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«Mou» will lange Ehe mit Chelsea - dankbarer Özil

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Jose Mourinho hat es sich mit der spanischen Seele verscherzt. Foto. Chema Moya Foto: Chema Moya Foto: dpa

London (dpa) - Mit der Liebeserklärung an seinen alten und neuen Club hat es sich José Mourinho wohl auch noch mit den letzten Anhängern von Real Madrid verscherzt.


Dass der 50-Jährige die Königlichen neben dem FC Chelsea und Inter Mailand nicht zu einem seiner Herzensclubs erklärte, war zu viel für die spanische Seele. «Von Real Madrid will er zwei Tage nach seinem Weggang nichts mehr wissen», befand die Real-nahe Sportzeitung «Marca». «Bei seiner Vorstellung in London vergisst Mourinho seine Zeit bei Real Madrid und auch seinen bisherigen Assistenten Aitor Karanka», moniert «El País».

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Doch auch das gehört zum Phänomen Mourinho. Von den Spielern kommen andere Töne. So wie von Mesut Özil. Auch zwischen ihm und Mourinho soll es angeblich schon Disharmonien gegeben haben, wollten immer wieder spanische Zeitungen gewusst haben. Nun aber bedankte sich Özil bei dem Portugiesen mit der polarisierenden Wirkung.

«Vor drei Jahren haben Sie mich zu Real geholt. In den drei Jahren haben Sie mir viel beigebracht und mir viel Vertrauen gegeben», schrieb der deutsche Nationalspieler auf seiner Facebook-Seite: «Dafür möchte ich mich heute ganz herzlich bedanken und Ihnen alles Gute wünschen für ihre weitere Karriere. Vielen Dank.» Teamkollege Alvaro Arbeloa hatte jüngst betont: «Mourinho hat immer den Kopf hingehalten. Er dachte zuerst an den Verein und erst dann an sich. Ich weiß nicht, von wem man dies in dem Club - die Spieler eingeschlossen - sonst noch sagen kann.»

Im Herzen trug Mourinho aber immer auch den FC Chelsea mit sich. In den vergangenen Tagen habe er seine Gefühle zügeln müssen, gab Mourinho zu, um einigermaßen cool zu bleiben. Den neuen Vertrag über vier Jahre machte «Mou» beim Treffen mit Clubbesitzer Roman Abramowitsch klar. Fünf Minuten, da war die neue Langzeit-Ehe besiegelt. «Ich habe den Boss gefragt, ob er mich zurückhaben und er hat mich gefragt, ob ich zurückkommen will.»

Nachdem Mourinho während seiner ersten Amtszeit an der Stamford Bridge von 2004 bis 2007 schon mit dem damaligen deutschen Nationalspieler Michael Ballack gearbeitet hatte, bei Real neben Özil auch Sami Khedira unter seinen Fittichen hatte, könnte beim FC Chelsea wieder ein DFB-Kicker zu seinem Kader gehören. Geklärt ist ein Wechsel von André Schürrle von Leverkusen nach London allerdings noch nicht. Ob Marko Marin bei Chelsea bleibt, ist ebenfalls offen.

Britischen Medienberichten zufolge soll Mourinho Interesse haben, Wesley Snijder (Galatasaray Istanbul) zu holen. Der Niederländer gehörte 2010 zum Team von Inter Mailand, mit dem Mourinho die Champions League gewonnen hatte. Zudem haben die Londoner wohl auch ein Auge auf den ehemaligen Bundesliga-Profi Edin Dzeko von Manchester City geworfen. Für Mourinho selbst ist die persönliche Fußball-Wunschwelt mit der Rückkehr zum FC Chelsea aber schon jetzt in Ordnung. «Wir sind bereit für die nächste Ehe», sagte er.

Özil bei Facebook

Mourinho-Interview auf Vereinshomepage