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Musikalisches Stelldichein und Vogelstimmen

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Alle Chöre sangen auch gemeinsam unter dem Dirigat von Kreischorleiter Wilhelm Weitzel. (Foto: Bohm)

Sie sangen mit Inbrunst, mit Begeisterung, mit Freude, die Mitglieder der zehn Chöre, die sich heuer zum Chorfestival in der Chiemgauhalle Traunstein trafen. Die Zuhörer hatten ihre Freude dran. Das betonten auch Albert Müller, der erste Vorsitzende des Chiemgau-Sängerkreises, sowie der Traunsteiner Oberbürgermeister Christian Kegel in ihren Grußworten.


Die Stücke, die die Chöre ausgewählt hatten, waren ganz unterschiedlich, sprachen alle Gefühle an, stimmten fröhlich und traurig, waren lustig und ernst, bekannte Ohrwürmer ebenso wie Oldies. Für jeden war was dabei. Alle gemeinsam begannen das Fest mit »Freunde, die ihr seid gekommen« unter dem Dirigat von Kreischorleiter Wilhelm Weitzel, der dann im Verlauf der Veranstaltung teils lustige, teils nachdenklich machende Zitate zum Besten gab.

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Die Singgemeinschaft Freilassing mit ihrem Dirigenten Markus Ennsthaller begann den Reigen der Darbietungen mit einem Kirchenlied, dem Psalm »Der Herr ist mein Hirt«, gefolgt von »In stiller Nacht« von Johannes Brahms, dem geheimnisvoll und traurig klingenden Lied, das dann vom fröhlichen »In die blühende Welt« von Hermann Sonnet abgelöst wurde. Der Gesang- und Musikverein Kirchanschöring unter der Leitung von Peter Emmert war anschließend dran. Zart sangen die 26 Damen und Herren »Heast as net?« Lorenz Maierhofer ist einer der neueren Komponisten, der an diesem Abend noch mehrfach zu Ehren kam und von dem auch das weitere Lied der Kirchanschöringer stammte »Für di« bei dem der zauberhafte, klare Sopran drüber schwebte und »Der Verliebte« zart und innig dargeboten wurde.

Der Männerchor Palling wird von Andreas Heilmann geleitet. Er bot zwei Lieder: »Vineta« von Abt/Seiler und »Ein lustiger Musikante«, eine Volksweise. Die Singgemeinschaft Obing unter der Leitung von Sepp Beck bot ein Medley mit altbekannten Liedern wie »Tanze mit mir«, »Bella bella bella Marie«, »Kriminal Tango« (mit einem Knall effektvoll unterstrichen), »Itsy bitsy tini wini«, »Ramona«, »Marina« und »Buona Sera«.

Den größten Beifall heimste der Männergesangverein Breitbrunn-Gstadt ein. Sebastian Reiter dirigierte seine 16 Mannerleut' souverän und das Publikum amüsierte sich über »I drink jetzt koan Schnaps mehr«. Stürmischer Applaus goutierte den Spaß, sauber gesungen und mit Gesten unterstrichen. Das Lied »Über den Wolken«, durch Reinhard May bekannt, beherrschten die Herren dann ebenso gut wie »Weilst a Herz host wia a Bergwerk« von Rainhard Fendrich. Der Applaus hielt lange an und die Männer waren sehr zufrieden, obwohl sie normalerweise, wie ihr Dirigent verriet, noch viel mehr Mitwirkende wären – die Landwirte unter den Sängern mussten aber das schöne Wetter nutzen und einige Sänger waren auch im Urlaub. Das traf auch für andere Chöre zu. Der Männerchor Anger hatte deshalb ganz absagen müssen.

Mit dabei war aber wie immer der Liederkranz Bad Reichenhall, die Damen in ihren feschen Dirndlkleidern und hellen Stimmen und ihre Herren gehören einfach dazu. Auch dieser Chor, der von Gert Felin geleitet wird, hatte eine Komposition von Lorenz Maierhofer im Repertoire. »Fröhlich klingen unsere Lieder« und den Ohrwurm »Aber Dich gibt´s nur einmal für mich.« Sven Jörge Schnoor unterstützte die Sängerschar dabei am Piano. Zur Überraschung der Sänger und Besucher erklang dann ein fröhliches Zwitschern. Das kam vom Pallinger Vogelstimmen-Imitator Helmut Wolferstetter. Es war einfach großartig, wie er die verschiedenen Vogelarten nachmachte. Dass es auch bei Vögeln »Dialekte« gibt, führte er den erstaunten Besuchern gerne vor.

Der größte Chor war jener Doppelchor, den Richard Kalahur leitete: Der Sängerchor Traunreut und der Gesangverein Trostberg. 47 Damen und Herren sangen von der schönen Welt, vom Liebesspiel (Plaisir d´ amour), schmeichelten und intonierten mit Schwung und einem fröhlichen »Hey« am Schluss.

Die Liedertafel Prien e.V., die Kreischorleiter Wilhelm Weitzel dirigierte, huldigte einem König: »Es lebe Champagner der Erste«, das Auftrittslied des Grafen Orlowsky aus der Operette »Die Fledermaus« von Johann Strauß. Es folgte »Tief in deiner Seele« und der Spaß »Freunde lasset uns beim Zechen« von Wolfgang Amadeus Mozart. »Zeit is, sagn mir jetzt pfüa Gott«, intonierten alle Sängerinnen und Sänger noch einmal gemeinsam, bevor sie sich verabschiedeten. Hannelore Bohm