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Musikalische Reise zu den Wurzeln

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»Life« steht für das Leben, »live« für echte handgemachte Musik und »Chords« für Harmonie – bei den »LifveChords« ist bereits der Name Programm. (Foto: Müller)

Mit einer alten Dampflokomotive nahmen die vier Ausnahmemusiker der »LifveChords die Besucher in der Theater-Strickerei Grabenstätt mit auf eine außergewöhnliche, musikalische Zeitreise in die amerikanischen Südstaaten zu den Wurzeln des Blues, Jazz und Swing, mitten ins Herz von New Orleans, wo bekanntlich alles begann.


Frontfrau Rayka Emmé und ihre kongenialen Kollegen Nikolaus Stigloher, Sebastian »Sebi« Ludwig, Sepp »Guiseppe« Watzlawick und Raphael Lichius bescherten ihren Gästen einen Abend mit ganz großen Gefühlen – zum Träumen, Entspannen und Loslassen. Neben Klassikern wie »Sentimental Journey« (Les Brown), »Basin Street blues« (Spencer Williams), »St. Louis Blues«, »Sweet Georgia Brown«, »Doctor Jazz« (Joe »King« Oliver), »Sunny side of the street«, »Let’s get drunk again« und »What a wonderful world« begeisterten sie auch mit wunderschönen Eigenkompositionen wie »Louisiana Love«, »Intime Momente«, »I feel so blue«, »Addicted«, »Sometimes« und »All I need is Blues«, die sich größtenteils auch auf der neuen »Sentimental Journey«-CD befinden.

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Ihr musikalischer Fundus ist riesig und so reihte sich ein klangvoller Höhepunkt an den anderen. Bereichert wurde das Konzert von einer Bildershow, einem kurzen Zeichentrickfilm und Emmés spannenden Geschichten hinter den Menschen. »Ohne die Schwarzen hätte es den Blues und den Jazz nicht gegeben«, stellte sie klar und erinnerte an die Ankunft des ersten Sklavenschiffes 1619 in Amerika und an die folgenden rund 300 Jahre Ausbeutung und Unterdrückung. Mitte der 1920er Jahre hätten dann weiße Musiker den Jazz für sich entdeckt. Nach der Erfolgswelle des Swing (1930/40er Jahre) habe dann in den 1950er Jahren der Rock’n’Roll seinen famosen Siegeszug angetreten.

Ein Markenzeichen der »LifveChords« ist, dass sie alles selber machen, eine Selfmade-Band, wie sie im Buche steht. Die facettenreiche Künstlerin Emmé singt nicht nur für ihr Leben gern – vorwiegend auf Englisch, aber auch auf Deutsch und Französisch –, sondern sie ist unter anderem auch eine begeisterte Zeichnerin. Neben ihren sehenswerten Porträtbildern konnten die Besucher zudem immer wieder feine Aquarelle von Bandbegründer und Kontrabassist Nikolaus Stigloher bewundern – natürlich stets thematisch passend zu den Songs und Geschichten, denn bei den »LifveChords ist alles bis ins Detail durchdacht, nichts wird dem Zufall überlassen.

Sänger und Ex-Hard-Rocker Sebastian »Sebi« Ludwig ist nicht nur der Vater vieler »LifveChords«-Songs, sondern auch ein grandioser Gitarrist. Vervollständigt wird die Band von Sepp »Guiseppe« Watzlawick, der am Cajon/Percussion den Rhythmus angibt und auch singt, sowie dem Multiinstrumentalisten Raphael Lichius, der nicht nur das Piano in Perfektion beherrscht. So verliehen seine Mundharmonika-Künste Ludwigs großartiger Eigenkomposition »Bavaria« zum Ende des offiziellen Programms eine ganz besondere Note – was für eine denkwürdige Hommage an unsere bayerische Heimat.

Feierabend hatten die fünf gefeierten Ausnahmemusiker damit aber noch lange nicht, denn ohne Zugaben wollten die begeisterten Zuschauer sie nicht gehen lassen. Am Ende gab es sogar noch vier Lieder obendrauf, darunter »Die Katze«, »Summer Time« und »San Francisco Bay Blues« von Eric Clapton. Markus Müller