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Nach BVB-Anschlag Täter weiter unbekannt

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Fan-Choreografie
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Gelb-schwarze Wand: Dortmund Fans in der Champions-League-Partie gegen den AS Monaco auf der Tribüne. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa
Borussia Dortmund
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Bei dem Anschlag waren drei Sprengsätze mit Metallstiften nahe dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund detoniert. Foto: Friso Gentsch Foto: dpa
Nach Bus-Anschlag
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Ein Wohnhaus mit zerborstenen Scheiben, in Dortmund nahe der Stelle, wo der Mannschaftsbus von Borussia Dortmund durch die Sprengsätze angegriffen wurde. Foto: Guido Kirchner Foto: dpa
Tatort
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Die zerstörte Hecke in Dortmund - genau an dieser Stelle explodierten die drei Sprengsätze, die den BVB-Manschaftsbus beschädigten. Foto: Guido Kirchner Foto: dpa
Klares Statment
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Der Schriftzug «Keine Bombe kriegt uns klein! BVB wird ewig sein» an einem Zaun aufgesprüht. Foto: Friso Gentsch Foto: dpa
Bundesgerichtshof
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Polizisten stehen vor Bundesgerichtshof in Karlsruhe Patrouille. Foto: Uli Deck Foto: dpa

Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund präsentieren die Behörden zwei Tatverdächtige. Doch nun zeigt sich: Die Spuren führen nicht weiter. Vieles bleibt im Dunkelen.


Dortmund/Berlin (dpa) - Die Hoffnung auf einen raschen Fahndungserfolg nach dem Anschlag auf den Mannschaftbus von Borussia Dortmund hat sich nicht erfüllt.

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Die Bundesanwaltschaft räumte ein, keine Beweise gegen zwei der Tat Verdächtige zu haben. Die Hintergründe des Anschlags vom vergangenen Dienstag mit zwei Verletzten waren somit weiter unklar.

Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe geht von einem terroristischen Hintergrund aus. Zwingend sei dies allerdings nicht, sagte eine Sprecherin. Laut NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) wird in alle Richtungen ermittelt. Es könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass die Täter gewaltbereite Fußballfans seien.

Dennoch wurde auf Antrag der Bundesanwaltschaft am Donnerstag Haftbefehl gegen einen der Verdächtigen erlassen. Für die Beteiligung des 26 Jahre alten Irakers an dem Anschlag hatte die Behörde keine Beweise. Stattdessen wird ihm die Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgeworfen.

Der Mann soll im Irak eine zehnköpfige Einheit angeführt und selbst gekämpft haben. Die Gruppe soll Entführungen, Verschleppungen, Erpressungen und auch Tötungen vorbereitet haben. Im März 2015 reiste er laut Bundesanwaltschaft in die Türkei, von wo er Anfang 2016 wieder nach Deutschland zurückkehrte und dann weiter Kontakt zu IS-Mitgliedern gehabt habe.

Der Verdacht gegen einen 28 Jahre alten Deutschen aus Fröndenberg im Kreis Unna wurde am Donnerstag fallengelassen. Es gebe keine Hinweise für dessen Verwicklung, sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Die Wohnungen beider Männern waren durchsucht worden.

Bei dem Anschlag auf den Mannschaftsbus waren am Dienstagabend drei Sprengsätze mit Metallstiften nahe dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund detoniert. Der spanische BVB-Verteidiger Marc Bartra und ein Polizist wurden verletzt.

«Die Sprengkraft war enorm», sagte Jäger am Donnerstag in einer Sitzung des Innenausschusses im nordrhein-westfälischen Landtag. Die Täter seien nicht gefasst und hätten weitere Anschläge angekündigt. «Das nehmen wir sehr ernst.»

Der BVB war auf den Weg zum Champions-League-Heimspiel gegen den AS Monaco, das dann am Mittwochabend - keine 24 Stunden später - nachgeholt wurde. Die von der Tat geschockten Dortmunder verloren 2:3. Rund um das Nachholspiel blieb es nach Polizeiangaben vergleichsweise ruhig.

BVB-Trainer Thomas Tuchel kritisierte die rasche Neuansetzung des Spiels heftig. «Wir wurden überhaupt zu keiner Zeit gefragt», sagte der Coach nach der Partie und sprach von einem «Gefühl der Ohnmacht».

Die Europäische Fußball-Union UEFA wies die Vorwürfe am Donnerstag zurück. «UEFA war am Mittwoch mit allen Parteien in Kontakt und hat niemals eine Information erhalten, die angedeutet hat, dass eines der Teams nicht spielen wollte.»

Die Polizei hatte am Anschlagsort drei gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischem Inhalt gefunden. Sicherheitskreise sprachen von einem für Islamisten eher untypischen Vorgehen.