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Musikalische Weltreise mit Schwung und Elan

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Das Kammermusikorchester La Fuente (v. l.): Bertram Weihs, Tamas Puskas, Heinz Lichtmannegger und Bojana Simic. (Foto: Benekam)

Mit großem musikalischen Elan und viel Leidenschaft stellte sich das neu formierte Kammermusikorchester La Fuente dem Publikum im Isinger Saal vor. Die vier passionierten Musiker – Bojana Simic (Klavier), Tamas Puskas (Klarinette), Bertram Weihs (Violine) und Heinz Lichtmannegger (Kontrabass) – erzeugten von Anbeginn an Gänsehaut, rissen das begeisterte Publikum für fast zwei Stunden aus dem trüben Alltagstrott und versprühten mit ihrer Musik pure Lebenslust.


Als Mitte letzen Jahres eine vorübergehende Umbesetzung des weit über den Chiemgau hinaus bekannten und beliebten Kammermusikorchesters Del Gusto vonnöten war, entsprang so eine neue musikalische Quelle: La Fuente. Schon bei den ersten gemeinsamen Proben für die bevorsehende Theaterweihnacht bei Kultergut Ising war man sich schnell im Klaren, dass es angesichts der fruchtbaren Zusammenarbeit und der wachsenden Leidenschaft am gemeinsamen Musizieren nicht bei einem Projekt bleiben würde. In neuer Besetzung und mit eigenem Namen präsentierten die Musiker internationale Musik in internationaler Besetzung. Die aus Kroatien, Ungarn, Österreich und Haßmoning stammenden Musiker luden das Publikum ein auf eine musikalische Weltreise und gewährten Einblick in die Musikgenres Tango, Standards, Salonmusik, Klassik sowie Filmmusik.

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Mit der »Milonga en La«, einem Tango aus der Feder Jürgen Schwenkglenks aus Traunreut, begann die musikalische Reise in Bayern, zog dann weiter gen Westen Europas, nach Frankreich. Tamas Puskas' Arrangement der Suite I und II aus Georges Bizets Oper »Carmen« traf merklich den Nerv der begeisterten Zuhörer, die längst schon, vom guten Rhythmus angesteckt, mitwippten. Den Sprung über den großen Teich wagten die Musiker mit einem Tango Argentino, »El Choclo«, um dann gleich Kurs zu nehmen auf die Vereinigten Staaten mit dem Jazz-Standard »Night and Day« von Cole Porter.

Tschaikowskys »Nussknacker-Suite« entführte die Zuhörer ins Ballett und gleichzeitig ins nächste musikalische Reiseland Russland. Mit einem Klaviersolo fesselte Simic das begeisterte Publikum und zeigte, dass sie sowohl schwindelerregende Tempi als auch gefühlsbetonte, ruhigere Notensätze mit erfrischender Leichtigkeit zu meistern imstande ist. Ebenso aus Russland und aus einem Ballett stammt der »Säbeltanz« von Aram Chatschaturian, der zweifellos einen der Höhepunkte des Konzerts darstellte.

Auf dem Rückweg in die Heimat streifte La Fuente mit einem Werk von Zygmunt Zgraja, »Die Lerche«, Polen und auch Spanien mit der »Romanza Andaluz« von Pablo Sarasate, einem Werk aus dem Genre Klassik. Sarasates Geigenwerk bot dem Ausnahmeviolinisten Weihs Gelegenheit, sich an seinem Instrument voll auszuleben und sicherte dem sympathischen Künstler einen Zwischenapplaus.

Nun sollte man meinen, dass den Musikern nach dieser Reise durch so viele Weltmusikstationen eine gewisse Erschöpfung anzumerken sein müsste. Irrtum! Scheinbar unermüdlich standen die vier Musiker auf der Bühne, temperamentvoll sprudelnd, miteinander im Rhythmus fließend mit dem gleichen Ziel: Dem Zuhörer und sich selbst Freude zu bereiten. La Fuente – Quelle der musikalischen Leidenschaft – eine absolut treffende Namenswahl.

Bei den zahlreichen Zugaben, die das Publikum durch anhaltenden Applaus einforderte, gaben Puskas und Weihs sogar noch eine Kostprobe ihres Gesangstalents: Zweistimmig sangen die beiden das aus den zwanziger Jahren stammende Lied »Der Carpri-Fischer«. Kirsten Benekam