Mülltrennung in der Stadt funktioniert nicht

Mülltrennung in der Stadt funktioniert nicht
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Die Stadt hat an vier Standorten – unter anderem auch auf dem Maxplatz (unser Bild) – Behälter zur Mülltrennung aufgestellt. Immer wieder werfen Bürger jedoch Abfall unsortiert in die einzelnen Boxen. Sie bleiben zwar stehen, aber der gesamte Abfall wird künftig unterschiedslos als Restmüll entsorgt. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Stadt will ihren Versuch, den Bürgern auf öffentlichen Flächen mitten in Traunstein die Möglichkeit zur Mülltrennung zu geben, nicht ausweiten und hat eine mehrmonatige Testphase nun abgeschlossen. Das Ergebnis: Immer wieder halten sich Bürger nicht an die Regeln und werfen Abfall nicht sortiert in die einzelnen Behälter, die die Stadt zur Mülltrennung aufgestellt hat. »Es funktioniert nicht«, sagte Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) im Umweltausschuss des Stadtrats.


Die Stadt war im August in eine Testphase gestartet und hatte an vier Standorten Mülltrennsysteme eingerichtet, um der Öffentlichkeit die Möglichkeit zur getrennten Abfallentsorgung anzubieten. Sie setzte sich zum Ziel, die Frage zu klären, ob die Bürger die Mülltrennsysteme annehmen und, wenn ja, wie sie diese Angebote nutzen. Möglichkeiten zur Trennung des Mülls schuf sie am Maxplatz, im Stadtpark, im Salinenpark und am Guntramshügel. Sie stellte jeweils vier farbige Behälter zur Entsorgung von Restmüll (dunkelgrau), Altpapier (blau), Plastikverpackung (gelb) und Altglas (hellgrau) auf.

Im Rahmen der regelmäßigen Entleerungen habe sich gezeigt, wie Hümmer jetzt im Umweltausschuss berichtete, dass sich der eine oder andere Bürger nicht an die Vorgaben halte, den Abfall nicht unterscheide und ihn schließlich unsortiert einwerfe. Laut dem Oberbürgermeister finden die Regeln, dass zum Beispiel nur Papier in den Papierbehälter gehört, immer wieder keine Beachtung. Die Mitarbeiter des Bauhofs hätten dann alle Hände voll zu tun, den Müll zu trennen – was sie jedoch keineswegs auf Dauer leisten können. »Der Bauhof ist keine Müllsortierungsanlage.«

Die Stadt bietet den Bürgern an ausgewählten Stellen an, den Müll zu trennen – weitere neue Standorte werden jedoch nicht hinzukommen. »Wir werden den Versuch nicht ausweiten, weil wir keine positiven Erfahrungen gesammelt haben«, betonte Dr. Hümmer.

Dritter Bürgermeister Sepp Kaiser (UW) sagte, dass eine Mülltrennung im öffentlichen Raum nicht funktioniere. Im Rahmen der Anonymität, die die Öffentlichkeit erzeugt, seien Bürger vielfach nicht bereit, den Abfall zu sortieren – anders als im privaten Umfeld. Dort erfolge sehr wohl eine Trennung.

Oberbürgermeister Hümmer sagte im weiteren Verlauf der Diskussion, dass ein Abbau der Behälter zur Mülltrennung keinen Sinn mache. Schließlich stünden sie jetzt schon in der Stadt. Die einfachste Lösung sei, dass der gesamte Abfall, der sich in den einzelnen Behältern ansammelt, als Restmüll entsorgt wird. »Ich neige dazu, die Behälter stehen zu lassen«, so der Oberbürgermeister.

Auch Peter Forster (SPD/Die Linke) meinte, dass die Mülltrennung im öffentlichen Raum oft nicht klappe. Und er verwies in diesem Zusammenhang auf die Wertstoffinseln. Dort habe die Stadt die Erfahrung gesammelt, dass Abfall immer wieder nicht sortiert wird. Aus diesem Grund habe sie dann auch in der Vergangenheit die Zahl der Wertstoffinseln verringert.