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Mit Volldampf zum 20-jährigen Jubiläum

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Bei »Train, Train« dampfte es gehörig auf der Staudacher Musikbühne: Unser Bild zeigt (von links) Schlagzeuger Didi Mattersberger, Charlie Furthner, Eric Trauner, Bassist Herfried Knapp und Siggi Fassl. (Foto: Strasser)

Kaum zu glauben, dass es bereits zwanzig Jahre her ist, seit die Mojo Blues Band zum ersten Mal von den Veranstaltern Welte & Janotta nach Staudach-Egerndach eingeladen wurde. Ganz genau, im Oktober 1996 hat mit eben dieser Band die bis heute anhaltende Erfolgsgeschichte der Staudacher Musikbühne begonnen und zum 20-jährigen Jubiläum durfte natürlich die Band der ersten Stunde nicht fehlen.


Die Männer um Eric Trauner, dem Frontmann, Sänger, Gitarristen und Gründer der Band, sind und waren stets Garanten für ausverkaufte Veranstaltungen. So brachte die Mojo Blues Band auch diesmal wieder zu zwei Konzerten hintereinander im Gasthaus Mühlwinkl eine beachtliche Auswahl an selbst komponierten Songs mit. Nicht nur sein prägnanter Gesang (Trauner ist als waschechter Wiener mit einer kräftigen »schwarzen« Blues-Stimme ausgestattet), sondern auch sein dynamisches Gitarrenspiel prägen maßgeblich den Sound seiner Band. Während fast 40-jähriger Bühnenerfahrung und zahlreicher Tourneen durch Europa und Amerika, wo er seine Leidenschaft für den Chicago- und Mississippi-Blues entdeckte, entstand sein eigener, unverwechselbarer »Mojo-Stil«.

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Der stets lächelnde Gitarrist und Sänger Siggi Fassl lieferte sich bei T-Bone Walkers »Cold, cold Feeling« ein kleines »Gitarrenduell« mit Eric Trauner und bei einem »Abstecher in den Western-Swing«, wie er es formulierte, ließ er auf einer Lap-Steel-Guitar ganz ungewöhnliche Töne erklingen. Mit dem Titelsong ihrer neuen CD, »Walk the Bridge«, einem erstaunlich ruhigen Song, bei dem Trauners Slide-Guitar zum Einsatz kam, zeigten sie sich kurz von ihrer sentimentalen Seite. Gleich darauf ging es umso stürmischer zur Sache, als der im Saal sitzende »Tscheky« Sedlatschek, der gleichnamige Gitarrist der »Blues Kings«, zu einem mitreißenden Rock´n´Roll auf die Bühne eingeladen wurde. Auch deren Pianist Andi Schatz durfte gemeinsam mit Pianomann Charlie Furthner einen vierhändig gespielten Boogie improvisieren, der niemand im Saal noch ruhig sitzen ließ.

Eric Trauner versteht es wie kein anderer, mit dem Publikum zu spielen, kann es für sich einnehmen, alles ist bei ihm Show. Wie bei seinem »Train, Train«, wo er mit der Bluesharp einen anfahrenden Zug imitierte und Charlie Furthner ihn von hinten gehörig »unter Dampf« setzte. Auffällig auch der große Kontrabass, mit dem Herfried Knapp seit vielen Jahren unüberhörbar für das Bassfundament sorgt. Selbst das jüngste Bandmitglied, der Drummer Didi Mattersberger, der meist dezent im Hintergrund agierte, lief bei seinem Schlagzeugsolo zur Höchstform auf.

Sichtlich begeistert von dem anhaltenden Applaus der Zuhörer ließen es sich die fünf ausgezeichneten Musiker der Mojo Blues Band nicht nehmen, sich mit ihrer Zugabe »Movin´out of Town« zu verabschieden. Reiner Strasser