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Musikalische Extra-Zuckerl beim Jubiläumskonzert

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Lederhose und Frack aufs Schönste musikalisch vereint: »Die Herren Wunderlich« und die »Koasa Combo« im NUTS. (Foto: Ortner)

Viel Spaß und gute Laune, großartige Musik und einige Überraschungen hatten »Die Herren Wunderlich« aus dem schönen Kufstein im eleganten Gepäck ihres Jubiläumskonzertes in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS. Beide, das Gaudiburschen-Sangestrio und das NUTS werden heuer flotte 15 Jahre alt, über 20 Auftritte haben »DHW« in Traunstein in dieser Zeit teils auch mit Gastmusikern und -kabarettisten absolviert, das ist schon ein paar Extra-Zuckerl wert.


Zuckerl eins: Das fidele Trio tauscht den gewohnten schwarzen Frack in royalblaue Sakkos mit hellblauer Glitzerweste und verzückt die Gäste mit zauberhaft-humoristischen Liedern über Schlangenbeschwörer, heißen Sand und Apfelsinen im Haar sowie Kuschelübungen mit Fidschi-Puppen. Ein bisschen traurig sind sie über »Lady Sunshine«, die leider ihren geliebten »Mister Moon« nie sehen kann. Doch die Trauer verfliegt umgehend durch ein hübsches Conny Francis-Potpourri, auch Mareille Mathieu und Elvis Presley haben mittlerweile ihren Platz im tirolerischen Schlagerrepertoire gefunden. Begleitet werden die Sänger dabei gelegentlich von einem »Schellack-Orchester«, das Juke-Box-Liebhaber Herbert Oberhofer eingepackt hat, und auch die Besucher dürfen-müssen mehr als einmal ran als Backgroundchor und »Rhythmusmaschine«.

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Zuckerl zwei: Das Feuerwerk, das die »wunderlichen Herren« nach der Pause im Jubiläumsprogramm gemeinsam mit der »Koasa Combo« aus Ellmau im wahrsten Sinne des Wortes abbrennen, und die scheinbaren Kontraste verschmelzen lassen. Die Tenöre wieder im gewohnten schwarzen Frack, die Volksmusikanten in der schneidigen Krachledernen, treffen Klassiker aus den zwanziger Jahren (naja, so gaaanz ungefähr ….) auf gestandenen Blechblas-Sound. Lockere Sprüche von Herbert Oberhofer und Georg Anker, oft »bildsprachlich« untermalt von Josef Hacklinger, Slapstickeinlagen und kleine »Witzerl vom Herbie« strapazieren die Lachmuskeln.

Georg Anker unternimmt mit den Gästen immer wieder kleine Exkursionen in musikalische Jahreszahlen und Geschichte, und begegnet dabei Peter Kreuder, den »Capri Fischern« und »Santa Lucia«, welche aber wohlgemerkt keine »XXL-Calzone« ist, sondern eine »Canzone Napolitana«. Immer dieses Kreuz mit den Hörfehlern … Niemals fehlen darf bei den »Wunderlichen« die wunderbare Zarah Leander mit dem rauchigen »Kann denn Liebe Sünde sein?« Unverzichtbar ist auch das Paradestück »Amelie, ich bin ja so verliebt in Deine Knie...«. Neben dem legendären »Grünen Kaktus« gibt es als abschließende Zugabe noch den Marsch »Dem Land Tirol die Treue«.

Einerlei ob klassische Volksmusik, Schlager, Charleston oder Big Band-Begleitung, die »Koasa Combo« hat’s perfekt drauf und heizt mit ihrer Spielfreude und dem satten Blechblassound nicht nur dem ohnehin schon begeisterten Publikum, sondern auch den drei sangestüchtigen Herren vor ihnen auf der Bühne mächtig ein. Mitsingen, klatschen, johlen, eine kleine Schunkeleinlage, die Stimmung steigt und steigt. Kufstein und Ellmau, Frack und Lederhose, Tenor und Posaune, Sangeslust und Spielfreude – es ist die perfekte Symbiose. Maria Ortner