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Museum Maxhütte in Bergen auf unbestimmte Zeit geschlossen

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Schaden genommen hat das Gebälk im Museum Maxhütte. Vom Nachbargebäude sind Schneemassen auf das Dach gerutscht. Risse sind aufgetreten (siehe rote Pfeile auf dem linken Bild).

Bergen – Das Museum Maxhütte ist auf unbestimmt Zeit geschlossen. Der Grund: Nach einer Beschädigung durch Schneemassen muss die Gemeinde das Dach sanieren. In der Bürgerversammlung sprach Bürgermeister Stefan Schneider von einer »Hiobsbotschaft«. Die Kosten für eine Reparatur betragen seinen Angaben zufolge 330.000 Euro.


Die Maxhütte – oder genau genommen die »Maximilianshütte«, wie sie nach dem Wiederaufbau 1824 unter König Max I. dann hieß – war von 1562 bis 1932 in Betrieb. Mitte des 19. Jahrhunderts zählte sie zu den bedeutendsten Eisenherstellern in Bayern. In einem der alten Gebäude hat die Gemeinde Bergen vor Jahren ein Museum eingerichtet. Während sie das Gebäude unterhält, betreibt der Förderverein Maxhütte das Museum. Er gibt normalerweise Führungen – bis auf Weiteres jedoch nicht. Das Museum bleibt, so die Anordnung, die die Gemeinde treffen musste, geschlossen.

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Statik ist beeinträchtig worden

Schaden genommen hat das Dach, weil im Winter Schnee von einem angrenzenden Gebäude – das nicht der Gemeinde gehört – herabgestürzt war. Beide Dächer seien, wie Schneider in der Bürgerversammlung berichtet, voller Schnee gewesen. Die Belastung des Museumsdachs sei bereits an die statisch zulässige Grenze gegangen. Vom höher gelegenen Dach des Nachbargebäudes sei dann Schnee heruntergerutscht – womit die Grenze der Belastbarkeit des Gebälks im eigenen Gebäude dann überschritten worden sei. Die Folge: Die Balken im Museum hätten Schaden genommen, Risse seien aufgetreten, die Statik sei beeinträchtigt worden.

Die Gemeinde habe einen Gutachter zu Rate gezogen, so Schneider weiter. Und der Fachmann habe dann empfohlen, bis auf Weiteres niemanden in das Gebäude zu lassen und das Museum nicht zu öffnen.

»Wir brauchen ein neues Dach«, sagte der Bürgermeister. Zu fragen sei, ob ein Versicherungsfall vorliegt – was insbesondere der private Eigentümer des Nachbargebäudes klären müsse. Wann die Sanierung letztlich erfolgt, ist nach Angaben von Schneider offen. Er kann jedoch keine Hoffnung machen, dass sie bereits demnächst erfolgt, und dass die Pforten des Museums bald wieder aufgehen. »Wir werden auch im Sommer nicht aufmachen.«

Im Schusterhof Räumlichkeiten bekommen

Felix Egloff, der Vorsitzende des Fördervereins Maxhütte, sagte auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts: »Für uns als Förderverein Maxhütte ist es wichtig, zum einen darauf hinzuwirken, dass die Ausstellung sobald wie möglich wieder zugänglich wird, und dass anderseits in der Zwischenzeit das Ganze nicht 'einschläft'.« Die Zirmstiftung Schusterhof stelle freundlicherweise ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, freute sich Egloff, der Förderverein könne damit »einige sehr interessante, bereits geplante Veranstaltungen in einem adäquaten Rahmen durchführen«.

Egloff weiter: »Mit unserem Schwestermuseum, dem Bergbaumuseum Achthal, werden wir eine intensive Zusammenarbeit pflegen und werden uns an Anlässen wie dem Festumzug anlässlich der 400-Jahr-Feier Soleleitung in Traunstein am 11. August beteiligen.« Auf diese Weise wolle der Förderverein trotz der geschlossenen Museumsräume »aktiv bleiben, um dann nach der Wiedereröffnung wieder voll durchzustarten.«

 

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