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«Mou» gegen Tito: Ein Duell auf Augenhöhe

Madrid (dpa) - Die Bilder sind unvergessen: Vor einem Jahr hatte Real Madrids Trainer José Mourinho dem damaligen Assistenzcoach des FC Barcelona, Tito Vilanova, bei einer Rangelei am Spielfeldrand einen Finger ins Auge gestochen.

Mourinho gegen Vilanova
Zwei Pappfiguren stellen die «Augenstecher»-Szene nach. Foto: Kai Försterling Foto: dpa

Der Zwischenfall beim Finale um den spanischen Supercup zwischen Real und Barça löste in der Fußballszene Empörung aus. Vilanova, der damals noch ganz im Schatten von Erfolgstrainer Josep Guardiola gestanden hatte, war plötzlich in die Schlagzeilen geraten.

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Am Donnerstag werden sich die Kontrahenten im Hinspiel des Supercup-Finales erneut Auge in Auge gegenüber stehen. Im ersten «Clásico» der Saison kämpfen der Meister Real und der Pokalsieger Barça um den ersten Titel der neuen Spielzeit. Vilanova, bei Barça inzwischen zum Cheftrainer aufgestiegen, möchte von der Mourinho-Attacke am liebsten nichts mehr wissen. «Ich bin es leid, darüber zu sprechen», sagte er. «Die Bilder werden bleiben, und das ist die schlimmste Strafe.»

«Mou», der vom Verband zunächst für zwei Spiele gesperrt, später aber begnadigt worden war, ließ sich mit einer Entschuldigung elf Monate Zeit. «Das hätte ich nicht tun dürfen, das war mein Fehler», räumte der Portugiese kürzlich ein. Nicht nur die Trainer haben sich längst wieder versöhnt, auch zwischen den Erzrivalen Real und Barça herrscht eine ungewöhnlich friedliche Atmosphäre. Niemand sagt ein schlechtes Wort über die Gegenseite. Im Gegenteil: Als Reals Verteidiger Pepe am Sonntag mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus musste, wünschte Barça-Profi Gerard Piqué ihm eine rasche Genesung.

Die gelöste Stimmung bedeutet indes keineswegs, dass die beiden Spitzenclubs den Supercup nicht ernst nähmen. Zwar gilt der Cup normalerweise als eine weniger wichtige Trophäe, aber wenn Real und Barça aufeinandertreffen, gilt diese Regel nicht. Real-Präsident Florentino Pérez soll den Supercup nach Informationen der Zeitung «El País» zur höchsten Priorität erklärt und ihm die gleiche Bedeutung zugemessen haben wie der Meisterschaft oder der Champions League.

Der Grund: Der Real-Boss will unbedingt verhindern, dass Barça beim Rückspiel in der kommenden Woche in der Heimstätte der Madrilenen einen Titelgewinn feiern kann. Zudem sind die «Königlichen» nach dem schwachen Saisonstart beim 1:1 gegen den FC Valencia um Wiedergutmachung bemüht. Für Barça ist der Supercup aus einem anderen Grund wichtig: Vilanova weiß, dass er erst dann aus dem Schatten seines Vorgängers Guardiola heraustreten wird, wenn er Titelgewinne vorzuweisen hat.