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Musikalischer Nachwuchs aus Südostbayern

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Diese jungen Musiker aus der Region treten in den Osterferien beim Landeswettbewerb von »Jugend musiziert« in Regensburg an. Zuvor stellten sie sich bei einem Preisträgerkonzert in Traunstein vor. (Foto: Kaiser)

Heuer fand zum zweiten Mal der Regionalwettbewerb »Jugend musiziert« im Annette-Kolb Gymnasium in Traunstein statt; zur Region Südostbayern gehören das Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Rosenheim und Traunstein. In anstrengenden Vorspieltagen errangen heuer 11 Solisten beziehungsweise Duos einen ersten Preis und sind damit zur Teilnahme am Landeswettbewerb Bayern berechtigt, der vom 23. bis 27. März in Regensburg stattfindet. In der Aula des Annette-Kolb-Gymnasiums zeigten sie ihr Können, liebevoll betreut und vorgestellt von der Moderatorin Silke Aichhorn.


Völlig unbeeindruckt von den Zuhörern stellte sich Anton Kluger mit seiner Posaune den sperrigen Ansprüchen von »Rock A-Dur« von Alan Rath (geboren 1933) mit knurrigem Ton und gesundem Rhythmusgefühl und eröffnete damit den Reigen interessanter Präsentationen. Geschmeidig nistete sich darauf ein Gesang aus den »Cantigas de Santa Maria« in den Gehörgängen ein, ein anonymes Stück aus dem 13. Jahrhundert, ansprechend für Zither arrangiert. Als Kontrast dazu setzte Anna Aicher mit ihrem Instrument »Foggy, but funny C-Dur » von Jakob Lahner (geboren 1988) drauf und bewies damit lässig die Bandbreite ihres Instruments.

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Nach der Begrüßung durch den »Hausherrn«, Direktor Bernd Amschler, der tief empfundene Sätze zum Lob der Musik und zur Wichtigkeit des Musizierens zu sagen wusste, verzauberte der blutjunge Trompeter Ludwig Müller mit dem fröhlichen, gefühlsstarken und rhythmisch synkopierten »Tequila Sunrise B-Dur« von Pamela Wedgewood (geb. 1947) sein Publikum.

Enormer Gestaltungswille und faszinierende Sicherheit an den Tasten beeindruckten die Zuhörer beim Klavierduo Zinaida Rafalsky/Maria Borovkova. Mit stupender Gelassenheit interpretierten sie vierhändig den ersten der »Vier Norwegischen Tänze (Allegro moderato) von Edward Grieg (1843 bis 1907). Die beiden verdienten sich damit den Sonderpreis für« herausragende Leistung im Fach Klavier« der Firma Steinway+Sons, München. Einen weiteren Höhepunkt im Vorspiel-Programm präsentierte Fabian Johannes Egger (Querflöte). Der junge Künstler, der gerade die fünfte Klasse besucht, bewies neben enormer Technik einen faszinierenden Gestaltungswillen bei Jaques Iberts (1890 bis 1962) »Piece pour flute seule«, mit glasklarem, bezauberndem Flötenton dargeboten.

Das nächste Soloinstrument war eine sorgsam gestimmte Konzertgitarre. Jan-Malte Gentz spielte mit überlegter, flüssiger Gestaltung zwei Sätze (»Presludio Saudade« und »Andante Religioso«) aus »La Catedral D-Dur« von Augustin Pio Barrios Mangoré (1885 bis 1944). Das Hackbrett von Magdalena Geiger hatte sich während der Wartezeit auf seinen Einsatz leider verstimmt, was die Wirkung ihrer Beiträge sehr minderte.

Die Kammermusiken von Johannes Brahms (1833 bis 1897) sind technisch durchwegs schwer und anspruchsvoll für die Interpretation. Das Allegro non troppo aus seiner Cellosonate Nr.1 e-Moll lag in seinen Anforderungen wohl an der oberen Grenze für die Cellistin Franziska Kamhuber und litt durch unsaubere Intonation zu Beginn des Satztes. Felix Ecke war ihr ein zuverlässiger Begleiter am Flügel.

Den Teilnehmern am Landeswettbewerb Gelassenheit und viel Erfolg! Engelbert Kaiser