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Musikalische Landkarte der Gefühle

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Ein Höhepunkt des Konzerts in Traunstein war das »The Famous Solo« für Kontrabass und Orchester von Domenico Dragonetti, mit dem Solisten Maximilian Spann. (Foto: Heigl)

Einen homogenen Klangkörper, der die Alchemie des musikalischen Miteinander-Verschmelzens freudvoll praktizierte, erlebten die zahlreichen Zuhörer in der Aula der Traunsteiner Berufsschule mit dem 1992 gegründetem Chiemgauer Jugendsymphonieorchester der Musikschulen im Landkreis Traunstein.


So heißt das Orchester seit 2010, nachdem 2009 Simon Nagl die Projektleitung von Markus Lentz übernommen hat. Immer in der Allerheiligenferien unternimmt das Orchester eine Probenwoche und zeigt dann das Gelernte in Konzerten. Das leidenschaftliche, extrem präsent wirkende Dirigat von Dirigentin Ya-Wen Köhler-Yang, die dem Orchester seit 2006 vorsteht, transformierte die Klänge des riesigen Orchesters mit starker, positiver Energie. Märchenhafte Elemente, ungebändigte Freude, ja Ekstase, aber auch zarteste Melancholie bei Felix Mendelssohn Bartholdys »Die Hebriden« op. 26. führte die Zuhörer auf der musikalischen Landkarte der Gefühle an spannende Orte.

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Hohes Drama war in der Komposition »Symphonie Nr. 6 D-Dur« von Antonin Leopold Dvorak zu hören, das, schwelgerisch und farbenfroh inszeniert, zu einem äußerst lebhaft-lebendigen musikalischen Ereignis für die aufmerksam und freudvoll lauschenden Zuhörer wurde.

Das Alter der Musiker des 1995 mit dem Kulturförderpreis ARTS ausgezeichnet Orchesters, liegt zwischen 10 und 22 Jahren. Musikalisch unterstützt wurden die verschiedenen Instrumentengruppen auch während des Konzerts von ihren Dozenten und Mentoren. Als riesengroße Gemeinschaftsleistung des Orchesters bezeichnete Simon Nagl lobend gegen Ende des Konzerts, das musikalische Ereignis. Das »The Famous Solo« für Kontrabass und Orchester von Domenico Dragonetti, gespielt von Maximilian Spann, war ein Höhepunkt des Abends. Der Musiker glänzte mit feinfühlig ausgeloteten stimmungsvollen Klangfarben und spielte die verschiedenen Aspekte des oft humorvollen Stücks nachvollziehbar auf den Punkt. Die große Leistung der unverkrampft, aber doch charismatisch auftretenden Dirigentin spiegelte sich im inspiriert aufspielenden Orchester in allen Musikabteilungen des musikalischen Gefüges wieder. Mit einer schwungvollen Zugabe des letzten Satzes Dvoraks, verabschiedeten sich die Musiker vom begeistert applaudierenden Publikum. Barbara Heigl