»Mut zur Freude«

Bildtext einblenden
»Spirit of Water«, ein farbensprühendes Bild in Mixed Media von Eva Dahn Rubin, zu sehen bis Freitag im Kulturraum in Prien. (Foto: Giesen)

Ein Farben sprühendes Erlebnis bietet die neue Ausstellung »Mut zur Freude« im Kulturraum in Prien, die noch bis einschließlich Freitag zu sehen ist.

Eva Dahn Rubin aus Aschau am Chiemsee ist Kunstinteressierten im Chiemgau wohl bekannt, ini-tiierte sie doch 2001, vor genau 20 Jahren, mit der Hilfe von Freunden den Kulturraum in Prien, der seitdem zu einem Seminar- und Begegnungszentrum geworden ist, wo sich Kulturschaffende vom Kind bis zum Greis gegenseitig austauschen und selbst verwirklichen können. Um 1990 lernte Eva Dahn Rubin zusätzlich zur Malerei Percussion und Tanz, was von da ab die Basis für ihre Kurse »Tanz, Kreative Energie« wurde, die sie seit 1995 leitet.

Frida Kahlo/Göttin Kali

Bei ihrer derzeitigen Ausstellung sind 38 ihrer ungemein lebendigen, farbenfrohen Bilder zu sehen, die alle während der mehrfachen Lockdowns innerhalb der vergangenen zwei Jahre entstanden sind. Eva Rubins Bilder haben fast überall Menschen zum Inhalt, oft Frauen, aber auch Paare »Königin und König«, »Schwarze Madonna«, aber hier besonders eindrucksvoll »Frida Die Göttin«, wobei die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo (1907 bis 1954) gemeint ist, vielarmig dargestellt wie die hinduistische Göttin Kali, die Ehefrau und Gefährtin von Shiva.

Beim Malen experimentiert Eva Dahn-Rubin in verschiedenen Techniken, oft Mischtechniken, Acryl, manchmal mit Epoxydharz auf Leinwand. Vor Beginn des Malprozesses weiß die Künstlerin oftmals noch nicht, wie das fertige Bild aussehen soll. »Oft erlebe ich tiefe Konzentration und freudige Leidenschaft beim Malen. Das ist für mich auch im fertigen Werk spür- und sichtbar. In meiner Wahrnehmung wird das Bild so zu einem Energie geladenen und kraftvollen Objekt«, erklärt die Künstlerin beim Gespräch mit unserer Zeitung.

Kraftströme erspüren

Eine hoch kompetente Einführung in die Ausstellung bei der Vernissage hielt Herbert Stahl, der Vorsitzende des Kunstvereins Traunstein. »Die Tatsache, dass für Sie alle Schaffensprozesse eine Komponente der Heiligkeit besitzen, stammen vielleicht aus der Zeit Ihrer frühkindlichen Begegnungen beim Malen und Zeichnen mit dem dabei erfahrenen Zustand der absoluten Ruhe«, so Stahl. Die Arbeit während des Entstehens eines Werkes sei für sie der eigentliche künstlerische Prozess – Kraftströme und Grenzen zu erspüren, darüber hinaus zu gehen – das mache sie zutiefst zufrieden.

Jedem Interessierten sei es empfohlen, beim Betrachten der Bilder dieser Energie nachzuspüren. Die Ausstellung im Kulturraum Prien, Ernsdorfer Straße 2, ist noch bis Freitag, 3. September, täglich nachmittags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Christiane Giesen