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Nach Großbrand in Waldkraiburg: Ermittlungen wegen Extremismus und Terrorismus

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Foto: Symbolbild, dpa/Dirk Diestel

Waldkraiburg – Nach dem Großbrand eines Obsthändlers in der Waldkraiburger Innenstadt am vergangenen Montag hat die Kripo Mühldorf eine Sonderkommission ins Leben gerufen. Mittlerweile hat die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Generalstaatsanwaltschaft München die Sachleitung übernommen. Neben den Ermittlungen wurden sowohl die Präsenz von uniformierten als auch zivile Streifen im Stadtgebiet Waldkraiburg erhöht.


In den frühen Montagmorgenstunden wurde am Stadtplatz in Waldkraiburg ein türkisches Lebensmittelgeschäft ein Raub der Flammen. Durch das enorme Ausmaß des Brandes wurden auch weitere, daneben liegende Geschäfte durch die Ruß- und Rauchentwicklung beschädigt. Insgesamt wurden sechs Personen verletzt.

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Noch in der Brandnacht ergriff der Kriminaldauerdienst der Kripo Traunstein die ersten Maßnahmen am Brandort. Im Laufe des Montags hat dann die Kriminalpolizeistation Mühldorf die Ermittlungen übernommen.

Zur Klärung der Brandursache wurde nun die Sonderkommission »Prager« unter der Leitung von Kriminaldirektor Hans-Peter Butz mit derzeit 25 Beamten von mehreren Dienststellen ins Leben gerufen. Die Leitung hat mittlerweile die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Generalstaatsanwaltschaft München inne. Die Ermittlungen laufen wegen des Verdachts eines Verbrechens der vorsätzlichen schweren Brandstiftung. Es liegen allerdings noch keine Hinweise auf ein eventuelles Tatmotiv vor.

In diesem Zusammenhang ermittelt die Soko auch zu zwei weiteren Taten. In der Nacht von 16. auf 17. April wurde ein Friseurladen am Stadtplatz und in der Nacht von 18. auf 19. April ein Lokal am Annabergplatz angegangen. In beiden Fällen wurden Fensterscheiben eingeworfen. Die drei Inhaber sind türkische Staatsangehörige bzw. haben türkische Wurzeln.

Zur Klärung der Brandursache vom vergangenen Montag hat die Soko »Prager« am Dienstag sehr aufwändige Spurensicherungsmaßnahmen mit Unterstützung eines Sachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes und mit einem speziell ausgebildeten Brandmittelspürhundes am Brandort durchgeführt. Die gesicherten Spuren werden jetzt von Spezialisten des LKAs untersucht.

Zeugenaufruf der Soko »Prager«

Die Soko »Prager« bittet die Bevölkerung um Mithilfe und Hinweise zu den Taten, insbesondere mit folgenden Fragen:

Wer hat in den Tatnächten von Donnerstag, 16., auf Freitag, 17. April, bzw. Samstag, 18., auf Sonntag, 19. April, verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Nähe des Friseurladens am Stadtplatz bzw. des Gastronomiebetriebs am Annabergplatz beobachtet und kann Hinweise zu diesen geben?

Wer hat in der Nacht von Sonntag, 26., auf Montag, 27. April, in der Waldkraiburger Innenstadt, insbesondere am Stadtplatz (Sartrouvilleplatz) oder im Umfeld verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen, die in Zusammenhang mit dem Brandgeschehen gebracht werden können?

Wie bereits berichtet, war unmittelbar nach dem Ausbruch des Brandes ein Mann beim Verlassen des Stadtplatzes bzw. Sartrouvilleplatzes von Zeugen beobachtet worden. Derzeit steht nicht fest, ob dieser Mann als Zeuge oder Tatverdächtiger in Betracht kommt.

Zu dieser Person liegt keine nähere Beschreibung vor, er wird lediglich jüngeren Alters bezeichnet. Diese jüngere, männliche Person kann eventuell sachdienliche Hinweise zum Brandgeschehen geben und wird deshalb erneut gebeten, sich unter der Rufnummer 08631/36730 bei der Polizei in Mühldorf am Inn zu melden.

Erhöhte Polizeipräsenz in Waldkraiburg

Die polizeiliche Präsenz im Stadtgebiet von Waldkraiburg wurde erhöht. Unter Federführung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd werden dort neben Beamten der örtlichen Polizeiinspektion auch weitere Einsatzkräfte eingesetzt.

Dazu Polizeipräsident Robert Kopp: »Die Gefährdung oder Schädigung türkischer Einrichtungen ist in keiner Weise akzeptabel und ist mit einer toleranten und weltoffenen Gesellschaft nicht vereinbar. Die Verhinderung derartiger Taten, sowie deren Aufklärung werden wir mit allen zur Verfügung stehenden rechtlichen Möglichkeiten bewerkstelligen.«