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Munapark, Rathausplatz und mehr

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Foto: Symbolbild, pixabay

Traunreut – Christian Ehinger, seit Mai Stadtmanager in Traunreut, stellte sich in der Sitzung des Wirtschaftsbeirats vor und diskutierte mit den Mitgliedern, welche Aufgaben in der Stadt anstehen. Er betonte: »Es gibt keinen Grund für ein schlechtes Image von Traunreut. Die Stadt hat wahnsinnig viele gute Sachen. Nicht umsonst sind andere Städte neidisch auf uns.«


Diese guten Sachen noch zu vermehren und eine positive Außenwirkung zu erzielen, gehöre zu den Aufgaben des Stadtmanagers. Er habe einen »großen Bauchladen« an Tätigkeitsbereichen vom Tourismus über Veranstaltungsmanagement und Wirtschaftsförderung bis zur Stadtentwicklung. Wobei er natürlich nicht überall federführend sei, aber versuchen wolle, seine Ideen mit einzubringen und mögliche Wege aufzuzeigen. Die beste und vor allem kostenlose Außenwerbung seien Bürger der Stadt, die kundtun: »bei uns ist es schön«. Deshalb sei es auch wichtig, eine gute Aufenthaltsqualität zu haben.

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Positive Image-Werbung für die Stadt könne vor allem mit vier Ereignissen gemacht werden, die Leute von außerhalb anlocken: der traditionelle Georgiritt, der Stadtlauf, das Stadtfest und Festivals am Hochschloss in Stein. Außerdem sprächen großartige Einrichtungen wie das Museum DASMAXIMUM und das k1 für sich und brächten immer wieder neue Menschen in die Stadt.

Als eine seiner ersten Aufgaben hat sich Christian Ehinger an die Überarbeitung der Stadt gemacht. Die neue Internetseite, in der alle relevanten Informationen zur Stadt schnell und einfach zu erreichen sein sollen, hofft er bis zum Jahresende fertig zu haben. ARGE-Vorsitzender Wilhelm Schneider sprach sich deutlich dafür aus, eine Plattform zu schaffen, auf der ebenso die Traunreuter Betriebe, vor allem auch die kleineren, rasch gefunden werden können.

Obwohl schon vieles gut laufe, gebe es noch jede Menge Betätigungsfelder, betonte der Stadtmanager. Von Peter Klück auf den Rathausplatz und die dort fehlende Gastronomie angesprochen, meinte er: »Hier gibt es noch Optimierungsbedarf.« Allerdings brauche er die Eigentümer der Geschäfte dafür und er habe durchaus Verständnis für diese, wenn sie langfristige Verträge mit ihren Mietern nicht aufgeben würden zugunsten eines Gastronomiebetriebs mit unsicherer Zukunft. Gerhard Jobst ist der Meinung: »Der Stadtplatz bleibt mausetot, wenn hier keine Gastronomie hinkommt.«

Wichtig ist den Mitgliedern des Wirtschaftsbeirats auch, Leerstände zu füllen;, hier wurde vor allem das ehemalige BayWa-Gebäude angesprochen. Georg Lindner ist der Meinung, dass die vom Stadtrat für das Gelände aufgestellte Sortimentsliste überholt ist und geändert werden müsste: »Die Welt hat sich radikal verändert, man muss sich den neuen Gegebenheiten anpassen und nicht alte Beschlüsse ewig aufrecht erhalten.« Der digitale Wandel in der Geschäftswelt sei nicht aufzuhalten und erfordere Maßnahmen.

Laut Gerhard Jobst kämen inzwischen 30 Prozent weniger Kunden in die Geschäfte, sie kauften lieber bequem von daheim aus im Internet ein. Und in den nächsten Jahren würden es sicher noch mehr. »Die Leute steigen nicht mehr ins Auto und fahren in die Geschäfte.« Wann sie dies noch mit der ganzen Familie tun, sei an den verkaufsoffenen Sonntagen, wobei der Wegfall des vierten und umsatzstärksten Sonntags die Traunreuter Unternehmen noch immer sehr schmerze. Eine Chance, die Verkaufszahlen im Laden zu halten, sieht der Möbelhausbesitzer in angegliederter Gastronomie und kompletter Vermischung des Warenangebots. Geschäfte, in denen die Kunden bummeln und dann auch noch was essen können, hätten hier Vorteile, denn »Nahrung brauchen die Leute immer«.

Ein weiteres Thema in dem Zusammenhang war der geplante Munapark. Eduard Schlögl sieht hier eine große Chance, da eine zentrale Fläche in der Innenstadt neu überplant und gestaltet werden kann. Auch Christian Ehinger sieht das so und möchte an dieser Stelle deutliche Akzente setzen. Ohne näher auf die Planungen einzugehen, erklärte er: »Wir sind voll dran am Munapark, die Verhandlungen laufen.« Im Herbst solle dem Stadtrat das neue Konzept vorgestellt werden und er hoffe dann auch auf die Unterstützung durch die Politik für dieses Projekt. Wichtig sei dabei auch die Schaffung von Wohnraum, denn die Bevölkerung in Traunreut werde weiter wachsen, es entstünden immer wieder neue Arbeitsplätze, weshalb Wohnungen, auch kleinere, dringend benötigt würden.

Grundsätzlich stellt sich der Stadtmanager die Frage: »Wie stellen wir uns in der Innenstadt auf?« Man müsste weggehen von alten Strukturen, die Stadt mehr zum Begegnungs- und Erlebnisraum machen. Wichtig sei die Aufenthaltsqualität mit Gastronomie und mehr. Dabei könne dann auch ein gewisser »Mitnahmeeffekt« entstehen, der den Geschäften auch wieder mehr Umsatz bringt. mix