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Mit Sprache Lebenswelten schildern

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Reinhold Schneider moderierte den Literaturabend für die Autorinnen (von links) Ilona Picha-Höberth, Annette Hendl und Nora Berger. (Foto: K.-H. Austermayer)

Aus Interesse am geschriebenen Wort kommen Monat für Monat ca. 30 Menschen aus dem Chiemgau ins Traunsteiner Studio 16. Zu hören sind neben Nachrichten aus dem Vereinsleben auch neue Texte.


Jeweils drei Personen können beim Autorentreffen lesen, und zwar kann ein Text vorangemeldet werden; die beiden anderen werden im Losverfahren am Abend ausgewählt. Das Vereinsmitglied Reinhold Schneider moderierte kundig und humorvoll das Treffen am 30. September.

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Als erste Autorin las Annette Hendl aus ihrem zweiten Buch, das den Titel trägt »Leben mit Sauerstoff-Langzeit-Therapie – Erfahrungen, Infos und Tipps«. Wer hier trockene Sachinformationen erwartet, irrt sich, denn Annette Hendl schildert eigene Erfahrungen lebensnah und emotional, und sie zieht daraus Konsequenzen, die ihr helfen, mit der Krankheit und der mühseligen Therapie gut umzugehen, ja sogar Zuversicht und Lebensfreude daraus zu ziehen. Das überträgt sich auf alle, die den Text lesen oder hören. Es ist nicht das erste Buch mit einem schwierigen Thema, dem die Autorin sich widmet. Ihre erste Publikation befasste sich mit dem Problem Missbrauch in Familien – und auch hier zeigt sie Wege auf, mit den harten Folgen fertig zu werden. Da gut geschrieben, helfen ihre Texte dabei, auch schwere Fragen zu lösen.

Das Losglück des Abends erlaubte der Wasserburger Autorin Ilona Picha-Höberth, eine Geschichte aus ihrem Buch »Märchen vom Grünen Fluss« vorzulesen, in dem sie einen Bogen schlägt vom Inn bis zur Mongolei. Mit der Zauberkraft ihrer Schilderungen brachte sie dem Publikum »das Land der aufgehenden Sonne nahe«.

Eine weitere Lesung galt dem zwölften Buch von Nora Berger: »Spielball des Schicksals«. Wie in ihren anderen Romanen sind hier historische Bezüge mit einer Liebesgeschichte verwoben. Geschildert wird das Leben in Berlin um 1862.

Der Verein der Chiemgau-Autoren ist sehr aktiv. Er wirkt regelmäßig bei dem Chiemgauer Kulturtagen mit (für 2020 ist ein Projekt zum Thema »Frieden« geplant), hat jüngst sich und seine Autoren bei der TRUNA vorgestellt, bringt eine Anthologie mit dem Thema »Trotz.Kollaps.Schreiben« heraus und ist mit vielen Lesungen in der Region vertreten. Am Montag, dem 28. Oktober, findet das nächste monatliche Literaturtreffen des Vereins um 19 Uhr im Studio 16 an der Bahnhofstraße in Traunstein statt. Der Eintritt ist frei und der Abend offen für Interessierte. Infos unter www.chiemgau-autoren.de. ugr