürzt am Kehlstein 100 Meter tief ab

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Berchtesgaden: Schwerer Bergunfall auf Kehlstein-Nordseite – 100-Meter-Absturz über felsdurchsetzte Rinne
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Foto: BRK BGL

Berchtesgaden – Bei einem 100-Meter-Absturz über eine felsdurchsetzte Rinne hat sich am Montagabend auf der Kehlstein-Nordseite ein 29-jähriger Brite nahezu am ganzen Körper schwer verletzt. Zusammen mit einer Hubschrauber-Besatzung haben Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden den jungen Engländer von der Unfallstelle ausgeflogen.


Als gegen 16.25 Uhr der Notruf einging, mussten Leitstelle und Einsatzleiter zunächst herausfinden, wo genau sich die Gruppe befindet. Die Retter haben zunächst vermutet, dass der Unfall am Mannlgrat passiert sei. Wegen des dichten Nebels mit Sichtweiten von nur wenigen Metern war ein Flug mit dem Helikopter zu dieser Zeit noch unmöglich.

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Dem Einsatzleiter gelang es dann im Telefonat durch gezielte Fragen herauszufinden, wo sich die Urlauber befinden, da eine Ortung des Handys und eine Abfrage von Koordinaten zuvor nicht funktioniert hatten. Der Anrufer konnte dann ein Foto schicken, auf dem mit guten Ortskenntnissen der Blick in Richtung Roßfeldstraße zu sehen und ein Stück der Forststraße zu erkennen war.

Die Bergretter konnten die Gruppe dann kurz nach 17 Uhr mit dem Fernglas im Bereich eines Steigs auf der Kehlstein-Nordseite in rund 1400 bis 1500 Metern Höhe sehen und schickten vom Ofner Boden aus drei Retter mit Ausrüstung zu Fuß los, darunter auch den Berchtesgadener Bergwacht-Notarzt.

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Foto: BRK BGL

Gleichzeitig versuchte die Besatzung von »Christoph 14« trotz des schlechten Wetters von Traunstein aus zum Kehlstein durchzukommen. Der Pilot konnte die zum Glück nebelfreie Einsatzstelle dann anfliegen und ließ einen Notarzt und einen Berchtesgadener Bergretter im Schwebeflug über die Kufe am Hang aussteigen.

In der Zwischenzeit war auch die Fußmannschaft eingetroffen und die insgesamt fünf Retter versorgten den schwer verletzten 29-Jährigen. Der junge Engeländer hatte sich am Oberschenkel, am Kopf und an den Füßen verletzt. Gute 20 Minuten später holte der Pilot den liegenden Patienten zusammen mit dem Arzt am kurzen Tau ab, flog ihn zum Holzlagerplatz am Ofner Boden aus und dann im Helikopter direkt weiter zum Klinikum Traunstein.

Die vier Bergretter brachten den Ersthelfer, der zum Verletzten abgestiegen war und die beiden weiteren Mitglieder der britischen Gruppe, die weiter nach oben gegangen waren, auf den Steig zurück. Dazu mussten die Urlauber abgeseilt werden. Den drei weiteren Männern war nichts passiert, außer dass sie aufgrund ihrer leichten Bekleidung im Regen froren. Fünf Rettungskräfte der Bergwacht waren bis 19 Uhr im Einsatz.

Die vier Briten um die 30 Jahre waren von ihrem Camping-Bus in Hintereck trotz des schlechten Wetters und des frühen Winter-Einbruchs zu Fuß in kurzen Hosen und mit Turnschuhen auf den Kehlstein losgegangen, hatten dann aber wegen des Schnees und des rutschigen Untergrunds größere Probleme, voranzukommen und sich zu orientieren. Der 29-Jährige war dann unglücklicherweise sogar abgestürzt.

red/BRK BGL