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Josef Helminger, Vorsitzender der Alpenmilch EG, ließ die 50-jährige Geschichte der Milcherzeugergemeinschaft Revue passieren. Foto: A. Albrecht

Mit Protest von Bauern fing in Oberbayern alles an – 50 Jahre für Alpenmilch EG Chiemgau und Rupertiwinkel

Palling – Es waren bewegte 50 Jahre, auf die die Alpenmilch EG Chiemgau und Rupertiwinkel bei ihrem Jubiläum in Palling zurückblicken konnte. Dazu waren Milchbauern aus dem gesamten Einzugsgebiet der Milcherzeugergemeinschaft gekommen. Zur Feier begrüßen konnte Vorsitzender Josef Helminger zudem Vertreter aus der Milchbranche und den Gemeinden aus dem Gebiet der EG.


Der stellvertretende Landrat des Berchtesgadener Landes Helmut Fürle, gratulierte der Alpenmilch EG zur Gründung vor 50 Jahren. Die damalige Milcherzeugergemeinschaft Traunstein-Laufen, die 2016 in Alpenmilch EG umbenannt wurde, habe sich von Beginn an als starke Gemeinschaft gezeigt. So hätten die 613 Mitglieder im Jahr 2021 fast 200 Millionen Tonnen Milch hauptsächlich an die Molkerei Bergader in Waging, aber auch an Meggle in Wasserburg sowie in kleinerem Umfang an Jäger in Haag, an die Andechser Molkerei Scheitz und die Allgäuer Hofmilch geliefert. Sicher ein gutes Resultat für die Mitglieder, die zumeist in den nördlichen Gemeinden des Berchtesgadener Lands Saaldorf-Surheim, Laufen und Teisendorf ansässig sind, sowie im gesamten Landkreis Traunstein. Die Mitglieder aus diesen Gebieten vertrauten der Milcherzeugergemeinschaft, mit den Molkereien einen guten Preis für ihre Milch auszuhandeln.

Die Bauern hätten, besonders während der vergangenen 15 Jahre, viele neue Ställe – davon etwa 99 Prozent Laufställe – gebaut. Zudem seien diese zumeist mit Melkrobotern ausgerüstet, was die Arbeit zwar sehr erleichtere und für mehr Tierwohl gesorgt habe, aber auch eine immense finanzielle Belastung mit sich gebracht habe, so Fürle. Insgesamt könne aber gesagt werden, sowohl den Menschen als auch den Tieren gehe es dadurch besser, wobei die momentan höheren Milchpreise und staatlichen Förderungen eine Rolle spielten.

Der Geschäftsführer der »Bayern MeG«, Markus Seemüller, ging detailliert auf die Entstehungsgeschichte der Erzeugergemeinschaften und damit auch der Alpenmilch EG ein. Er berichtete über eine Molkerei im Landkreis Mühldorf, die für die Milch der Bauern nur am untersten Minimum des Richtpreises gezahlt, dabei aber hohe Gewinne erzielt hatte. Der Protest der betroffenen Bauern mündete schließlich in der Gründung der ersten Erzeugergemeinschaft in Oberbayern am 15. Dezember 1971.

Die Bauern und der Bayerische Bauernverband (BBV) hätten damals erkannt, dass der Weg zu einem dauerhaft gerechteren Milchpreis für die Landwirte der Zusammenschluss in Erzeugergemeinschaften, sogenannten »MeGs«, sei. Über mehrere Jahre seien danach weitere Gründungen erfolgt, darunter die der damaligen »Milcherzeugergemeinschaft Traunstein-Laufen« mit 170 Bauern. Drei Jahre später habe es durch die MeG Traunstein-Laufen erste erfolgreiche, gemeinsame Preisverhandlungen gegeben, nachdem bis dahin Einzelverträge gegolten hatten.

Untermalt mit Lichtbildern ließ Alpenmilch-EG-Vorsitzender Josef Helminger die Geschichte der Milcherzeugergemeinschaft Revue passieren. Seit der Gründung seien, nach dem ersten Vertrag mit der Allgäuer Alpenmilch AG im Jahr 1974 weitere mit Bergader, Meggle, Jäger, Haaf und der Andechser Molkerei gefolgt. Dabei hätten fünf Vorsitzende – Simon Zehentner, Franz Gruber, Franz Mörtl, Josef Hubert, Paul Obermeier und seit 2018 er selbst – sowie vier Geschäftsführer – Adam Ströhlein, Sigmund Gehmacher, Reinhold Lampoltshammer und der gegenwärtige Matthäus Michlbauer – die Geschäfte der Alpenmilch EG gelenkt.

Traunsteins Landrat Siegfried Walch betonte bei seinen Glückwünschen vor allem die Wichtigkeit der Milchbauern für die Region als Faktor der Wirtschaft, des gesellschaftlichen Zusammenhalts, des Erscheinungsbilds der Landschaft und des Brauchtums. Er erinnerte auch daran, wie wichtig der Zusammenhalt in der Organisation sei. Nur dadurch könnten bei jedem Thema gute Resultate erzielt werden. Er wünschte der Alpenmilch EG auch weiterhin viel Erfolg.

al