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Musik und Seeluft in einer lauen Sommernacht

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Selten gehörten Blues und Boogie der vierziger und fünfziger Jahre spielte das »Dave Ruosch Boogie Trio« auf dem Chiemsee. (Foto: Strasser)

Zur mittlerweile neunten »Boogie on the Sea«-Kreuzfahrt stach die MS Edeltraud, größtes Schiff der Chiemsee-Flotte, mit mehr als 260 erwartungsvollen Passagieren vom Priener Hafen in den Chiemsee. Wieder einmal hatten die Veranstalter Welte & Janotta drei internationale Bands auf den verschiedenen Decks verteilt, um dem Publikum einen ganzen Abend lang Boogie- und Bluesmusik zu bieten. Dieses erste Riverboat 2015 war wieder restlos ausverkauft, die Kombination Musik, Seeluft und laue Sommernacht schaffte einmal mehr eine besondere Atmosphäre.


Das »Rhythm Sophie Trio« spielte im Vorderdeck Rock'n' Roll, Boogie und Swing mit der ungarischen Sängerin RhythmSophie, Schlagzeuger und Sänger Frank Baker und L. A. Miller am Kontrabass. Michael Sedlatschek, vielen von früheren Konzerten schon bekannt als »Tscheky«, der Gitarrist der Chiemgauer Rock'n'Roll- und Blues-Band »Tscheky & The Blues Kings«, durfte mit seiner Fender das Trio verstärken. Der weibliche Star des Abends, Sophie, mit einer Stimme ähnlich der von Wanda Jackson, und einem Auftritt gleich einem »Pinup-Girl der American Sixtees«, wurde vom Publikum mit viel Beifall belohnt. Auch »Tscheky« erntete kräftigen Applaus mit seiner gesungenen Version von »Sweet little sixteen«, wobei er seine E-Gitarre wirkungsvoll einsetzte.

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Sehr viel ruhigere Töne waren im unteren Deck zu hören: dort ließen der Schweizer Pianist Dave Ruosch zusammen mit den Universal-Musikern Dany Gugolz am Kontrabass und dem Wiener Schlagzeuger Peter Müller als »Dave Ruosch Boogie Trio« selten gehörten Blues und Boogie der vierziger und fünfziger Jahre aufleben. Songs wie »The Frame«, »ein ganz langsamer Boogie, der schon fast ein Blues war«, wurde von Dave in geruhsamem Schweizer Dialekt vorgestellt.

Die Fluktuation war nicht so hoch wie erwartet, viele Gäste blieben bei ihren favorisierten Gruppen sitzen, so auch nach der Pause im großen Salon beim »Michael Alf Trio«. Der Siegsdorfer Pianist, Namensgeber der Band, wurde als »Tiger an den Tasten« von Roberto Klinger am Kontrabass vorgestellt und mit einem Trommelwirbel von Drummer Wolfgang Kotsowilis bekräftigt. Hier waren die mitreißenden Blues-, Zydeco- und Boogienummern angesagt, und das tanzwillige Publikum fand zwischen den beengten Gängen sogar Platz für sein Vergnügen.

Während einer Pause unterhielten Michael Alf mit Akkordeon, Roberto Klinger mit dem Kontrabass und Wolfgang Kotsowilis mit umgehängtem Waschbrett ihre Fans »unplugged« auf dem Freideck. Bei Cocktails von der Open Air Bar hörte sich der Sound aus New Orleans und Louisiana gleich viel authentischer an.

Ihren Höhepunkt erreichte die Stimmung an Bord, als »Tscheky«, der jüngste unter den Musikern, das »Michael Alf Trio« mit seiner Gitarre und seinem Gesang bereicherte. Hier sang und spielte sich der 16-Jährige in die Herzen der Zuhörer und wurde verdientermaßen mit reichlichem Applaus belohnt.

Von der tollen Stimmung angezogen, verließ Sophie ihr Trio und gesellte sich zur Session von Michael Alf, der kurz vorher seinen Platz am Piano einem seiner Schüler und jetzigem Keyboarder von »Tscheky & The Blues Kings«, Andi Schatz, für ein Stück überlassen hatte. Von da ab wurde ausgelassen gespielt, das Publikum mit einbezogen, geklatscht und mitgesungen. Das Schiff hatte schon längst am Pier des Heimathafens angelegt, jedoch wollte noch niemand von Bord gehen, bevor die letzte Zugabe, der letzte Akkord verklungen war. Reiner Strasser

Der Intendant der Staatstheater Nürnberg, Peter Theiler, soll mit der Spielzeit 2018/2019 an die Dresdner Semperoper wechseln. Der gebürtige Schweizer werde neuer Intendant der Sächsischen Staatsoper, teilte das Kunstministerium in Dresden mit. Die Sächsische Staatsoper hat seit dem plötzlichen Tod von Ulrike Hessler 2012 keinen regulären Intendanten.

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