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Musik im Blut

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Eine besondere Zusammenarbeit hat sich zwischen Martin Kälberer (links) und dem Duo »Le Bang Bang« entwickelt – und die Zuschauer im NUTS begeistert. (Foto: Ortner)

Martin Kälberer und das Duo »Le Bang Bang« sind durch die Geburtstags-Sessions des renommierten Jazz-Labels GLM, die auf Wunsch des Labels auch Künstler gemeinsam ins Studio brachten, die bislang nichts miteinander zu tun hatten, zusammengekommen. Und sie hatten so viel Spaß an ihrer »Arbeit«, dass sie daraus gleich ein ganzes Album produziert und »In Our Blood« nun in der Kulturfabrik NUTS in Traunstein vorgestellt haben.


Alle drei Musiker sind im NUTS längst keine Unbekannte mehr. Sängerin Stefanie Boltz und Kontrabassist Sven Faller beehrten die Kulturbühne schon öfter. Ebenso Martin Kälberer mit seinen Solo-Programmen und seinem bunten Instrumenten-Sammelsurium. Dass sich das Trio in dieser auch für sie ungewöhnlichen Konstellation bestens versteht, war unüberseh- und unüberhörbar. Nicht nur musikalisch, auch in den charmant-humorvollen Ansagen, die das Programm ergänzten und begleiteten.

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Entspannt und bestens aufgelegt präsentierten sie ein buntes Kaleidoskop ihrer eigenen Kompositionen, aber auch einige individuelle, beeindruckende Interpretationen von Coversongs, wie etwa Peter Gabriels »Don’t Give Up«, und »I Want You Back«, ein Frühwerk der Jackson 5.

Selbstverständlich durften auch einige Duo-Stücke von »Le Bang Bang« nicht fehlen – experimentell, minimalistisch, aufs Wesentliche beschränkt und einfach großartig. Dafür gab es ebenso großen Beifall wie für Martin Kälberers Hang-Solo. Und es waren oft gerade Kälberers spezielle Instrumente wie die Udu und sein »Snoopy«, eine Art Doppel-Udu, die zwar dezent im Hintergrund, aber nicht zuletzt gerade deshalb den Stücken ihren besonderen, bisweilen fast orientalischen Reiz verliehen. Auch Songs aus seiner Feder übersetzte und interpretierte Stefanie Boltz mit großem Charme, wunderbarem Feingefühl und unglaublicher Stimme.

Das ist es auch, was die gemeinsamen Werke des exquisiten Trios auszeichnet. Stefanie Boltz’ unglaublich klare, kräftige und spannenderweise zugleich auch zart-schmeichelnde emotionale Stimme, Sven Fallers Gabe, seinem Kontrabass auf vielfältige Weise durch Schlagen, Streiche(l)n, Zupfen und Klopfen eine ganze Wagenladung und Tönen, Sounds und Rhythmen zu entlocken und natürlich das immense Feingefühl des Multi-Instrumentalisten Martin Kälberer, der mit Piano, Udu, Hang und einer ganzen Reihe von »Geräuschgeräten« jedem einzelnen Stück eine besondere Note verleiht.

Hier begegneten sich Jazz, Pop, Emotionen und Freude an der Musik, die auch das begeisterte Publikum in den einzigartigen Konzertabend unverzüglich einbanden. Maria Ortner

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