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Großes Geburtstagskonzert für Johann Sebastian Bach im Vereinshaus Traunstein

Moderne Grüße an die Barockzeit

Johann Sebastian Bach lebt! Sein umfangreiches musikalisches Erbe macht ihn unsterblich. Er beeinflusst bereits über Jahrhunderte hinweg die Komponistengenerationen. Zu Ehren des barocken musikalischen Superstars hat der Traunsteiner Chor »Giovedi Vocale« anlässlich Bachs 333. Geburtstag im Vereinshaus Traunstein zu einem kurzweiligen Geburtstagskonzert eingeladen – und die Gäste kamen in Scharen, auch mit Geschenken wurde nicht gegeizt.

Der Traunsteiner Chor »Giovedi Vocale« feierte mit großem Vergnügen Bachs 333. Geburtstag. (Foto: Benekam)

Zur Feier des gebürtigen Eisenachers (1665 bis 1750) gab es jedoch keinerlei materiellen Werte, sondern wärmste Bewunderung, aufmerksame Zuhörer, die seiner Musik lauschten und an ihr größten Gefallen fanden. Zudem eine Bühne voller Musikerkollegen, die mit ihrem Musizieren dafür Sorge trugen, dass der Jubilar mit seinem kostbaren Nachlass auch den folgenden Generationen präsent bleibt.

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Für seine Idee der Geburtstagsfeier hatte Stephan Hadulla, selbst bekennender Bach-Fan, neben dem Chor »Giovedi Vocale« auch die Rock-Band »Play Bach mit Biss« gewonnen. Als »klassische Vertretung« (ebenfalls mit Biss), mit Musik im Originalklang, waren Johanna und Thomas Hartmann (Querflöte und Cembalo) und Corinna Metz (Gambe) bestens aufgestellt.

Zwischen die Bachkompositionen streuten die Chormitglieder, die sich zum Anlass passend in entsprechendem Kostüm gekleidet hatten, kurze Textlesungen zum Thema »Was wissen wir über Bach?« ein. Obwohl Stephan Hadulla eingangs behauptete, bei der Recherche über »Bach privat« eher spärliche Ausbeute gemacht zu haben, bekamen die interessierten Geburtstagsgäste im Vereinshaus einen ungeahnt profunden Einblick in Bachs Leben, Lieben und Schaffen.

Die Gäste erfuhren, dass Bach schon als Kind schwere Verluste verwinden musste. Innerhalb von zwei Jahren hatte er Mutter und Vater verloren, wuchs bei dem ältesten Bruder auf und später, selbst Ehemann und Vater, wiederholten sich diese herben Schicksalsschläge: Er verlor früh die erste Ehefrau und von seinen zwanzig Kindern starben zehn.

Mal einfühlsam, mal humoristisch beleuchteten die Chormitglieder Lebensstationen und Charaktereigenschaften des Menschen und Musikers Johann Sebastian Bach.

Einige der gehörten Werke zum »333.« ließen diese Hintergründe erahnen: das »Vivace« und das »Adagio« aus der Gambensonate in g-Moll BWV 1029, das »Siciliano« und das »Allegro assai« aus der Flötensonate in E-Dur BWV 1035, oder das Andante – Allegro moderato aus der Gambensonate in G-Dur BWV 1027. Im harmonischen Vorspiel der Werke machten die drei Musiker dem Geburtstagskind ein besonderes Geschenk, indem sie sich emotional voll auf seine Themen einließen.

Wie Bachs Musik den Musiker Stephan Hadulla und den singfreudigen Chor inspirierte, hörten die begeisterten Zuhörer in spritzig-ideenreichen Bearbeitungen: »Bach goes Rock 'n' Roll« – oder Samba. Bachbearbeitungen, die wie moderne Grüße aus der Gegenwart an die Barockzeit klangen.

Am Ende des unterhaltsamen Jubiläumskonzerts erklang ein »Happy Birthday« und – wie könnte es anders sein – eine fette Geburtstagstorte mit gefühlt 333 brennenden Kerzen. Nach kräftigem Applaus genossen Gäste und Musiker die hervorragende Torte und die Gelegenheit zum Austausch. Kirsten Benekam