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Nach HSV-Lizenz: Handball-Bundesliga mit 19 Teams

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Der HSV Hamburg erhielt am Mittwochabend überraschend die Lizenz für die 1. Liga. Foto: Angelika Warmuth Foto: dpa

Berlin (dpa) - Nach der endgültigen Lizenz für den HSV Hamburg hat die Handball-Bundesliga HBL schnell reagiert und die letzten offenen Fragen geklärt. Einen Tag nach der Entscheidung der Lizenzierungskommission beschloss das HBL-Präsidium, die neue Bundesliga-Saison mit 19 Vereinen zu spielen.


Er verzichtete auf Einsprüche gegen die Einstweiligen Verfügungen der HBW Balingen-Weilstetten und der HG Saarlouis. Balingen bleibt damit erst-, Saarlouis zweitklassig. Die 1. Liga hat somit statt 34 dann 36 Spieltage, in der 2. Bundesliga sind weiter 20 Clubs vertreten.

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Schon vor der Entscheidung hatte sich der scheidende HBL-Präsident Reiner Witte für die Aufstockung ausgesprochen, obwohl die Saison damit verlängert wird. »Es kommt nicht darauf an, ob die Liga Schwierigkeiten mit der Terminplanung hat, sondern dass die Clubs Planungssicherheit haben. Für mich sollten wir mit 19 Mannschaften spielen«, sagte Witte unmittelbar vor der Mitgliederversammlung des Ligaverbandes HBL in Düsseldorf.

»So, wie es gelaufen ist, finden wir es einfach gerecht, dass wir dabei sind«, hatte Balingens Geschäftsführer Bernd Karrer schon Tage vorher gesagt. Sportlich war sein Club abgestiegen. Nach der zunächst erfolgten Lizenzverweigerung für den HSV sollten die Schwaben dann in der Bundesliga bleiben. Doch das HBL-Schiedsgericht erteilte in der vergangenen Woche unter Auflagen den Hamburgern die Spielberechtigung. Daraufhin hatte Balingen eine Einstweilige Verfügung beim Landgericht Dortmund gegen das Schiedsgerichts-Urteil erwirkt.

Die HBL bestätigte am Mittwoch auch, dass nun doch sechs Bundesligisten an den Europapokal-Wettbewerben der kommenden Saison teilnehmen dürfen. In der Champions League werden neben dem Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt und dem deutschen Meister THW Kiel auch die Rhein-Neckar Löwen starten. Im EHF-Pokal treten Pokalsieger Füchse Berlin, Hamburg und die MT Melsungen an.

Ursprünglich hatte Deutschland nur fünf internationale Startplätze. Nach Informationen der HBL ist diese Zahl nun von der Europäischen Handballföderation (EHF) »ohne nachvollziehbaren Grund« auf sechs erhöht worden. So kann nun auch Melsungen seine Europapokal-Premiere feiern. Das wäre sonst nur durch eine Lizenzverweigerung für den HSV möglich gewesen.

In Hamburg war die Erleichterung indes groß, dass nach langem Hin und Her endgültig der Verbleib in der »stärksten Liga der Welt« feststeht. Wenige Minuten vor Fristende hatte der Champions-League-Sieger von 2013 am Dienstag die Auflagen erfüllt - vor allem dank der erneuten finanziellen Unterstützung des langjährigen Geldgebers Andreas Rudolph. Die Hamburger hatten Mittel in Höhe von etwa fünf Millionen Euro nachweisen müssen.

»Toll, dass es endlich weitergeht und die lange Zeit der Unruhe vorbei ist«, hatte Nationaltorhüter Johannes Bitter gesagt. Kapitän Pascal Hens meinte: »HSV Handball, Hamburg, erste Liga - das ist jetzt wie Weihnachten & Ostern zusammen.«

Die Hamburger können nun einen Tag nach Saisonbeginn mit den Personalplanungen beginnen, nachdem Domagoj Duvnjak und Joan Canellas ohnehin schon als Abgänge zum THW Kiel bekannt waren. Wichtigste Entscheidung wird sein, ob Trainer Martin Schwalb an der Elbe bleibt. Ihm wird ein angespanntes Verhältnis zu den Rudolph-Brüdern nachgesagt. Zudem ist Schwalb von einigen Vereinstrainern und Experten als Bundestrainer und Nachfolger von Martin Heuberger ins Gespräch gebracht worden.

Mitteilung HBL zu 19 Teams in der Bundesliga

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