weather-image
24°

Modernisierung der Standortschießanlage bereitet Anwohnern Sorge

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Der Bund plant die Modernisierung der Standortschießanlage in Bischofswiesen. Die Anwohner befürchten, dass es künftig noch lauter werden könnte. (Fotos: Wechslinger)
Bildtext einblenden
Was endet hier? Der Fußweg, der Radweg oder beides?

Bischofswiesen – Die Sorgen der Anwohner wegen der geplanten Sanierung der Standortschießanlage und die Baustelle am Eisenrichterberg waren am Donnerstag die Hauptthemen auf der Bischofswieser Bürgerversammlung im »Brenner Bräu«. Zahlreiche Wortmeldungen gab es während der zweistündigen Versammlung.


Klaus Fegg und Franz Wendl sind Anwohner der Standortschießanlage, die der Bund modernisieren will. Sie machen sich wie weitere Nachbarn Sorgen, dass vor allem die Lärmbelastungen künftig noch größer werden könnten. Genährt wurden ihre Befürchtungen durch ein Schreiben des Landratsamtes, aus dem hervorging, dass künftig an 365 Tagen im Jahr von 6 bis 22 Uhr geschossen werden dürfe. Auch die genannten Dezibel-Werte sorgen bei den Nachbarn für Unruhe. Darüber hinaus befürchten die Anlieger, dass die geplante Überdachung zu kurz ist und damit die Lärmemissionen noch größer würden. »Das ist ein Freifahrtsschein für die Bundeswehr. Die Gemeinde sollte uns Anwohnern helfen«, forderte Fegg.

Anzeige

Laut Bürgermeister Thomas Weber hat die Gemeinde mit der Genehmigung »nichts zu tun«. Entscheidend sei, was später in der Betriebserlaubnis festgelegt wird. »Wenn es um die Betriebserlaubnis geht, werden wir schauen, dass es zu keiner Verschlechterung kommt«, sagte Weber. Erst dann werde festgelegt, wann mit wieviel Schuss geschossen werden darf. »Wir werden euch nicht im Regen stehen lassen«, versprach der Rathauschef. Bei der noch anstehenden Informationsveranstaltung sollte das Staatliche Hochbauamt auch gezielt Fragen zum Schallschutz-Gutachten und zur Betriebserlaubnis beantworten.

Undiszipliniertes Parken und eine Querungshilfe

Das undisziplinierte Parken am Andreas-Fendt-Ring sprach Uwe Horstmann an. Viele Anwohner kämen deshalb kaum mehr aus ihren Grundstücken heraus. Das ist laut Bürgermeister seit vier Jahren ein Dauerthema. Bisher seien Parkverbote ein rechtliches Problem gewesen. Weber zeigte sich aber zuversichtlich, dass es nach entsprechender Abstimmung mit den Behörden doch noch zu einem Parkverbot kommen könnte, damit man wenigstens die Mindestdurchfahrbreiten auch für den Schneepflug bekomme.

Gemeinderat Ludwig Hochreiter drängte auf den Bau einer Querungshilfe in Ilsank beim Buswartehäuschen auf Höhe der Abzweigung zum Duftberg. »Da muss etwas geschehen, bevor etwas passiert«, betonte Hochreiter. Bürgermeister Thomas Weber und Baudirektor Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt Traunstein gaben zu verstehen, dass der Bau der Querungshilfe längst beschlossen sei. Allerdings könne man den dafür erforderlichen Grund erst im nächsten Jahr erwerben. Dann soll der Bau schnell realisiert werden.

Der Eisenrichterberg

Und dann kam das Thema Eisenrichterberg doch noch zur Sprache. Uli Metzendorf wollte mehr über die weiteren Pläne wissen. »Momentan sieht es ganz danach aus, dass wir eine Einbahnregelung nicht brauchen werden«, erwiderte Martin Bambach. Der zeigte sich zuversichtlich, dass man den ersten Bauabschnitt bis Wintereinbruch abschließen werde. Dann soll der Eisenrichterberg erst einmal wieder zweispurig befahrbar sein. Im Januar werde man dann darüber reden, wo man weitermache. Eigentlich sei geplant gewesen, die Straße erst in Richtung Süden weiter zu sanieren. Eine Begehung habe aber ergeben, dass es im nördlichen, oberen Bereich des Eisenrichterbergs »nicht gut aussieht«. Nun wolle man mit einem Geologen beraten, ob man zunächst in Richtung Norden weitermachen sollte.

Uwe Horstmann befürchtete, dass die Baustelle zulasten der Arbeiter-Sicherheit gehe. Der Baufachmann warnte davor, dass die Baustelle eingestellt werden könnte.

Vor allem verkehrstechnische Einwände hatte Rüdiger Mielsch. Er kritisierte unter anderem, dass die 70-km/h-Begrenzung auf der B 20 nicht auch für den Winkler Bereich gelte. Und für Verwirrung sorge das Schild auf dem Geh- und Radweg am Ortseingang. Endet hier der Gehweg oder der Radweg oder beides? Auch ein Nachdenken über eine Steuersenkung wünschte sich Mielsch. Darauf wollte sich Bürgermeister Weber nicht einlassen, so etwas sei »immer schwierig«. Ansonsten gab er Mielsch recht. Die Diskussionen mit der Verkehrsbehörde am Landratsamt seien aber immer »extrem schwierig«. Ulli Kastner