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Musik wie Salz auf der Haut

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Heli Punzenberger und Marietta Delgado beim Konzert in der Kulturfabrik NUTS. (Foto: Kewitsch)

Musik wie Salz auf der Haut, spanische Klänge, temperamentvolle Gitarre und virtuoses Violinen-Spiel, eine hübsche Frau mit wilder Mähne am Mikrofon und über all dem der immer etwas geheimnisvolle Hauch von Kuba: Willkommen bei einem »Macubaja«-Konzert. »Macubaja«, was zunächst klingt wie ein Zungenbrecher, ist ein Wortspiel: Marietta aus Kuba und Bruder Javier ergibt »Ma-cu-ba-ja«. Marietta an der Gitarre und Bruder Javier Delgado an der Violine (und Percussion) sowie der Oberösterreicher Heli Punzenberger (Gitarre): fertig ist das transkontinentale Trio.


Um es vorwegzunehmen: diese Musikrichtung – kubanische und lateinamerikanische Rhythmen, Samba, Salsa und Latin-Walzer – gehören nicht zu der von mir favorisierten Musikgattung. Das Konzert in der leider nicht ausverkauften Kulturfabrik NUTS in Traunstein war also durchaus ein gewagtes Unterfangen für meine Ohren. Dennoch, die Überraschung lag ganz auf meiner Seite: ein gelungener, durchaus sehr schöner musikalisch abwechslungsreicher Abend.

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Marietta moderiert mit cubanischer Färbung fast alle Songs an und erklärt deren Hintergrund und Geschichte. Meist geht es um die Liebe oder philosophische Fragen zum Leben, es geht um Männer, aber natürlich auch um Frauen, die etwa einen Zaubertrank verabreichen, um den Mann ihrer Gunst gefügig zu machen. So mag es nicht verwundern, wenn das musikalische Spektrum von feurigen und temporeichen Songs bis hin zu schmelzenden Balladen reicht.

Beide Geschwister studierten im Salzburger Mozarteum, der Gitarrist Heli Punzenberger war unter anderem an der Seite von Hubert von Goisern auf der Bühne. Während Javier sich dezent mit der Violine im Hintergrund hält – sein Spiel untermalt und ergänzt alle Lieder jedoch wunderbar – sind es Heli und seine eigenwillige Gitarre, die das Tempo vergeben. Marietta perfektioniert die jeweilige Komposition durch nicht minder professionelles Gitarrenspiel mit einer sehr schönen Stimme. Als nach den Ende des ersten Sets dann das berühmte »Chan Chan« des »Bueno Vista Social Clubs« erklang, war der letzte lateinamerikanische Zweifel in meinen Ohren verschwunden. Diese Interpretation, weich und temperamentvoll zugleich, zeigt die hohe musikalische Kunst der drei Protagonisten, die nicht müde wurden, den Kontakt zum Publikum herzustellen. Das breite Spektrum bestätigte gegen Ende dann der kubanische Blues (Heli Punzenberger und Javier Delgado) und der Latino-Walzer, der zwar die Anwesenden nicht zum Tanzen, wenngleich zu einem dankbaren Applaus bewegen konnte.

Alles in allem: ein schöner Abend abseits der oftmals gebotenen Musikrichtungen.. Udo Kewitsch

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