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Die Well-Brüder mit ihrem vielseitigen Instrumentarium werden im Festzelt gefeiert

Musik und scharfzüngiger Humor von Hausen bis Weildorf

Gut besucht war der musikalische Kabarettabend mit den Well-Brüdern aus´m Biermoos im Festzelt in Weildorf, den die Hubertusgilde Eichham-Weildorf veranstaltete. Besucher aller Altersstufen erlebten einen bunten Mix aus scharfzüngigem Humor und vielseitiger bayerischer Volksmusik.

Mit scharfzüngigem Witz und vielseitiger, bayerischer Volksmusik sorgten Stofferl, Karli und Michael Well (von links) für Stimmung im Festzelt in Weildorf.

Nachdem sie sich und ihren Heimatort Hausen vorgestellt haben, servieren die Brüder dem Publikum schon zu Beginn des Programms ein Gstanzl über die Lokalpolitik. Der Fluglärm in der Einflugschneise wird ebenso aufs Korn genommen wie die Teisendorfer Gemeinde, die gleich zwei Schwimmbäder braucht und noch dazu die Schulturnhalle renoviert. Auch die Haselmaus, die den Bau der Umgehungsstraße in Sillersdorf verhindert, besingen die Kabarettisten.

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Geschichten aus Hausen ziehen sich wie ein roter Faden durch den gesamten Abend. Der enge Kreisverkehr dort oder der wirtschaftliche Glanzpunkt der Region, »Rupp Rohre Rohrbach«, werden immer mal wieder erwähnt, wenn es gerade passt. Außerdem zitieren die Brüder besonders gern den Heimatpfleger, den Drexel Done. Der hat manch haarsträubende Geschichte herausgefunden. So wurde das »Holzglachterl«, das ein Instrument aus tropischen Hölzern vom Hofoldinger Forst ist, ursprünglich aus den Rippen der Heiligen Algunda aus Hausen gebaut, sagt der Done. Temperamentvoll gespielt wird das xylophonähnliche Instrument dann von Stofferl Well. Überhaupt entlocken die Well Brüder auf der Bühne den verschiedensten außergewöhnlichen Musikinstrumenten Töne. Michael Well demonstriert dem Publikum würdevoll den Brummtopf und die Drehleier. Mit der Okarina und dem Dudelsack brilliert Stofferl Well. Sogar Alphorn blasen die drei zum Vergnügen des Publikums. Dabei erstreckt sich ihr Repertoire von »Yellow Submarine« und »Beethovens Neunter« bis zu »Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann«. Daneben beherrschen die Brüder noch viele andere Instrumente, wie zum Beispiel Harfe, Geige, Kontrabass, Trompete, Tuba und Steirisches Akkordeon.

Beim Refrain beziehen die Brüder öfter das Publikum mit ein, dass fleißig mitsingt, klatscht und jodelt, wenn es nicht gerade mit Lachen beschäftigt ist. Teilweise bringen die drei Musiker auf der Bühne die Leute schon mit ihren Gesten zum Schmunzeln. Sie liefern Kostproben vom Schuhplattln und Highlanddance und als Karli Well auch noch mit Bauchtanz anfängt, brüllt das Publikum vor Lachen.

Mit lateinischem Schnellsprecher-Kauderwelsch wird das Bayerische Gymnasium durch den Kakao gezogen, Seitenhiebe auf die Pharmaindustrie gibt es mit »Eam duat sei Zeh so weh« und die Politik bekommt mit »Bist aa do« ihr Fett weg. Bayerisches Liedgut kommt auch nicht zu kurz. Manchmal ist es auch der Kontrast von harmonischer Heile-Welt-Musik und bissigem Text, der die Zuhörer zum Lachen bringt, wie bei »Edelweiß«.

Die Instrumentallieder des Trios sind durchwegs begeisternd und werden vom Publikum mit viel Applaus belohnt. Die Well-Brüder sind auch Meister im Schnellsprechen und im Wortspiel. Die »Bauernregeln« verkündeten die drei abwechselnd und akkordeonspielend und die Zuhörer haben ihre Freude daran.

Am Ende des Programms erklatschten sich Anwesenden noch zwei Zugaben und Freunde des spitzzüngigen Humors kamen an diesem Abend voll auf ihre Kosten. Sylvia Dumberger