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Benefizveranstaltung zugunsten des Traunsteiner Tierheims in der Kulturfabrik NUTS

Musik, Geschichten und Kabarett für einen guten Zweck

Mit »Country Road« von John Denver ging´s los, die allerletzte Zugabe war schließlich »Gute Nacht Freunde« von Reinhard Mey: Dazwischen unterhielt man sich bei einer Benefizveranstaltung in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS gut zwei Stunden lang bestens dank eines kurzweiligen Programms, das Verena Fuchs moderierte.

In den Dienst der guten Sache stellten sich (von links) Theo und Michaela Fischer, Heinz von Wilk und Klaus Bierdimpfl. (Foto: Heel)

Eine großartig bestückte Tombola gab´s auch, unter anderem mit Bildern von H. G. Lehmann. Und alles, was an Geld zusammenkam, nämlich 600 Euro, wird an das Tierheim Traunstein weitergegeben, denn die Künstler haben selbstverständlich auf jegliche Gage verzichtet. Initiiert hat diese Veranstaltung der Literat Heinz von Wilk, der Analoges bereits in Rosenheim aufgezogen und bei Christa und Franz-Josef Fuchs schnell offene Ohren gefunden hatte.

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Skurrile »Gschicht´n vom bayerischen Meer«

Heinz von Wilk, der ja nicht nur witzige Geschichten vom Chiemsee geschrieben hat, sondern auch den Dackel Rambo und die Katze Leonardo in seinen Erzählungen agieren lässt, gab eine wahrlich skurrile Story aus seinen »Gschicht´n vom bayerischen Meer« zum Besten. Er las nicht vor, er spielte vielmehr das, was sich da an höchst Eigenartigem zuträgt, von der keifenden Ehefrau über einen sehr seltsamen nächtlichen Besucher mit Vorliebe für Rotwein und Kartoffelchips. Dass sich dieser Gast im Haus geirrt hat, ist vollkommen nebensächlich, denn der Herr Meier, der Hausbesitzer, sieht sich mit einer Gestalt konfrontiert, die wie er anscheinend überhaupt nichts gegen einen guten Tropfen hat und der, wie Herr Meier seiner Frau, einer noch viel höheren Gewalt ausgesetzt ist. Mehr wird nicht verraten, man kann´s ja jederzeit nachlesen.

Nach der Pause hieß es Bühne frei für Klaus Bierdimpfl. Der Chiemgauer Kabarettist brachte Auszüge aus seinem derzeitigen Programm, mit dem er am 13. Mai im Studio 16 zu sehen und zu hören sein wird. Darauf darf man sich wahrlich freuen, denn was Klaus Bierdimpfl macht, ist tatsächlich echtes Kabarett und alles andere als eine seichte Comedy-Show. Er hält uns allen den Spiegel vor, sei es in unserer unaufhaltsamen Entwicklung hin auch zum geistigen Minimalismus oder in unserer Abhängigkeit von der Werbung, selbst wenn wir das gar nicht mehr wahrnehmen wollen. Mittels einer inszenierten Tagesschau-Nachricht gab´s einen entlarvenden Blick auf die heutigen politischen Gepflogenheiten, und dass der Bauer nach wie vor seine Frau sucht, durfte auch von den Besuchern mitgesungen werden.

Micha und Theo Fischer sorgen für die Musik

Musikalisch eingerahmt war der so vergnügliche Abend von Micha und Theo Fischer, vielen NUTS-Besuchern bestens bekannt als June Carter und Johnny Cash im eigenwilligen Brandner-Stück. Auch wenn die Fischers diesmal »nur« zu zweit waren, so nennen sie sich »3˚Extra«, also auf bairisch »Drei, grood extra!«. Natürlich durfte »I walk the line« nicht fehlen, ebensowenig »In the ghetto«, schließlich ist der Theo ja auch ein großartiger Elvis-Imitator. Die Brandbreite der Songs war gewaltig, von den Beatles über ein 60er-Jahre-Schlager-und-Schnulzenmedley zu STS und Andreas Galabier: Da durfte man mitsingen und mitklatschen, und es war natürlich etwas gänzlich anderes als das, was der Titel eines Wecker-Lieds anklingen ließ: »So ein saudummer Tag!«. (Übrigens: 3˚Extra gibt´s jeden dritten Montag im Monat künftig life im Studio 16.)

Auch Wolfgang Schweiger war da und H. G. Lehmann, sie bereicherten mit ihren Werken die Tombola, die dann den Erlös für die Tiere in Trenkmoos zusammenbrachte. So bleibt zu hoffen, dass beim nächsten Mal das NUTS aus allen Nähten platzt, denn das Tierheim ist das wert. Und ebenso ist das ein derart unterhaltsamer Abend. Willi Schwenkmeier