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Mystik-Folk-Trio »Delva« erweitert mit Thomas Hartmann sein Klangspektrum

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Das Mystik-Folk-Trio »Delva« mit Judith Krins (von links), Johanna Krins und Michi Löwe traf mit Thomas Hartmann (Klavier) den Geschmack der k1-Studiogäste. (Foto: Benekam)

Wer ein Faible für irisch-keltischen Folk hat und offen ist für musikalische Abenteuer mit mystischen Ausflügen in neue Klangwelten, der war goldrichtig in dem Konzert von »Delva« mit Thomas Hartmann (Klavier), das im Rahmen der Chiemgauer Kulturtage im k1-Studio stattfand.


Das Trio »Delva«, 2013 gegründet, das sind die äußerst charmanten wie musikalischen Schwestern Johanna und Judith Krins und Gitarrist Michi Löwe. Die Begegnung mit dem Konzertpianisten und Komponisten Thomas Hartmann stellte sich für beide Seiten als hörbar inspirativ heraus. Wie gesucht und gefunden ergänzte sich das neu formierte Quartett, wenn auch nur anlässlich der Kulturtage, musikalisch perfekt und bescherte den Zuhörern im gut besuchten k1-Studio ein unvergessliches Konzerterlebnis.

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Wie Johanna Krins eingangs verriet, verliefen die gemeinsamen Proben mit allergrößtem Spaß und Enthusiasmus. Das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen, denn dem gemeinsamen Musizieren wohnt leidenschaftliche Freude inne, die eins zu eins zu den Zuhörern transportiert wurde.

Die Stücke, zumeist Eigenkompositionen in deutscher Sprache, erzählen vom Leben und Lieben, vom Loslassen und Neuanfangen, von Sehnsüchten und Ängsten, von Fernweh und Todessehnsüchten bis hin zu Begegnungen und Zwiegesprächen mit einem weisen Raben auf der grünen Insel. Nicht nur die abwechslungsreiche Instrumentierung – Geige (Judith Krins), Gitarre und Banjo (Michi Löwe) und Flöte, Rahmentrommel und Gesang (Johanna Krins) –, sondern auch Johanna Krins einfühlsame und variationsreiche Stimme, verliehen dem Konzert das Siegel der Extraklasse.

Diese Musik geht durch und durch, berührt ganz tief im Innersten und lässt aufatmen. Hartmanns Klavierspiel fügte sich fantastisch ein, ergänzte und bereicherte. Die vier Musiker fanden eine gemeinsame Sprache, jeder brachte sich an seinem Instrument ein, man hörte sich zu, antwortete einander und infizierte die Zuhörer mit purer musikalischer Lebensfreude. Hartmann fühlte sich auf dem irisch-keltischen Ausflug spürbar wohl und schien hier den geeigneten Ort für zum Teil improvisierte, tief berührende Gefühlsausbrüche in Noten gefunden zu haben. Wunderbar anzusehen, wie er »Delva« zuhörte und unvermittelt genau die richtigen Tasten traf und so, ähnlich der im Free Jazz üblichen Improvisation, Teil der gewachsenen musikalischen Einheit wurde.

Einmal mehr wurde bei dem Konzert deutlich, dass Musik keine Grenzen kennt, dass Musik unterschiedlichster Musikstile und in ungewöhnlicher Instrumentierung in neue, spannende Klangräume entführen kann. Grenzenlos schien auch der lautstarke Applaus und die große Sympathie, die das Publikum den Musikern entgegenbrachte. Nach drei Zugaben durften die vier dann endlich in der Garderobe bleiben. Kirsten Benekam

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