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Die steigende Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine stellt die kommunalen Verwaltungen in Deutschland vor Herausforderungen. Foto: dpa

Mittlerweile über 1500 Flüchtlinge im Landkreis

Mehr als verdoppelt hat sich in den vergangenen vier Wochen die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine, die im Landkreis Traunstein Aufnahme gefunden haben. Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts hat Mathias Heinrichs, der Referent von Landrat Siegfried Walch, berichtet, dass – Stand gestern Mittag – insgesamt 1566 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine registriert seien. Zum Vergleich: Vor einem Monat waren 730 Geflüchtete gemeldet.


Das Blutvergießen in der Ukraine nimmt kein Ende. Russlands Präsident Putin bringt weiter Tod und Verderben. Am 24. Februar hat er seine Armee über die Grenze geschickt – und damit den Anlass gegeben, dass sich Millionen von Menschen in der Ukraine auf die Flucht begaben.

Nicht wenige von ihnen kamen – und kommen nach wie vor – in den Landkreis Traunstein. Am 23. März, also rund einen Monat nach Kriegsbeginn, waren 730 Flüchtlinge aus der Ukraine gemeldet, jetzt am 22. April, gut zwei Monate nach dem Überfall der russischen Streitkräfte, 1566.

»Täglich kommen zwischen 20 und 30 Flüchtlinge als Selbstanreisende im Landkreis Traunstein an«, berichtete Heinrichs. »Zusätzlich werden monatlich circa 300 weitere Flüchtlinge über die zentrale Ankunftsstelle der Regierung von Oberbayern in den Landkreis Traunstein vermittelt.« Aktuell sei der Zustrom »relativ konstant«. Das Landratsamt arbeite jedoch – auch im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine – stetig da-ran, weitere Aufnahmemöglichkeiten zu schaffen.

Die Flüchtlinge sind im gesamten Landkreisgebiet untergebracht. Nach Angaben des Referenten des Landrats konnten rund 1200 Personen in Privatunterkünften wie zum Beispiel Ferienwohnungen sowie circa 300 in sogenannten dezentralen Unterkünften im Landkreis untergebracht werden. Heinrichs führt aus, die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung sei so ausgeprägt, dass im Landkreis Traunstein beispielsweise noch keine Turnhallen belegt werden mussten.

Die aktuellen Herausforderungen für die Landkreisverwaltung liegen laut dem Referenten des Landrats zum einen nach wie vor in der Akquise von Unterkünften. Zudem sei das Staatliche Schulamt Traunstein zusammen mit dem Jugendamt, den Schulen und weiteren Beteiligten sehr engagiert, in den einzelnen Gemeinden entsprechende Willkommensklassen und Betreuungsmöglichkeiten für die Flüchtlingskinder einzurichten. Heinrichs betont: »Ein großer Dank gilt allen Menschen, die Unterkünfte für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellen oder die sich aktuell mit großem Einsatz bei der Bewältigung der Flüchtlingssituation engagieren, sowie den Gemeinden für die Zusammenarbeit.«