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Musiksommer-Abschluss in Seeon

Ein Kammermusikabend mit dem jungen Orff-Quartett am heutigen Samstag um 20 Uhr in der Seeoner Kirche St. Walburg beendet den diesjährigen Reigen der Musiksommer-Konzerte.

Karten gibt es im Vorverkauf in der Tourist-Information Seebruck, Tel. 08667/7139, touris-mus@seeon-seebruck.de, in der Gemeinde Seeon-Seebruck, Dienststelle Seeon, Tel. 08624/2155, tourismus@seeon-seebruck.de, und im Klosterladen Seeon, Tel. 08624/897-201.

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Seit 2008 musizieren Barbara Danner, Felicia Graf, Elisabeth Roth und Ludwig Rössert unter der Leitung des Violinisten Alexander Krins als Orff-Quartett. Beim Wettbewerb »Jugend musiziert« erreichten sie 2008 und 2011 jeweils den 2. Preis auf Landesebene. Auch 2010 nahmen sie teil und erzielten einen 3. Preis im Bundeswettbewerb. 2009 wirkten sie bei einer Produktion des Bayerischen Rundfunks (»Orphea und der Klangzauberer«) mit, die auch im Radio ausgestrahlt wurde. Inzwischen befinden sich die jungen Musiker in der Ausbildung am Mozarteum Salzburg und am Leopold-Mozart-Zentrum Augsburg.

Für das Konzert in Seeon hat das Orff-Quartett ein varian-tenreiches und anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Zu Gehör kommen das Streichquartett op. 77 Nr. 1, eines der letzten Streichquartette von Joseph Haydn, Antonin Dvoráks »Zypressen«, Streichquartette mit lyrischer, bildhafter Musik, das Streichquartett Nr. 1 op. 89 von Josef G. Reinberger, dem gebürtigen Liechtensteiner, der den größten Teil seines Lebens in München wirkte, und »Quartetto II, ein selten gespieltes Werk des Österreichers Matthias Georg Monn.

Joseph Haydn komponierte seine beiden letzten Streichquartette op. 77/1 und op. 77/2 in einer Zeit der nach eigenem Bekunden größten geistigen Anspannung während der gleichzeitigen Entstehung seines Oratoriums »Die Jahreszeiten«.

Innerhalb der Streichquartette sind sie einmalig: »Die Zypressen« von Antonín Dvorák. Zum einen vertonte der Komponist 18 Gedichte eines tschechischen Dichters, zum anderen hat er über 22 Jahre immer wieder an ihnen getüftelt. Bei diesen Liedern ohne Worte handelt es sich um ein Porträt der Sängerin Josefine Tschermaak, der Jugendliebe des Komponisten.

In Rheinbergers Streichquartetten verbinden sich Klangdichte und Variationskunst, die in der Nachfolge Schumanns und Mendelssohns gesehen werden können, mit Rheinbergers Sinn für Formgebung, melodische Schönheit und gediegene kontrapunktische Arbeit. Seine Auseinandersetzung mit musikalischen Strömungen der Zeit zeigt sich bei dem ersten Streichquartett z. B. in einem wohl ironisch zu verstehenden Zitat aus Wagners Tristan-Vorspiel im Finalsatz.

Der Name Monn dürfte nur wenigen Musikliebhabern ein Begriff sein. Aber auch die Musikgelehrten tun sich schwer – allein schon bei der Frage, wie viele Komponisten namens Monn es denn in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts überhaupt gegeben hat. Immerhin ist man sich mittlerweile einig, dass die Entwicklung der klassischen Sinfonie, wie man sie von Haydn und Mozart kennt, durch Matthias Georg Monn ihre entscheidenden Impulse erhalten hat. Und dann sei noch an den musikalischen Revolutionär Arnold Schönberg erinnert, der sich nicht zu schade war, sich mit den Kompositionen Monns intensiv zu beschäftigen: 1912 setzte er für mehrere Sinfonien den Generalbass aus, und zwanzig Jahre später arbeitete er eines von Monns Klavierkonzerten zu einem Cellokonzert um, das er Pablo Casals widmete.